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Nürnberg demontiert die Eintracht

Vierter Sieg in Folge, Platz sechs: Der Club lässt seine Fans nach dem 3:0 gegen Frankfurt träumen - 18.02. 23:14 Uhr

NÜRNBERG  - Drei Siege hintereinander, ausnahmsweise einmal die Favoritenrolle für den 1. FC Nürnberg, und zu Gast mit Eintracht Frankfurt das bisher schlechteste Team der Rückrunde: In der speziellen fränkischen Lebensbetrachtung gibt es da vor allem eine unausgesprochene Befürchtung – wahrscheinlich geht es schief; die passende Kurzformel dazu lautet "typisch Club". Aber es kam ganz anders...


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Das Frankenstadion verwandelte sich beim 3:0-Heimerfolg gegen Eintracht Frankfurt in ein Freudenhaus: Julian Schieber und der eingewechselte Robert Mak brachten den Club auf die Siegerstraße, ehe Almog Cohen fulminant den Schlusspunkt setzte. Der FCN gewann erstmals seit 1989 wieder vier Mal in Folge und schnuppert an den internationalen Plätzen.

Die verlockende Aussicht, die eigene Erwartungshaltung ein weiteres Mal enttäuscht zu sehen, war natürlich der größte Anreiz an diesem Abend. Sie erfüllte sich auf am Ende grandiose Weise, und Nürnberg muss sich um seinen Club wohl bis auf weiteres nicht mehr sorgen. Ein hochverdientes 3:0 (0:0) gegen die Eintracht durch Tore von Julian Schieber, Robert Mak und Almog Cohen setzte die Serie der fränkischen Fußball-Festspiele fort. Erstmals seit 21 Jahren hat Nürnberg wieder vier Bundesligaspiele hintereinander gewonnen, und zumindest bis heute steht Trainer Dieter Heckings derzeit sensationelles Team auf Rang sechs notiert – um nur einen Punkt schlechter als 2006/07, als man die Liga auf diesem Rang abschloss.

Einsatzbereitschaft, Aggressivität und die nötige Portion Geduld bescherten dem Club die nächsten drei Punkte gegen Frankfurter, die es vor über 40.000 Zuschauern den Gastgebern überließen, sich ums Gelingen dieses Abends anzunehmen. Warum die Eintracht, im Jahr 2011 und nach nun sechs Rückrundenspielen, immer noch ohne eigenen Torerfolg dasteht, wurde recht anschaulich klar. Den Nürnbergern hätte man allefalls vorwerfen können, dass das Erfolgserlebnis nach vor allem in den zweiten 45 Minuten eklatanter Überlegenheit nicht höher ausgefallen war.

Die mit Verspätung gestartete Partie – ein paar Hundert Eintracht-Fans steckten im Stau und meldeten sich dann mit einem kleinen Feuerwerk im Stadion an – hatte sich zwar intensiv, aber nicht besonders ereignisreich angelassen. Frankfurts zaghaften Offensivbemühungen blieb jedweder Erfolg versagt; Nürnberg drängte zwar, fand aber trotz flexibler Spielanlage die Korridore Richtung Tor immer wieder verstellt von Gästen, die sich bemühten, den bisher angerichteten Flurschaden nicht noch zu vergrößern. Javier Pinola schoss aus 18 Metern fast genauso hoch übers Ziel hinaus (12.); Mehmet Ekici machte es per Freistoß aus aussichtsreicher Position nicht besser (21.).

Pinola kommt und gibt die Vorlage

Näher dran war Almog Cohen nach Pinolas Flanke per raffiniertem Kopfball, der das Tor knapp verfehlte (27.) – und es dauerte immerhin vierzig Minuten, ehe einer der beiden Torhüter erstmals richtig eingreifen musste. Eintracht-Routinier Oka Nikolov klärte nach Ekicis Eckball gegen seinen eigenen Innenverteidiger Marco Russ, die bis dahin beste Torgelegenheit resultierte aus einem Missgeschick. Nikolovs Nürnberger Kollege Raphael Schäfer war bei feuchtkalter Witterung bis zur Pause mehr oder weniger beschäftigungslos geblieben, und Folgen hatte die erste Halbzeit bloß für Nürnbergs Energiebündel Cohen: Im Zusammenprall mit Bundesliga-Rüpel Maik Franz holte er sich die Fünfte Gelbe Karte ab und ist damit auf Schalke gesperrt.

Almog Cohen jubelt mit seinen Kollegen über seinen Treffer zum 3:0.
Almog Cohen jubelt mit seinen Kollegen über seinen Treffer zum 3:0.
Foto: dpa
Almog Cohen jubelt mit seinen Kollegen über seinen Treffer zum 3:0.
Almog Cohen jubelt mit seinen Kollegen über seinen Treffer zum 3:0.
Foto: dpa

Jens Hegler war zwar kurz nach der Pause, nach Eiglers schöner Hereingabe, pünktlich zur Stelle, schaffte aber das Kunststück, aus fünf Metern übers Tor zu zielen (51.). Dieter Heckings Elf erhöhte die Schlagzahl und setzte die Eintracht mit schnellem Direktspiel unter Druck – nach 65 Minuten schließlich besorgte Julian Schieber mit sanfter Gewalt das Führungstor.

Der Leihspieler aus Stuttgart, beim Club zum Kandidaten für Länderspielehren gereift, nahm aus gut 26 Metern per Freistoß Maß; ziemlich genau in der Tormitte schlug der Ball zum hochverdienten 1:0 ein, es war Schiebers schon siebtes Saisontor, dem weitere hätten folgen müssen. Aber gegen Ekicis raffinierten Lupfer klärte Nikolov glänzend (77.), den schließlich der gute Philipp Wollscheid völlig freistehend aus allernächster Distanz anschoss (83.), ehe Robert Mak aus acht Metern trotz freier Schussbahn danebenhielt. Wäre ja auch fast beängstigend, wenn alles geklappt hätte. Das Finale geriet trotzdem furios: Robert Mak lupfte die Kugel von halblinks elegant in die lange Ecke: 2:0 (87.), und Almog Cohen setzte per 18-Meter-Flachschuss zum 3:0 den Schlusspunkt (90.) - nicht zu fassen: Ist das jetzt typisch Club?

Nürnberg: Schäfer; Chandler, Wollscheid, Wolf, Pinola – Simons – Hegeler (70. Mak), Cohen, Ekici (89. Mintal), Eigler (90.+1Mendler) – Schieber.

Frankfurt: Nikolov; Franz, Vasoski, Russ, Tzavellas – Schwegler, Rode – Ochs (72. Fenin), Heller (61. Köhler), Altintop (72. Amanatidis) – Gekas.

Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne). – Zuschauer: 40.853 – Tore: 1:0 Schieber (67.), 2:0 Mak (87.), 3:0 Cohen (90.). – Gelbe Karten: Cohen (5), Pinola (3) – Franz (8), Ochs (4). 



HANS BÖLLER

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DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

Ein extra Themenarchiv mit "historischen" Berichten rund um den 1. FCN finden Sie unter dem Stichwort "Club-Geschichte(n)".

Der Club-Kader in der Saison 2011/12

Galerie Kader 1. FC Nürnberg 2011/12

Die Club-Gegner in der Saison 2011/12

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