7°C
Donnerstag, 23.05. - 04:04 Uhr
Login
Info
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos!
Passwort vergessen
Info
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!

E-Mail-Adresse
Druckversion

Schäfer: Nur in Nürnbergs Rangliste ganz oben

Raphael Schäfer hat eine gute Rückrunde gespielt, kommt bei Experten aber schlecht weg - 05.07.2012 06:59 Uhr

NÜRNBERG  - „Spielte meist solide, stach aber fast nie positiv heraus“: So wurde Raphael Schäfer unlängst von einem Fachblatt beurteilt. Und ist damit einer der schlechtesten Torhüter der Bundesliga. Kaum zu glauben.

Torwart, Kapitän, Publikumsliebling: Raphael Schäfer ist schon 33, aber trotzdem in jeder Hinsicht die unumstrittene Nummer eins des 1. FC Nürnberg — und wird es auch bleiben.
Torwart, Kapitän, Publikumsliebling: Raphael Schäfer ist schon 33, aber trotzdem in jeder Hinsicht die unumstrittene Nummer eins des 1. FC Nürnberg — und wird es auch bleiben.
Foto: Sportfoto Zink / DaMa
Torwart, Kapitän, Publikumsliebling: Raphael Schäfer ist schon 33, aber trotzdem in jeder Hinsicht die unumstrittene Nummer eins des 1. FC Nürnberg — und wird es auch bleiben.
Torwart, Kapitän, Publikumsliebling: Raphael Schäfer ist schon 33, aber trotzdem in jeder Hinsicht die unumstrittene Nummer eins des 1. FC Nürnberg — und wird es auch bleiben.
Foto: Sportfoto Zink / DaMa

Auch der Torwart lacht schon wieder oft und viel, besonders angetan hat es ihm Hiroshi Kiyotake. Der kleiner Japaner kann kaum Deutsch, lernt aber praktisch minütlich zu. „Der läuft ständig mit einem kleinen Wörterbuch herum“, erzählt Raphael Schäfer von einem Spaziergang mit dem neuen Kollegen, und wenn Kiyotake etwas wissen will, zeigt er einfach mit dem Finger drauf. Auto, Baum, Trainer – „er hat alles aufgeschrieben“.

Weniger lustig fand die Nummer eins des 1. FC Nürnberg die Montagsausgabe des kicker. In der positionsspezifischen „Rangliste des deutschen Fußballs“ taucht Schäfer nicht auf, nicht mal etwas weiter unten im sogenannten „Weiteren Kreis“. Dafür sollen unter anderem die Abstiegstorhüter Thomas Kraft (Hertha BSC) und Michael Rensing (1. FC Köln) in der Rückrunde konstant besser gewesen sein als Nürnbergs Kapitän, auch Diego Benalgio (VfL Wolfsburg) oder Jaroslav Drobny (HSV). Schriftliche Begründung: „Durchwachsene Rückrunde des Nürnbergers. Spielte meist solide, stach aber fast nie positiv heraus.“

24 Punkte, 21 Gegentore


Dass Schäfer nach kicker-Noten auf einen ordentlichen Durchschnitt von knapp 3,03 kam, spricht allerdings für ihn. Ebenso die Erfolge seiner Nürnberger; satte 24 Punkte holte der Club im neuen Jahr, nur 21 Gegentreffer zeugen zudem von einer stabilen Defensive. Die beim Club normalerweise der Torwart dirigiert. „Ich wüsste nicht“, sagt Schäfer, „wann und wo ich der Mannschaft großartig geschadet haben soll.“

„Meist solide“: Es klingt wie ein Kompliment, ist aber wohl nicht so gemeint. „Ich bin aus dem Alter heraus, um mir groß darüber Gedanken zu machen“, sagt Schäfer, mit 33 Jahren steht er auch schon mal über gewissen Dingen. Ein bisschen geärgert hat ihn die Bewertung des Fachblatts aber doch. Dass er in der Retrospektive so schlecht wegkommt, kann er nicht durchgängig erklären. Vorwerfen könne man ihm zwei Auftritte; am zweiten Spieltag gegen Hannover ließ er sich trotz eines erst später diagnostizierten Syndesmoserisses fitspritzen, am zwölften Spieltag gegen Freiburg wollte er unbedingt wieder dabei sein, seinen Kollegen helfen. Obwohl er zuvor rund sechs Wochen Gips getragen hatte und sich mit 14 Tagen Vorbereitung begnügte bis zum Comeback. Ein Fehler.

Ansonsten aber gab es an Schäfers Saison 2011/2012 nicht viel auszusetzen. Dass seine Reflexe stärker sind als die Strafraumbeherrschung, weiß er selbst. „Aber ich bin nun mal ein Linien-Torwart und werde mich nicht mehr großartig ändern“, sagte er bereits vor einem halben Jahr im Interview mit dieser Zeitung. Was nicht heißen soll, dass er sich damit abfindet. Schäfer schuftet auch in seiner zwölften Sommervorbereitung beim Club, als wäre es seine erste. Als ob er sich und seinen Fans noch etwas beweisen müsste. Muss er aber nicht.

Schäfer ist der Club, wie kein anderer aus dem aktuellen Aufgebot. Seit 2001 steht er für Nürnberg zwischen den Pfosten; den Abstecher zum VfB Stuttgart korrigierte er selbst, indem er nach einem enttäuschenden Jahr wieder heimkehrte. Zu einem Zweitligisten, aber das war Schäfer damals egal. Hauptsache Nürnberg. Hier fühlt er sich wohl, hier ist er zu Hause. Und daran wird sich vorerst auch nicht viel ändern.

Sein Arbeitsvertrag endet erst im Juni 2014, so lange will Schäfer noch auf höchstem Niveau Bälle fangen oder fausten, mindestens. Sein Nachfolger dürfte Patrick Rakovsky werden, die Frage ist eigentlich nur wann. 2012/2013 soll der 19-Jährige wieder so oft wie möglich in der Regionalliga-Elf Spielpraxis sammeln, Alexander Stephan wird höchstwahrscheinlich die Nummer zwei hinter Schäfer bleiben. Der alte und wohl auch neue Kapitän ist aber unantastbar. Erst recht nach einer auch von ihm guten Rückrunde.

„Ich weiß, was ich kann“, sagt Schäfer nur, sein Trainer schätzt ihn auf und neben dem Platz. Schäfer ist der Anführer, der Leitwolf, der Chef. Der auch die Neuen an die Hand nimmt, um ihre Integration zu forcieren. „Positiv überrascht“ hat ihn dabei, ganz klar: der kleine Japaner. „Man sieht, dass er Fußballspielen kann“, sagt Schäfer. Und bereit ist, fleißig zu lernen, auch die Sprache. „Ich bin mir sicher“, flachst Schäfer, „dass Kiyo in drei Monaten besser Deutsch spricht als einige andere bei uns.“ Die schon etwas länger da sind. 

VON WOLFGANG LAASS


Ihr Kommentar

Name:
 
 Bitte beachten Sie unsere Netiquette.
Info
Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.


Zum Thema
Logo 1. FC Nürnberg
Gründungsdatum:
04.05.1900
Mitgliederzahl:
über 14.000


Kurzbeschreibung:
Titel, Tränen und Triumphe: Der 1. FC Nürnberg blickt auf eine bewegte, mittlerweile über 113-jährige Geschichte zurück. Seine größten Erfolge feierte der Club in den "goldenen" 20er Jahren, als alleine fünf der insgesamt neun Meisterschaften gelangen. Bis in die 60er Jahre gehörte der Verein zu den ganz großen Namen des deutschen Fußballs. Doch mit dem erstmaligen Abstieg aus dem Oberhaus 1969 begann ein jahrzehntelanges Tief. Abstiege und Skandale prägten den Verein, der sich in dieser Zeit den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft verdiente und 1996 gar in die drittklassige Regionalliga abstürzte. Erst im neuen Jahrtausend konsolidierte sich der Verein und knüpfte mit dem DFB-Pokalsieg 2007 an alte Zeiten an - sehr zur Freude der treuen und großen Anhängerschaft des FCN.

Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968

DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

Ein extra Themenarchiv mit "historischen" Berichten rund um den 1. FCN finden Sie unter dem Stichwort "Club-Geschichte(n)".

Der Club-Kader in der Saison 2012/13

Galerie Kader 1. FC Nürnberg 2011/12

Zum Thema
Suche wird durchgeführt...