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Schröck plant Abstecher nach Nepal

SpVgg-Urgestein möchte für die Philippinen spielen – wenn ihn das Kleeblatt lässt - 16.02. 13:45 Uhr

FÜRTH  - Zweite Bundesliga oder Asien-Cup, Fürth oder Kathmandu oder vielleicht doch alles zusammen: Stephan Schröck, Fußballprofi bei der Spielvereinigung Greuther Fürth, stehen möglicherweise turbulente Wochen bevor.

Das Hemd passt schon: Der Fürther Publikumsliebling Stephan Schröck im Trikot des philippinischen Nationalteams.
Das Hemd passt schon: Der Fürther Publikumsliebling Stephan Schröck im Trikot des philippinischen Nationalteams.
Foto: Eduard Bopp
Das Hemd passt schon: Der Fürther Publikumsliebling Stephan Schröck im Trikot des philippinischen Nationalteams.
Das Hemd passt schon: Der Fürther Publikumsliebling Stephan Schröck im Trikot des philippinischen Nationalteams.
Foto: Eduard Bopp

Stephan Schröck könnte jetzt auch bei 20 Grad und Sonnenschein trainieren. In Dubai. Auf der arabischen Halbinsel bereitet sich die Nationalmannschaft der Philippinen derzeit auf die zweite Runde des Asien-Cups vor. Dabei kassierte der 157. der Fifa-Weltrangliste in einem Testspiel eine 0:3-Niederlage gegen Usbekistan. Ohne Schröck, seinen Spielmacher. Der übt stattdessen im winterlichen Ronhof, um topfit im kommenden Auswärtssspiel beim FC Ingolstadt (Sonntag, 13.30 Uhr) aufzulaufen. Fragt sich nur, wo?

Der in Schweinfurt geborene Sohn eines Deutschen und einer Philippinin, einst ausschließlich ein Mann für die Offensive, ist inzwischen ein wahrer Ausbund an Vielseitigkeit. In Fürth half der 25-Jährige, der normalerweise auf dem linken Flügel wirbelt, zuletzt wieder zweimal in eindrucksvoller Manier als rechter Verteidiger aus. Das sind zwei Jobs, die im hochspezialisierten Profifußball normalerweise in etwa so vereinbar sind wie eine gleichzeitige Mitgliedschaft bei den Grünen und bei der CSU. Doch damit nicht genug: In der philippinischen Nationalmannschaft gibt Schröcki, wie sie den 1,70 Meter großen Publikumsliebling in Fürth nennen, den Regisseur, den Zampano im zentralen offensiven Mittelfeld.



Auf den Philippinen, berichtet Alfons Schunk, eine Art Verbindungsmann zwischen dem asiatischen Inselstaat und dem deutschen Fußball, ist Schröck ein Star. Nationaltrainer Michael Weiß (46), der einst mit Kleeblatt-Trainer Mike Büskens (43) die Fußball-Lehrer-Ausbildung des DFB durchlaufen hat, bezeichnet ihn als seinen „verlängerten Arm auf dem Spielfeld“. Anfang nächster Woche, so Schunk, wird Weiß Fürth besuchen. Sein Anliegen ist eindeutig: Schröck soll in Nepal spielen.

Das Dasarath Rangsala Stadium in Kathmandu liegt auf knapp 1500 Meter über Meereshöhe und fasst rund 25000 Zuschauer. Von einer der Steintribünen aus wacht eine Buddha-Figur über den Ort, an dem 1988 infolge einer Massenpanik nach einem Hagelsturm 80 Menschen starben. Vom 5. bis zum 17. März tragen unter anderem dort acht Teams in Turnierform die zweite Runde des Asien-Cups aus. Die beiden Finalisten sind für die Asien-Meisterschaften 2015 qualifiziert. „Die Chance gibt es in zehn Jahren nur einmal“, sagt Stephan Schröck, „für die Philippinen wäre die Quali das Größte überhaupt.“ Deswegen ist er innerlich so hin- und hergerissen. „In Fürth können wir mit dem Aufstieg ja auch etwas Einmaliges schaffen.“

Vertragsverhandlungen stocken

Ob Schröck, der immer noch leicht an den Folgen einer Knochenhautentzündung zu tragen hat, den Alltag in der Zweiten Liga und das Abenteuer mit der Nationalelf unter einen Hut bringen kann, ist offen. Eventuell einigt man sich auf einen Kompromiss. Die Begegnung zwischen den Philippinen und Malaysia am 29. Februar fällt in den offiziellen Fifa-Kalender. Das heißt, die Spielvereinigung müsste Schröck eigentlich freigeben.


Falls Nationaltrainer Weiß in diesem Fall auf seinen Mittelfeld-Star verzichtet, könnte ihm die Spielvereinigung nach dem Heimspiel gegen Aachen (9. März) entgegenkommen. Möglicherweise düst Schröck unmittelbar nach Spielschluss gen Kathmandu, bestreitet dort ein oder zwei Partien und ist rechtzeitig vor der Reise zu 1860 München wieder zurück. Ein fraglos strapaziöser Plan.

Vereinspräsident Helmut Hack hält sich noch bedeckt. „Wir müssen erst die Entwicklung in den nächsten Tagen und Wochen abwarten“, sagt der 62-Jährige. Zum Leidwesen Schröcks spielt Hack offenbar auch in einer anderen Angelegenheit auf Zeit. „Bis jetzt“, sagt der dienstälteste Profi des Kleeblatts enttäuscht, „habe ich nicht den Eindruck, dass die Spielvereinigung alles dafür tut, damit ich hier bleibe.“ Schröcks Vertrag läuft am Saisonende aus.

Es geht ums Geld, nur ums Geld. Schröck beteuert, er würde liebend gern bleiben, sogar ohne Aufstieg, müsse aber auch an seine Zukunft denken und entsprechend verdienen. Zwischen dem Angebot des Klubs und seiner Forderung bestehe ein „ziemlich großer Spielraum“. Pfiffig, wie er nicht nur auf dem Spielfeld ist, hat der kleine Dribbler aber auch eine Lösung des Problems parat: „Ich sorge im Pokal-Halbfinale einfach selber dafür, dass genug Geld da ist.“
  



VON KURT HEIDINGSFELDER

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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Im Jahr 1994 gelang die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga, 1996 trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt. Zurzeit ist die SpVgg Greuther Fürth durch die ununterbrochene Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga seit 1997 der "dienstälteste" Zweitligist. Im Volksmund wird der Verein auch als "Kleeblatt" bezeichnet.