19°C

Mittwoch, 30.07. - 00:52 Uhr

|

zum Thema

Nürnberg lernt Japanisch

Hiroshi Kiyotake verstärkt zur neuen Saison den Club - 01.04.2012 12:30 Uhr

Schnell, ballgewandt, torgefährlich: Hiroshi Kiyotake aus Osaka.

Schnell, ballgewandt, torgefährlich: Hiroshi Kiyotake aus Osaka. © dapd


Martin Bader wollte es noch nicht bestätigen – „aber auch nicht dementieren“, wie der Sportdirektor des 1.FC Nürnberg ohne weitere Nachfrage ergänzte. Damit darf es nach monatelangen Verhandlungen als offiziell gelten: Hiroshi Kiyotake ist der erste Japaner, der für den 1.FC Nürnberg in der Bundesliga spielt – sodenn der Klassenverbleib gelingt.

Seit Borussia Dortmund als Trendsetter mit Shinji Kagawa einen besonderen Glücksgriff tat, blickt die Branche verstärkt gen Fernost, wo Hiroshi Kiyotake den Nachfolger für Kagawa gab – im offensiven Mittelfeld von Cerezo Osaka. Das dem Spanischen entlehnte Cerezo steht für Kirschbaum, und mit Jung-Nationalspieler Kiyotake blühen Japans Hoffnungen weiter. War die J-League einst eine Art Austragsstüberl für in die Jahre gekommene ehemalige Weltstars, sind junge japanische Fußballer mittlerweile Exportschlager – sogar relativ kostspielige. Kam Kagawa vor knapp zwei Jahren noch für eine sogenannte Ausbildungsentschädigung von etwa 300000 Euro nach Dortmund, muss Nürnberg nun etwa eine Million Euro für den 22 Jahre alten Familienvater Kiyotake, der nach der abgelaufenen Saison ins All-Star-Team der J-League gewählt wurde, überweisen. Auch Borussia Dortmund und Hannover 96 sowie die SSC Neapel aus Italiens Serie A sollen um Kiyotakes Dienste geworben haben.

Schnell, technisch stark, torgefährlich: Kiyotakes auf zahlreichen Internet-Videos gut zu besichtigende Qualitäten lassen darauf schließen, dass Martin Bader, der zweimal vor Ort in Osaka verhandelte, ein vergleichsweise sogar sehr preisgünstiger Transfer gelungen ist – „interessant“ nennt Bader die Konstellation, die, nach dem Vorbild Kagawas, nebenbei noch nicht unbeträchtliche Merchandising-Erfolge auf dem wachsenden asiatischen Fußballmarkt mit sich bringen dürfte. Ein Nürnberger Journalist hat sich gestern schon an der Volkshochschule erkundigt: Ab einer Teilnehmerzahl von acht Personen wären Japanisch-Kurse für Fußballberichterstatter ab sofort zu offerieren. 

hbö

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.