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Bei anderen Klubs brennen an solchen Tagen Fahnen, werden Mannschaftsbusse blockiert, aggressive Sprechchöre skandiert. Im Ronhof blieb es nach dem 0:3 der Spielvereinigung Greuther Fürth gegen Mainz 05 so friedlich wie immer. Statt Krawall wählte ein Teil der Kleeblattfans am Samstag eine subtile und deswegen besonders brutale Form der Unmutsbezeugung: spöttischen Beifall.
Jung Bin Park, der spät eingewechselte 18 Jahre alte Flügelspieler, hatte einen an sich brauchbaren Distanzschuss abgefeuert. Sein Pech bestand darin, dass das vor ihm keiner seiner Kameraden gewagt hatte, dass das Kleeblatt in der 82. Minute längst am Boden lag, dass Parks feine Einzelleistung wie das Aufbegehren eines Flohs in der Faust eines Riesen wirkte. Lächerlich. Und das schmerzte mehr als der gellendste Pfiff. „Wenn man von den eigenen Fans ausgelacht wird“, sagte Kapitän Mergim Mavraj später, „geht das an die Ehre, ans Herz, an den Stolz.“
Nach dem zehnten nicht gewonnenen Heimspiel, der sage und schreibe zwölften Saisonniederlage, fiel im Ronhof so mancher Satz, der aus der üblichen Phrasendrescherei nach einem Bundesligaspiel ausscherte. Die Enttäuschung bei den Gastgebern saß einfach zu tief. Fürths Fußballer spielten wie Absteiger und redeten zum Teil schon fast wie Absteiger. Trainer Mike Büskens sprach von der „schwierigsten Situation“ in seiner Trainerkarriere. Ein kreidebleicher Stephan Fürstner erklärte: „Jeder gibt hundert Prozent, aber irgendwo ist da eine Blockade, die wir einfach nicht lösen können.“ Und Rouven Schröder, der neue Sportliche Leiter des Kleeblatts, stellte gallig fest: „Das Groteske ist, dass wir immer noch nur vier Punkte Abstand zum Relegationsplatz haben.“ Er meinte: trotz einer solchen Leistung.
Mittelfeldrenner Fürstner postulierte tapfer, die Spielvereinigung hätte den ebenfalls „stolpernd“ kombinierenden Mainzern vor der Pause kaum Entfaltungsmöglichkeiten gegeben und bei zwei, drei eigenen Angriffen wieder nicht konsequent genug abgeschlossen. Wenn man unter einer Torchance allerdings eine Aktion versteht, die den Gegner vor echte Probleme stellt, dann hatten die Gastgeber diesbezüglich herzlich wenig vorzuweisen. In der Anfangsphase, als noch Hoffnung bestand, scheiterten Zoltan Stieber und Christopher Nöthe im gegnerischen Strafraum bereits an der Ballannahme. Unterm Strich lieferte der Tabellenletzte eine Vorstellung ab, die dem Endspielcharakter der Begegnung in keiner Weise gerecht wurde.
Die fröstelnden Zuschauer sahen über weite Strecken Fußball zum Abgewöhnen. Dem einstigen Angstgegner aus dem Rheinland genügte ein biederer, in entscheidenden Situationen mit Cleverness gewürzter Auftritt um den „Fürth-Fluch“ des FSV ein für alle Mal ins Reich der Legenden zu verweisen.
An der notorischen Harmlosigkeit der Fürther konnte auch der in Pause eingewechselte neue Stürmer Nikola Djurdjic nichts ändern. Ihm fehlte genauso wie vorher Christopher Nöthe die Unterstützung durch seine Nebenleute. In Fürths Angriff wäre momentan wahrscheinlich sogar Lionel Messi aufgeschmissen.
Und hinten zu null spielen, das kann der verunsicherte Aufsteiger auch nicht. Das 0:1 entsprang einer Nachlässigkeit von Sercan Sararer. Der erneut extrem enttäuschende türkische Nationalspieler ließ Junior Diaz flanken. Danach parierte Torhüter Wolfgang Hesl einen Schuss von Andreas Ivanschitz, aber Adam Szalai setzte erfolgreich nach. Vor dem 2:0 mündete eine Rettungsaktion von Thomas Kleine nahtlos in eine schöne Vorlage für Yunus Malli. Die Entstehungsgeschichte des 3:0 beschrieb noch einmal exemplarisch das ganze Dilemma des Kleeblatts: Djurdjic hatte eine Einzelleistung mit einer Mischung aus Schuss und scharfer Eingabe abgeschlossen, ein Mainzer Verteidiger war dazwischen gefahren – und im Gegensatz zu ähnlichen Situationen auf der Gegenseite hatte eben kein Fürther in zweiter Reihe gelauert.
Stattdessen konnten die Gäste unbedrängt auf Angriff umschalten und mit einem weiten Pass Szalai einsetzen. Das Gros der Hausherren verharrte offensichtlich orientierungslos im Niemandsland an der Mittellinie. Szalai stupste den Ball an Hesl vorbei ins Netz.
Dass dem gefährlichen Ungarn vorher noch ein Strafstoß versagt worden war, fiel nicht mehr ins Gewicht. Das Kleeblatt konnte am Samstag kaum noch tiefer fallen. „Spätestens jetzt“, meinte Stephan Fürstner, „haben wir gar nix mehr zu verlieren.“
Fürth: Hesl; Zimmermann, Kleine, Mavraj, Baba – Pekovic – Sararer, Fürstner, Zillner (69. Asamoah), Stieber (69. Park) – Nöthe (46. Djurdjic).
Mainz: Wetklo; Pospech, Svensson, Noveski, Junior Diaz – Baumgartlinger, Malli (84. Ede) – Müller, Ivanschitz, (67. Kirchhoff), Caligiuri (46. Risse) – Szalai.
Schiedsrichter: Fritz (Korb). – Zuschauer: 14425. - Tore: 0:1 Szalai (53.), 0:2 Malli (65.), 0:3 Szalai (84.) – Gelbe Karten: Fürstner (5) – Malli, Müller (4), Szalai (5).

Mo. 20.05.13
Mo. 20.05.13
Sa. 18.05.13
Sa. 18.05.13
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Mo. 20.05.13
Mo. 20.05.13
Mo. 20.05.13
So. 19.05.13
So. 19.05.13