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Squash-EM in Nürnberg

England dominiert mit seinen Posterboys - 04.05.2012 07:00 Uhr

Squash der absoluten Weltklasse: Der Engländer Nick Matthew (rechts) ließ dem Eckentaler Lokalmatadoren Raphael Kandra keine Chance.

Squash der absoluten Weltklasse: Der Engländer Nick Matthew (rechts) ließ dem Eckentaler Lokalmatadoren Raphael Kandra keine Chance. © Anestis Aslanidis


Holland scheint der deutschen Mannschaft zu liegen — zumindest im Squash. Denn sowohl die deutschen Männer als auch die Frauen feierten bei der Squash-Europameisterschaft in Nürnberg wichtige Gruppensiege über die Niederlande. Ihre Grenzen bekamen die Deutschen hingegen von den englischsprachigen Teams aufgezeigt. So unterlagen die Damen zum Auftakt klar gegen Irland und die Herren bekamen in ihrem zweiten Spiel die überwältigende Stärke der Engländer zu spüren.

Überhaupt ist England im Squash seit Jahrzehnten das Maß aller Dinge. Mickrige viermal gelang es in den vergangenen knapp 40 Jahren einer anderen Nation, den europäischen Thron zu erklimmen. „Squash ist wohl der letzte Sport, den wir erfunden haben und in dem wir immer noch die Besten sind“, sagt Nick Matthew. Der Brite war bis vor kurzem noch Weltranglistenerster und hat nun den Platz mit seinem Mannschaftskollegen James Willstrop getauscht. Welchen Rang der 31-Jährige im internationalen Squashgeschehen einnimmt, demonstriert sein Bild auf den Werbepostern, die ein namhafter Sponsor großflächig über die Hallen verteilt hat.

Um geeignete Wettkampfbedingungen für die Athleten zu schaffen, hat der Sportpark Nord in der Andernacher Straße seinen regulären Spielbetrieb für mehrere Tage eingestellt und das gesamte Gelände in eine große Squashanlage verwandelt. Auf den Badmintonplätzen befindet sich die Spielermensa, einige der Squashcourts wurden in Kraft-, Massage- und Presseräume umfunktioniert. Da in Nürnberg sowohl die A- als auch die B-Gruppen um Titel und Auf- und Abstieg kämpfen, tummeln sich 33 Nationalmannschaften aus 21 Ländern auf dem begrenzten Gelände.

Wer sich den Weg zur 400 Zuschauer fassenden Tribüne vor dem beeindruckenden vierseitigen Glas-Centercourt im extra dafür aufgebauten Großzelt bahnt, der sieht auf jedem Meter ein anderes Nationaltrikot. Dabei vermischt sich das internationale Stimmengewirr mit dem knallenden Aufprallgeräusch der Bälle und der warmen, stehenden Luft. Die familiäre Atmosphäre unterstreicht eine spanische Spielerin, die ihr Baby im Kinderwagen durch die Gänge schiebt.

Heute: Halbfinalspiele

An die Spitzenteams aus England und Frankreich reicht das deutsche Männerteam zwar nicht heran, doch bescheinigt Nick Matthew der deutschen Nummer eins, Simon Rösner, das Talent, bald aus den derzeitigen Top Zwanzig in die Top Ten vorzustoßen und der bisher beste deutsche Squashspieler zu werden.

Sina Wall, die derzeit stärkste deutsche Frau, bleibt in Nürnberg nur die Zuschauerrolle. Vor eineinhalb Monaten zog sich die 42. der Weltrangliste einen Kreuzbandriss zu, doch kompensierten ihre Mannschaftskolleginnen ihren Ausfall mit großem Teamgeist und qualifizierten sich durch einen 2:1-Erfolg über die Schweiz für das heutige Halbfinale (10 Uhr). 

VON MARKUS ERLWEIN

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