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Herr Schäfer, wie finden Sie als Torwart sich im neuen 4-4-2-System zurecht?
Schäfer: Gut, wie in jedem anderen System.
War eigentlich nicht ganz ernst gemeint.
Schäfer: So habe ich die Frage auch verstanden.
Weniger lustig verlief die Vorrunde, auch für Sie. Woran lag’s?
Schäfer: Dass ich lange verletzt war und die Mannschaft vielleicht auch deswegen in einen Strudel geriet.
Herr Hecking nennt Pech als Hauptursache für den insgesamt durchwachsenen Verlauf der Hinserie. Ist es nicht gefährlich, den Spielern ein Alibi zu geben?
Schäfer: Die Mannschaft stand unter einem Erwartungsdruck, dem sie nur schwer gerecht werden konnte. Man muss doch nur sehen, welche Spieler uns im Sommer verlassen haben. Und, stimmt schon, wir hatten wirklich sehr viel Pech. In entscheidenden Szenen und mit Verletzungen. Dafür sind 18 Punkte doch gar nicht so schlecht.
Aber senden Sie und ihr Trainer damit nicht die falschen Signale aus?
Schäfer: Wir können es schon ganz gut einordnen. Und wissen, wie es der Trainer meint. Nach innen spricht er vieles aber anders an als nach außen, das können Sie mir glauben.
Auch, dass Sie wieder 100-prozentig fit sind?
Schäfer: Es fehlen noch Kleinigkeiten, aber die kriegt man nur über Spiele wieder her.
Waren Sie nach Ihrem Syndesmoseriss vielleicht zu ehrgeizig? Wollten zu früh wieder dabei sein?
Schäfer: Darüber kann man diskutieren, aber ich wollte der Mannschaft helfen. Schon gegen Freiburg.
Immerhin hatten Sie nach sechs Wochen Gips nur zwei Wochen Vorbereitung bis zum Comeback.
Schäfer: Irgendwann muss man ja wieder anfangen. Im Fußball trifft man regelmäßig Entscheidungen, mit denen man aber, da haben Sie schon Recht, auch mal danebenliegen kann. Wie vor dem Hannover-Spiel, als ich mich fit spritzen ließ. Hätte ich gewusst, dass in meinem Bein mehr kaputt ist, hätte ich nicht gespielt. Aber daraus kann man nur lernen. Auch mit 32.
Hatten Sie nicht auch das Gefühl, dass die Fans zuletzt kritischer mit Ihnen umgegangen sind als in früheren Jahren?
Schäfer: Die wollten einfach den alten Raphael Schäfer wieder sehen. Wenn man ein Bein sechs Wochen überhaupt nicht belasten darf, braucht es danach einfach eine gewisse Zeit.
Wann können die Zuschauer wieder mit ihrem alten Raphael Schäfer rechnen?
Schäfer: Ich bin auf einem guten Weg. Die letzten Spiele waren schon wieder ganz okay. Aber ich weiß natürlich schon, dass ich in Nürnberg nicht unter Denkmalschutz stehe. Zumal Alexander Stephan, der auch 2012 die Nummer zwei ist, und Patrick Rakovsky nicht nur in Belek phasenweise überragend hielten.
Glauben Sie, dass es für Sie demnächst mal eng werden könnte?
Schäfer: Ich will noch drei, vielleicht vier Jahre spielen, natürlich am liebsten beim Club. Wie lange noch als Nummer eins, wird man sehen.
Wenn Sie einen Torwart-Wunsch frei hätten: Welcher wäre das?
Schäfer: Elfmeter zu halten. Und wahrscheinlich die perfekte Strafraum-Beherrschung. Aber ich bin nun mal ein Linien-Torwart und werde mich nicht mehr großartig ändern. Oliver Kahn ist 20 Jahre fast nur auf der Linie geblieben und war trotzdem weltklasse. Ein, zwei Stufen darunter arbeiten wir daran, dass es besser wird mit dem Herauslaufen. Nur werde ich bestimmt nicht mehr die Strafraumpräsenz eines Manuel Neuer haben. Deswegen ist er bei Bayern und Nationaltorhüter und ich in Nürnberg.
Der junge Rakovsky gilt als Ihr potenzieller Nachfolger. Trauen Sie es ihm zu?
Schäfer: Pat hat schon vieles. Im Eins-gegen-eins ist er ganz stark, er spielt auch sehr gut mit. Außerdem zeigte er bei seinem Debüt in Dortmund eine Ruhe, die nicht selbstverständlich ist für einen 18-Jährigen.
Stephans Vertrag hingegen endet im Sommer, er ist auch schon 25. Was raten Sie ihm?
Schäfer: Axel hat zwei Möglichkeiten: Wenn er damit zufrieden ist, zweiter Mann zu sein, soll er bleiben, ich würde mich sehr freuen. Wenn er aber regelmäßig spielen möchte, muss er woanders hin. Auch wenn es sehr schade wäre.

Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12