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Draußen konnte sich der Schnee nicht entscheiden, ob er nicht doch lieber Regen sein will, drinnen im Presseraum am Valznerweiher strahlte Per Nilsson. Dass Nilsson, den sie beim 1. FC Nürnberg nur Pelle rufen, strahlt, ist keine sonderlich große Überraschung. Nilsson ist ein Mensch, der die gute Laune den trüben Gedanken vorzieht, selbst wenn er eigentlich Grund hätte, etwas missmutig zu sein.
Gründe hatte er viele, seitdem er im Sommer 2010 zum 1. FC Nürnberg gewechselt ist. Er war seitdem relativ häufig verletzt und wenn er wieder hätte mitmachen können, spielte plötzlich ein anderer auf seiner Position. Nilsson hat aber dann, wenn er wieder einmal nicht Fußball spielen konnte, einfach trotzdem weiter gute Laune verbreitet.
In dieser Saison ist alles ein bisschen anders, die gute Laune passt diesmal zur guten Saison: Von 20 Bundesligaspielen hat Nilsson nur drei verpasst. „Das ist einfach toll“, sagt Nilsson über sein neues Glück, zu dem auch gehört, dass er im Januar seinen Vertrag bis 2015 verlängert hat — und dass am Montagmorgen noch sein Telefon geklingelt hat.
Der Anrufer stellte sich als Erik Hamren vor und Nilsson wusste natürlich, dass Erik Hamren der schwedische Nationaltrainer ist, auch wenn Nilsson schon seit längerem nicht mehr mit einem schwedischen Nationaltrainer gesprochen hatten.
Dabei ist er ja eigentlich schwedischer Nationalspieler. 2001 hat Nilsson als Debütant Nummer 919 Eintrag in die in die schwedische Länderspielgeschichte gefunden. Es kamen dann noch vier Länderspiele dazu, das letzte 2007, Nilsson spielte damals noch beim Allmänna Idrottsklubben aus Solna, einer Gemeinde, in der auch das neue schwedische Nationalstadion steht.
Am Mittwoch könnte in diesem Nationalstadion Nilssons Länderspiel Nummer sechs folgen. „Es hat sich einer verletzt“, erzählt Nilsson vom Telefonat mit Hamren, „und deshalb darf ich jetzt für Schweden spielen.“ Vor allem darf er gegen Argentinien spielen und Argentinien heißt auch: Lionel Messi. Die Kollegen aus Nürnberg haben ihm die besten Wünsche mit auf die Reise nach Schweden gegeben — beinahe zumindest. „Hoffentlich setzen sie dich als Linksverteidiger ein, dass Er dich richtig verarscht“, hat er in der Kabine gehört, erzählt Nilsson, Er, das ist natürlich Messi, der beste Fußballspieler des Planeten.
Nilsson ist in diesem Jahr zumindest einer der besseren Innenverteidiger der Bundesliga. Erst 27 Gegentore hat Nürnberg in dieser Saison zugelassen — es ist der siebtbeste Wert der Bundesliga, woran auch Nilsson seinen Anteil hat. Daran ändert auch nichts, dass ihm am Sonntag der Mönchengladbacher Patrick Herrmann vor dem 1:2-Anschlusstreffer der Borussia davongelaufen ist. Am Ende hatte Nürnberg ja trotzdem gewonnen und Nilsson durfte am Tag danach noch einmal ein Loblied aufs Kollektiv singen. „Wir als Nürnberg müssen als Einheit auf dem Platz stehen“, sagt Nilsson. Funktioniert das, läuft es für jeden Einzelnen gut. Zum Beispiel für das neue Duo an der Seitenlinie. „Natürlich war das auch für die Trainer wichtig“, sagt Nilsson.
So wichtig, sagt dann aber später Martin Bader, war der Sieg für Armin Reutershahn und Michael Wiesinger nun auch wieder nicht. „Er war wichtig für den Verein“, sagt der Sportvorstand, „aber er war genauso wichtig wie jeder andere Sieg auch in der Bundesliga.“
Sechs hat man in dieser Bundesligasaison nun feiern dürfen, die insgesamt 24 Punkte machen den Club zu einer Mittelfeldmannschaft, womit sie am Valznerweiher einigermaßen zufrieden sind. Verbesserungspotenzial sehen sie aber dennoch. Man will, so sagt das Wiesinger, das eigene Spiel noch etwas weiter in die Hälfte des Gegners verlagern.
„Dann sind die Wege zum Tor nicht so weit“, sagt Wiesinger, dem das zweite Tor gegen Mönchengladbach als Beispiel dient, als man den Ball an der Mittellinie erobert und Sekunden später Tomas Pekhart sein drittes Saisontor erzielt hatte. „Das war ein kleiner Kritikpunkt am Sonntag“, sagt Wiesinger, der ansonsten nicht viel Kritik üben wollte und damit dem Sportvorstand aus dem Herzen sprach. „Man hat schon gesehen, warum Mönchengladbach zuletzt neun Spiele in Serie nicht verloren hat“, sagt Bader. In Nürnberg endete die schöne Serie — weshalb ihnen allen der montägliche Schneeregen einfach nur egal war.
So. 19.05.13
So. 19.05.13
Sa. 18.05.13
Sa. 18.05.13
Sa. 18.05.13
So. 19.05.13
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Sa. 18.05.13
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