Immerhin, die Sache mit dem Frühstück ist nun geklärt. Dieter Hecking wird die Nacht nach der Partie bei Hannover 96 zu Hause in Bad Nenndorf verbringen, ist ja ganz in der Nähe, die Familie freut sich. Nur Hecking selbst hatte am Mittwoch vor seinem Ausflug noch eine kleine Sorge: „Falls wir gewinnen, weiß ich nicht, ob ich am Samstag in Hannover noch Brötchen bekommen würde.“ Am Donnerstag gab es dann am Valznerweiher eine Breze für Hecking. Notfalls, das gab der Spender Hecking mit auf den Weg, könne er das Gebäck am Samstag ja einfach im Kaffee aufweichen.
Es war eine Vorsichtsmaßnahme, die Hecking freuen dürfte. Wer Brezeln schenkt, rechnet schließlich auch mit einem Erfolg in Hannover, der vom Trainer so häufig gegeißelte fränkische Pessimismus machte nach dem Vormittagstraining mal eine kurze Pause. Zwei Bundesliga-Spiele ohne Gegentreffer haben dem Selbstvertrauen am Valznerweiher gutgetan. Sorgen haben sie beim FCN trotzdem noch, unter anderem mit Blick auf die Offensive, obwohl zuletzt in Leverkusen und gegen Berlin gleich fünf eigene Treffer gelangen.
Gänzlich zufrieden aber ist Hecking nicht. Gestern ließ er deshalb Tomas Pekhart in der B-Elf trainieren, Christian Eigler und Alexander Esswein durften im kleinen Experiment mit der Stammformation üben. Der Wechsel wäre eine Überraschung: Vier Tore hat Pekhart erzielt, vier Treffer vorbereitet, verpasst hat er nur die Auftritte gegen Bremen (gesperrt) und in Gelsenkirchen (Trauerfall in der Familie), ansonsten stand der Tscheche immer in der Startelf. Heute könnte er erstmals den Beginn eines Bundesligaspiels auf der Bank erleben.
Vielleicht wollte Hecking seinen treffsichersten Spieler aber auch nur ein wenig ärgern. Dass Hecking am Tag vor einer Bundesliga-Partie nicht immer die Elf, die dann anderntags spielt, auch gemeinsam üben lässt, hat in der jüngeren Vergangenheit Dominic Maroh erfahren müssen. Immer wieder durfte der sich im Herbst die gelben Trainings-Hemden der Stammkräfte überziehen — und musste dann 24 Stunden später doch nur wieder Timm Klose bei der Arbeit zusehen. Erst am 14. Spieltag schaffte es Maroh mit der Mannschaft auf ein Bundesliga-Spielfeld, mit der er am Tag zuvor trainiert hatte.
Für Pekhart könnte es auf dem umgekehrten Weg etwas schneller gehen. Lange hatte Hecking den engagierten Stürmer in Schutz genommen und ihn dann Anfang November milde getadelt: „Tomas muss sich mehr einbringen, er darf nicht darauf warten, dass ihm die Bälle auf den Fuß fallen.“ Ende Dezember traf Pekhart dann auch mal wieder — per Kopf in Leverkusen. „Ich beurteile ihn nicht danach, wie viele Tore er schießt“, sagte Hecking nach dem überzeugenden Auftritt bei Bayer.
Vielleicht aber beurteilt er ihn danach, wie gut er ins System passt. Und das hat Hecking gerade erst geändert, lässt nun mit zwei Angreifern spielen, weil er hofft, dass sein Team so häufiger mal ein Tor schießt. Heute womöglich mit Eigler und Esswein, vielleicht auch in Zukunft — falls sie denn gewinnen in Hannover.
Nürnberg: Schäfer; Feulner, Wollscheid, Maroh, Hlousek – Didavi, Cohen, Simons, Hegeler – Esswein, Eigler.

Do. 23.02.12
Do. 23.02.12
Mi. 22.02.12
Mi. 22.02.12
Mi. 22.02.12