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Tomlinson: Spaß ja, Gaudi nein

Mit Nürnbergs neuem Coach soll Eishockey wieder Freude machen - 30.05.2012 13:02 Uhr

Neuer Dompteur im Tigerkäfig: Trainer Jeff Tomlinson.

Neuer Dompteur im Tigerkäfig: Trainer Jeff Tomlinson. © Zink


Als neuer Trainer der Ice Tigers wurde Jeff Tomlinson spätestens seit Jahresanfang hartnäckig gehandelt, einen Vertrag in Nürnberg unterschrieb der ehemalige DEG-Coach aber erst Mitte März. „Mit meinem Namen wurde viel früher spekuliert, als dass etwas Konkretes dran war“, meinte der Deutschkanadier bei seiner offiziellen Vorstellung ungefragt zu dem Thema. Auf die Nachfrage, wann genau feststand, dass er nach Nürnberg kommen würde, antwortete Tomlinson nach längerem Überlegen dann aber doch nur mit „dieses Jahr“.

„Echte Typen“

Bei der Saison-Vorschau im Nürnberger Ofenwerk schilderte der neue Coach der Ice Tigers eloquent sein Konzept. Dabei nahm das Wort „Charakter“ eine zentrale Rolle ein. Um die Wiederholung einer Saison wie der letzten zu vermeiden, „ist Charakter ganz wichtig“, erklärt Tomlinson. Dabei meint der 42-Jährige mit dem englischen Wort „character“ aber nicht unbedingt immer das von ihm verwendete deutsche Äquivalent, sondern viel mehr den Begriff eines „echten Typen“.

„Charaktere“, so Tomlinson, habe man daher verpflichtet. Er hat in Nürnberg auch schon ein paar getroffen und bringt aus Düsseldorf solche mit. Einfluss aber, dass die Ex-DEG-Akteure Reimer, Nowak, Kaufmann und James auch seinetwegen zu den Ice Tigers gewechselt sind, hätte er kaum gehabt. „Doch im Nachhinein bin ich unglaublich glücklich“, gibt Tomlinson zu. Gerne hätte er sogar noch mehr Düsseldorfer mitgenommen, konkrete Namen wollte er aber nicht nennen.

Tomlinsons alte Spieler sollen ihm auf jeden Fall dabei helfen, seine Philosophie — „harte Arbeit und Spaß können auch zusammenpassen“ — nun den Nürnberg Ice Tigers zu vermitteln. „Aber es gibt keine Gaudi auf dem Eis“, stellt er klar. Immerhin klingt es für die leidgeprüften Nürnberger Fans durchaus vielversprechend, was Tomlinson für die kommende Saison ankündigt: „Weil wir so offensiv ausgerichtet sein werden, werden wir einige Spiele sicher hoch verlieren“, erklärte er und fuhr fort: „Dafür werden wir aber viel mehr Spiele gewinnen.“

Tomlinson selbst beschrieb sich als positiven Menschen, der seinen Akteuren genau das vermitteln will. Hart, aber herzlich. Eishockeyspieler wollen spielen, und genau das will er in seinem System auch zulassen. Unter der Devise „Toreschießen macht Spaß“ sollen die neuen Ice Tigers die meiste Zeit im gegnerischen Drittel verbringen.

Keine DEG-Clique

Auch wenn naheliegend ist, dass ihn seine ehemaligen Düsseldorfer bei der Umsetzung seiner Ziele unterstützen sollen, wird er sie in der Kabine jedoch auseinander setzen, damit sich erst gar keine Clique bilden kann. Außerdem hat er in den Katakomben der Arena noch einen weiteren Schachzug geplant: „Der Spaß am Eishockey muss zurückkehren und das muss auch in der Kabine spürbar sein. Deswegen werden wir sie etwas umbauen.“

Was letzte Saison tatsächlich in der Kabine passiert sei, wüssten aber sowieso nur diejenigen, die dabei waren. Wie schon Patrick Reimer, wollte sich auch Jeff Tomlinson nicht anmaßen, „von außen“ über die vergangenen Geschehnisse zu urteilen.

Damit sich die neuen und alten „Charaktere“ bis Saisonbeginn bestens verstehen, will der Trainer in der Vorbereitung viele teambildende Aktivitäten unternehmen. Und damit die Pressevertreter Jeff Tomlinson noch genauer durchschauen, lud er sogar zu einem Taktik-Tag ein, „damit Sie verstehen, warum wir so spielen, wie wir spielen werden“. Man darf also gespannt sein. 

VON MARKUS ERLWEIN

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