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Nürnbergs Wertanlage mit Köpfchen

Gündogan bekennt sich zum Club und ist nicht nur sportlich eine Bereicherung - 01.09.10

Nürnberg  - Der Club? Hat gute Perspektiven, meint Ilkay Gündogan, der selbst einen Großteil der guten Perspektive ausmacht. Gündogan hat sich entschieden, mindestens noch ein Jahr beim Club zu bleiben. Es ist nicht nur sportlich ein Gewinn für den 1. FCN.


Talentiert, dynamisch, deutsch: Ilkay Gündogan denkt nicht nur an Fußball.
Talentiert, dynamisch, deutsch: Ilkay Gündogan denkt nicht nur an Fußball.
Foto: Zink

Was man alles schon über Ilkay Gündogan weiß: Der 19-Jährige spielt begnadet Fußball, kam einst für wenig Geld aus Bochum zum 1. FC Nürnberg und macht - das wird immer besonders gerne betont, weil man es ja mit einem Fußballspieler zu tun hat - derzeit sein Abitur. Was man noch nicht wusste: Ilkay Gündogan schwindelt ab und an. "Ich will mich nur auf den Fußball konzentrieren", sagt Ilkay Gündogan. Das hört sich nett an, stimmt nur nicht. Gündogan ist weit davon entfernt, sich nur auf Fußball zu konzentrieren, er macht sich Gedanken weit über seinen Sport hinaus, auch wenn das im ersten Augenblick nicht so wirkt. "Bei denen hat es im Kopf nicht gestimmt", sagt Gündogan, der Fußballer mit Migrationshintergrund, über andere Fußballer mit Migrationshintergrund. Er sagt das über jene ein, zwei Generationen, die vor ihm auf Deutschlands Bolzplätzen kickten. Schon damals konnte man dort Ausnahmekönner bestaunen - eine Karriere, die bis in die Bundesliga führte, machte kaum einer.

"Eine Sache der Mentalität"

Das hat sich grundlegend geändert, Sami Khedira, ein Deutsch-Tunesier, und Mesut Özil, ein türkischstämmiger Mittelfeldspieler wie Gündogan, spielten für Deutschland jüngst eine Weltmeisterschaft, in Nürnberg hat Gündogan neuerdings Gesellschaft von Mehmet Ekici. Auch Ekicis Eltern stammen aus der Türkei, Ekici spielt trotzdem für Deutschland, und ist gerade auf dem besten Weg, sich beim 1. FC Nürnberg durchzusetzen - wie Gündogan. "Das ist eine Sache der Mentalität", sagt Gündogan über den Erfolg der Migrantenkinder, "wir haben mittlerweile deutsche Tugenden übernommen." Überraschend ist das nicht, schließlich sagt Gündogan von sich, dass er sich als Deutscher fühlt. Es bleibt einem dann kaum etwas anderes übrig, als so etwas wie deutsche Tugenden verinnerlicht zu haben. Ein wenig fühlt er sich inzwischen offensichtlich auch als Nürnberger. Fast täglich stand Gündogan in den vergangenen Wochen in der Zeitung. Das Thema: Geht er oder geht er nicht? Er ist nicht gegangen. Er ist beim 1. FC Nürnberg geblieben, obwohl vor allem die TSG Hoffenheim bereit war, viel Geld für ihn zu investieren. Sieben Millionen Euro, so wurde es kolportiert, waren die Hoffenheimer bereit, für das Talent Gündogan auszugeben.

Der Club lehnte ab, auch weil Gündogan sich zu Nürnberg bekannte. "Der 1. FC Nürnberg ist gut für meine Entwicklung", sagt Gündogan. Und das viele Geld? "Es ist nicht leicht damit umzugehen, wenn man erst 19 ist und erst ein Jahr dabei", sagt Gündogan, "das war ein ganz schöner Sprung." Es war ein Sprung, bei dem ihm seine Familie zur Seite stand, keine Entscheidung fällt, ohne dass sie im engsten Kreis diskutiert wurde. Jetzt haben diese Diskussionen vorerst ein Ende gefunden, die Transferperiode ist zu Ende, Gündogan ist erleichtert, er hat jetzt zumindest bis zum Winter Ruhe. Nun darf er sich wieder nur auf Fußball konzentrieren - und auf all die anderen Dinge, die ihn sonst noch beschäftigen. 





Zum Thema
Logo 1. FC Nürnberg
Gründungsdatum:
04.05.1900
Mitgliederzahl:
11.500


Kurzbeschreibung:
Der 1. FCN - genannt "der Club" - hat folgende Titel errungen:
Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968
DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

Ein extra Themenarchiv mit "historischen" Berichten rund um den 1. FCN finden Sie unter dem Stichwort "Club-Geschichte(n)".

Der Club-Kader in der Saison 2011/12

Galerie Kader 1. FC Nürnberg 2011/12

Die Club-Gegner in der Saison 2011/12

Galerie Gegner 1. FC Nürnberg 2011/12