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Pekhart lässt seine Kritiker verstummen

Richtige Antwort auf viele Fragen: Die 85. Minute gegen Köln - 20.02. 06:59 Uhr

NÜRNBERG  - Man sollte wissen, dass Tomas Pekhart in den 85 Minuten davor nicht viel gelungen war am Samstagnachmittag. Von seinen über zwölf Kilometern rannte er die meisten umsonst, laut Zahlenanalyse kam er durchschnittlich knapp alle drei Minuten an den Ball, der ihm zudem nur selten gehorchte.


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Pflicht erfüllt: Mit Selbstbewusstsein spielte der Club vor heimischem Publikum auf und besiegte den 1. FC Köln mit 2:1. Wie sich die einzelnen Spieler gegen Köln geschlagen hat, lesen Sie in unserer Einzelkritik

Es schien irgendwie nicht sein Tag zu sein, mal wieder. Auch intern hatte sich der lange Mittelstürmer zuletzt schon einiges anhören müssen wegen seiner nicht besonders effizienten Arbeitsweise.

Und dann die 85. Minute. Ein Tor als Antwort auf viele Fragen, die sich über Wochen gehäuft hatten. Als sein platzierter Kopfball mit Innenpfostenhilfe über die Linie hoppelte, schien Pekhart aber zunächst nicht an sich zu denken. Wichtig sei ausschließlich der Sieg gewesen, wie er anderntags auf Englisch mitteilte. Nicht seine Erfolgsquote, sondern die der Mannschaft. Weshalb ihn die anderen nach dem 2:1 auch regelrecht einfangen mussten; mit ausgestreckten Armen war Pekhart Richtung Nordkurve abgedüst und ließ sich ausgiebig feiern für seinen genialen Moment. Den einen. „Dafür“, sagt Pekhart, „spielt man Fußball.“


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Der 1. FC Nürnberg verschafft sich endlich Luft zu den unteren Plätzen der Tabelle. Mit einem souveränen 2:1 gegen Köln setzen sich die Franken erst einmal ins untere Mittelfeld ab.

Die finalen Ovationen musste sich Pekhart schwer verdienen. Bereits bei seiner Vorstellung knapp zwei Stunden zuvor hatte es ein paar unfreundliche Pfiffe gegen ihn gegeben, was sensible Fußballer wohl zusätzlich verunsichern würde. Pekhart hingegen „denkt darüber nicht nach“, ebenso ließ ihn das vielstimmige Murren nach fast jeder missglückten Aktion kalt. „Es war ein sehr schwieriges Spiel für uns“, sagte Pekhart, und, ganz klar: „Ich will in jedem Spiel treffen.“

Chancen dafür hatte er jedenfalls genug, auch heuer. Nur gegen Berlin, in Hannover, gegen Dortmund und Köln hätte er seine Bilanz locker in zweistellige Höhe schrauben können. Dass sich ihm überhaupt Möglichkeiten bieten, findet sein Trainer schon recht positiv, bloß muss Pekhart eben mehr daraus machen. Wie kurz vor Schluss, als sich Kölns Torwart Rensing bereits hingelegt hatte, Pekharts Linksschuss aus wenigen Metern aber an die Latte krachte.


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Nach dem Spiel gegen Köln waren die Clubfans sich einig: Die drei Punkte waren wichtig für den Klassenerhalt. Kerstin Wippich und Stefan Hofer für nordbayern.de

Hecking bittet dennoch um etwas Verständnis für seinen Langen. Dass der von Pekhart vollzogene Sprung aus Tschechiens höchster Klasse in die Bundesliga doch schwieriger ist als man vielleicht vermuten könnte, wird auch Pekhart jederzeit bestätigen. Lediglich Viktoria Pilsen vertritt unser Nachbarland derzeit noch international, ansonsten ist das Niveau in der dortigen Gambrinus Liga doch überschaubar. Die Umstellung fiel Pekhart nicht leicht.

Etwas hölzern

Mittlerweile scheint er zumindest auf einem guten Weg zu sein. Fünf Tore hat er selbst erzielt und immerhin vier vorbereitet, auch diverse Aluminium-Treffer stehen in seiner persönlichen Saison-Statistik. Obwohl er noch viel zu selten hoch angespielt wird. Also dort, wo Pekhart am stärksten ist.


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Die leidgeprüften Clubfans präsentierten sich nach dem knappen 2:1 Sieg gegen den 1.FC Köln in Feierlaune. Vor allem der späte Siegtreffer führte zu regelrechter Begeisterung unter den Anhängern. Wir haben auf die glücklichen Fans vor dem Easy-Credit Stadion gewartet und sie nach ihren Eindrücken vom Spiel gefragt.

Auf brauchbare Flanken wartete er auch am Samstag lange vergebens. Deswegen wich Pekhart oft nach hinten aus oder auf die Seite, um sich einzubringen. Einen Gefallen tat er sich damit nur selten, weil ihm aufgrund seiner Körperlänge einfach die Explosivität und technischen Fähigkeiten fehlen. „Hier und da sieht es noch etwas hölzern aus“, meint auch Hecking, der mindestens drei Wochen auf Pechvogel Mike Frantz (Muskelfaserriss) verzichten muss, „daran müssen wir arbeiten.“

Gemäß seiner Philosophie: Jeden Einzelnen täglich ein bisschen besser machen – das gilt selbstverständlich auch für Pekhart, der möglicherweise viel mehr kann, als er aktuell zeigt. Dass sein Club dennoch im unteren Tabellen-Mittelfeld angekommen ist mit sieben Punkte Vorsprung auf die Plätze 16 bis 18, dürfen Pekhart und seine Freunde getrost als Kompliment verstehen. Auch am Samstag war vieles in Nürnbergs Spiel lediglich gut gemeint. Für die Kölns der Liga kann es selbst so reichen – „und mit Erfolgserlebnissen“, glaubt Hecking, „finden wir auch zu einer besseren spielerischen Linie“.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Pekhart hat längst verinnerlicht, was sein Trainer meint. Auch deswegen ist er sehr beliebt, wie man nach dem Schlusspfiff sehen konnte. Selbst Zeugwart Günter Vogt ließ es sich nicht nehmen, ihm persönlich zu gratulieren. Mitten auf dem Platz. „Wir sind eine gute Mannschaft und gute Freunde“, sagt Pekhart, der nun hofft, „einen Rhythmus zu kriegen.“ Ein Gespür für Situationen. Wie am Samstag. In der 85. Minute.

Starterlaubnis für Air Pekhart: Nicht nur dem 1,94 Meter langen Club-Stürmer soll der 2:1-Erfolg gegen Köln weiteres Selbstvertrauen geben.
Starterlaubnis für Air Pekhart: Nicht nur dem 1,94 Meter langen Club-Stürmer soll der 2:1-Erfolg gegen Köln weiteres Selbstvertrauen geben.
Foto: Wolfgang Zink
Starterlaubnis für Air Pekhart: Nicht nur dem 1,94 Meter langen Club-Stürmer soll der 2:1-Erfolg gegen Köln weiteres Selbstvertrauen geben.
Starterlaubnis für Air Pekhart: Nicht nur dem 1,94 Meter langen Club-Stürmer soll der 2:1-Erfolg gegen Köln weiteres Selbstvertrauen geben.
Foto: Wolfgang Zink

 



WOLFGANG LAASS

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