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Rams: Das ewige Ärgernis mit der Favoritenrolle

„Wir haben jetzt genau das, was wir nicht wollten“: Die Nürnberg Rams hadern mit Tabellenplatz eins - 14.05.2012 07:00 Uhr

Nürnberg  - Eigentlich wollten die Nürnberg Rams erst einmal ankommen in der zweiten Liga. Nun stehen die Footballer aber bereits nach dem ersten Saisonspiel an der Tabellenspitze und fragen sich, wie man die Favoritenrolle wieder loswird.

Angetrieben von den eigenen Cheerleadern und etwa 400 Zuschauern stürmen die Nürnberg Rams zum Saisonauftakt das Spielfeld.
Angetrieben von den eigenen Cheerleadern und etwa 400 Zuschauern stürmen die Nürnberg Rams zum Saisonauftakt das Spielfeld.
Foto: Eduard Weigert
Angetrieben von den eigenen Cheerleadern und etwa 400 Zuschauern stürmen die Nürnberg Rams zum Saisonauftakt das Spielfeld.
Angetrieben von den eigenen Cheerleadern und etwa 400 Zuschauern stürmen die Nürnberg Rams zum Saisonauftakt das Spielfeld.
Foto: Eduard Weigert

Die neue Saison ist gerade einmal 60 Minuten alt und schon muss Matthias Lippert auf die Euphorie-Bremse treten. „Unser vorrangiges Ziel ist es, nicht abzusteigen“, so hatte der Pressesprecher und Vize-Präsident der Nürnberg Rams vor der Saison die Zielvorgabe beschrieben, und daran soll sich auch nach dem ersten Spiel, das die Nürnberg Rams mit 21:13 gegen die Kirchdorf Wildcats gewonnen haben, nichts ändern.

„Nach der Hinrunde können wir schauen, ob wir unsere Ziele noch einmal neu definieren müssen — vorher nicht“, sagt Lippert, der sich mit der Tatsache, dass die Rams nach dem ersten Spieltag aufgrund der besten Punktedifferenz die Tabellenführung innehaben, noch nicht ganz anfreunden kann. „Jetzt haben wir eigentlich genau das, was wir nicht wollten“, sagt Lippert kopfschüttelnd und provoziert damit die nächste Nachfrage. „Naja, umgekehrt wäre es besser, nämlich, wenn wir am Ende der Saison ganz oben stehen würden, und nicht schon zu Beginn“, lautet die Antwort auf die Frage, was denn an einer Tabellenführung so schlecht sei.


Sich nach vier Aufstiegen in Folge erst einmal in der zweiten Liga akklimatisieren und dann aus der Verfolgerposition die vorderen Plätze angreifen; so in etwa hatte man sich das bei den Verantwortlichen der Rams vorgestellt, doch nun müssen schon nach dem ersten Spieltag lästige Fragen zum Thema Favoritenrolle beantwortet werden.

Lippert erzählt deshalb lieber von den Erfolgen der Jugendmannschaft, die nach vier Spieltagen die Tabelle in der Bayernliga Nord anführt oder flüchtet sich in die Spielanalyse. „Die Defense hat heute ihren Job sehr gut gemacht“, sagt der Mann, der früher selbst für die Rams auf dem Platz stand, über ein phasenweise hektisches Spiel, das auf beiden Seiten von zahlreichen Fehlern und Regelverstößen geprägt war.

Ein A für jeden Spielzug

„Konzentrationsprobleme“, lautet die Erklärung von Quarterback Gary Lautenschlager, „völlig normal am Anfang einer Saison, wir müssen uns erst noch einspielen.“

Ist er trotzdem zufrieden mit dem Saisonauftakt? „Jaaaa...“, zögert Lautenschlager und hinter jedem langgezogenen „a“ verbirgt sich mindestens ein Spielzug, der noch besser hätte ausgeführt werden können.

„Nach der Pause haben wir für ein paar Minuten den Rhythmus verloren“, erklärt Lautenschlager, „wenn uns das nicht passiert, können wir weitermarschieren und gehen als klarer Sieger vom Feld.“ Dass den Rams dieser Rhythmus plötzlich abhandenkam, lag auch daran, dass sich der Quarterback nach einem heftigen Tackling der Wildcats eine kleine Auszeit nehmen musste.

Der Aufstieg sei sein Saisonziel, hatte Lautenschlager vor wenigen Tagen im Interview mit dieser Zeitung gesagt. Widerspricht er damit nicht die Vorgabe der Verantwortlichen? „Ich habe lediglich gesagt, dass ich jedes Spiel gewinnen möchte“, sagt der Quarterback, und setzt ein smartes Lächeln auf, „die logische Konsequenz daraus wäre dann der erste Platz.“ Logisch. Und wenn am Ende dabei der Aufstieg herausspringt, würde sich wohl niemand bei Lautenschlager beschweren.
  

VON SEBASTIAN GLOSER


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