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Radfahrer Freienstein: Vater ist Vorbild und Berater

Raphael Freienstein steigt für das fränkische Team Heizomat aufs Rad - 24.04.2012 07:00 Uhr

Raphael Freienstein startete beim Frühjahrspreis des RSC Fürth.

Raphael Freienstein startete beim Frühjahrspreis des RSC Fürth. © Marr


„Raphael hat die Nummer 128 und trägt ein grünes Trikot“, klärte beim Frühjahrs-Straßen-Preis des RSC Fürth in Cadolzburg ein älterer Radsport-Fan vor dem Start der U23-Amateure seine Freunde auf. Sie sprachen über Raphael Freienstein, der seit dieser Saison für das fränkische Team Heizomat fährt, denn der Name Freienstein ist im hiesigen Radsport noch immer wohl bekannt.

Raphaels Vater Thomas Freienstein war vor gut 25 Jahren als Nationalfahrer, dreifacher Deutscher Meister, Bundesliga-Gesamtsieger, WM- und Olympia-Teilnehmer zehn Jahre lang einer der besten deutschen Radsportler. Von 1982 bis 1987 trug er das blaue Trikot der legendären RSG Nürnberg — 1984 gewann er den Fürther Frühjahrspreis.

„Natürlich freue ich mich, dass Raphael ebenfalls im Radsport aktiv und erfolgreich ist“, sagt Freienstein senior, der für seinen Sohn „bester Trainer, Betreuer und Mechaniker“ ist, wie der Junior schmunzelnd erklärt. Sein Vater ist dem Radsport noch immer eng verbunden, auch als Lehrer am Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern, einer Elite-Schule des Sports. Dass er dabei sehr erfolgreich mit jungen Radsportlern arbeitet, bewies vor wenigen Tagen seine Schülerin Miriam Welte, die

in Melbourne WM-Gold im Team-Sprint auf der Bahn gewann.

Raphael Freieinstein weiß den Ratschlag seines Vaters ebenfalls zu schätzen: „Egal, ob es um Training, Ernährung oder um taktische Fragen geht, mein Vater weiß da wirklich Bescheid“, meint er. Echte Differenzen in Radsportfragen, gibt es — so der Sohn — nur ganz selten. Und wenn doch? „Dann hat meistens mein Vater recht“, sagt Raphael Freienstein lachend. Wie hart der Straßenrennsport ist, weiß Freienstein längst, denn er sitzt schon seit über zehn Jahren im Sattel.

„Nachdem mein Vater so erfolgreich war und auch mein älterer Bruder Benedikt Rennen fuhr, wollte ich das auch unbedingt tun“, erinnert er sich an den Beginn seiner Radsportkarriere, die in den beiden letzten Jahren steil nach oben ging: Seine Siege in Linkenheim und Neustadt an der Weinstraße im Jahr 2010, Platz zehn bei der Straßen-DM und Rang acht in der Thüringen Rundfahrt im Vorjahr beeindruckten auch Markus Schleicher, den Chef des Teams Heizomat. „Raphael ist ein vielversprechender junger Fahrer mit großem Potenzial. Er ist sehr ehrgeizig und zielstrebig“, lobt Schleicher seinen Neuzugang.

Umgekehrt ist auch Thomas Freienstein, der mit Schleicher einst zwei Jahre für die RSG Nürnberg fuhr, überzeugt, dass sein Sohn in guten Händen ist: „Markus hat sehr viel Erfahrung, und er kann sehr gut mit jungen Fahrern umgehen, sie verstehen und motivieren.“ Thomas Freieinstein ist überzeugt, dass derzeit in Deutschland nur einige wenige Trainer mit ähnlichen Qualitäten zu finden sind. Es werde Jahr für Jahr schwieriger, auf dem neuesten Stand zu sein. Der Leistungsdruck ist enorm, denn jedes Team muss seinen Sponsoren möglichst über die gesamte Saison gute Ergebnisse liefern. Raphael Freienstein hofft, das zu schaffen: Mit Hilfe von Markus Schleicher — und natürlich mit dem Rat des Vaters. 

MANFRED MARR

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