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Dass Geld nicht glücklich mache, ist eine stark hinterfragenswerte Behauptung. Wer sich nicht irgendwann dafür entschieden hat, sein Leben als Eremit zu verbringen, dürfte um die Segnungen einer nicht immer zu knapp bemessenen finanziellen Ausstattung zumindest wissen. Mit überzähligem Geld kann man allerhand Schönes anstellen, zum Beispiel — wenn auch nicht als Normalverbraucher — Fußballer kaufen (wobei man jetzt auch gar nicht wüsste, was man als Normalverbraucher mit einem gekauften Fußballer eigentlich anstellen sollte, für die Gartenarbeit taugen sie vermutlich eher kaum).
Felix Magath hat es da besser, er ist Fußballtrainer und kauft und verkauft Fußballer im Großhandelsstil, weshalb man — wenigstens als Normalverbraucher — oft gar nicht mehr versteht, wie Magaths Im- und Exportladen eigentlich genau funktionieren soll. Andererseits hat der Individualist Magath ja längst einen Zug ins Eremitenhafte getan, und Presseberichten zufolge könnte es sogar etwas einsam um ihn werden. Die meisten Fußballer wollen trotz der schönen VW-Millionen angeblich nur noch weg aus Wolfsburg, was den Vorteil hätte, dass Magath noch mehr Neue kaufen könnte, aber in Wolfsburg sorgt man sich trotzdem ein wenig um die Außenwirkung.
Um das Binnenklima ist es derweil schlecht bestellt; überhaupt ist das gerade so eine Sache mit den drei Konzernvereinen. Beim VfL Wolfsburg, einer hundertprozentigen Tochter der Volkswagen AG, mag der Ball so wenig ins Rollen kommen wie bei der TSG 1899 Hoffenheim, deren Kapital zu 96 Prozent der SAP-Gründer Dietmar Hopp stellt. Hopps Fußball-Supermarkt ist indes gerade dabei, sich zu verkleinern. Für Srdan Lakic (aus Wolfsburg natürlich) soll es jetzt noch reichen, aber ansonsten hat nicht nur Hopp genug vom Geldverpulvern, sondern auch der Anhang genug vom Millionärsverein. Die Stimmung? Untergang, letzte Katastrophe, null Chancen auf den Klassenerhalt — so skizziert der nette Trainer Holger Stanislawski das gefühlte Befinden, und wenigstens in Leverkusen wird man sicher mitfühlen können.
Bei Bayer 04, einer hundertprozentigen Tochter der Bayer AG, hat man sich einen besonders teuren Fußballer gekauft, um das Image des ewig etwas grauen Werksvereins etwas aufzupolieren. Michael Ballack machte allerdings nicht richtig mit bei diesem „Projekt“ (Bayer-Geschäftsführer Holzhäuser), er spielte nur ordentlich Fußball, weshalb jetzt ein großes Gezeter eingesetzt hat und Ballack als Fehlinvestition irgendwie schuld daran sein soll, dass es nicht recht vorangeht bei Bayer. Es gehört nicht viel dazu, um die Debatte als vermeintlich volksnah inszeniertes Ablenkungsmanöver zu durchschauen; „viel Geld, aber wenig Ehre“, heuchelt Bild vorweg, und gut bei alldem sieht trotzdem nur Michael Ballack aus. Er schweigt. Wer Stil hat, spricht nicht über Geld.
