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Ungewohnte Perspektive für Fürths Dauerbrenner

Erstmals seit zweieinhalb Jahren war Thomas Kleine außen vor - 05.02.2013 06:59 Uhr

FÜRTH  - Der Sieg auf Schalke lässt die Spielvereinigung Greuther Fürth in der Bundesliga wieder vom Klassenerhalt träumen. Einer der erfahrensten Profis des Kleeblatts wird den vergangenen Spieltag dennoch nicht ausschließlich in guter Erinnerung behalten können.

Erstmal außen vor? Zumindest auf Schalke fehlte Thomas Kleine in Fürths Startelf.
Erstmal außen vor? Zumindest auf Schalke fehlte Thomas Kleine in Fürths Startelf.
Foto: Sportfoto Zink / WoZi
Erstmal außen vor? Zumindest auf Schalke fehlte Thomas Kleine in Fürths Startelf.
Erstmal außen vor? Zumindest auf Schalke fehlte Thomas Kleine in Fürths Startelf.
Foto: Sportfoto Zink / WoZi

Im Wochen-Magazin dieser Zeitung wird stets ein Foto abgedruckt, an dem irgendwas nicht stimmt. Die Leser müssen dann herausfinden, was wegretuschiert oder hinzugefügt wurde. Wer die Fotos betrachtet, die nach dem 2:1-Sieg des Kleeblatts bei Schalke 04 geschossen wurden, könnte den Eindruck gewinnen, dass hier lauter „Mogelbilder“ im Umlauf sind. Denn selbst da, wo sich die jubelnden Fürther gut erkennbar nebeneinander vor dem eigenen Fanblock aufbauen, fehlt von ihm jede Spur. Unglaublich.


Thomas Kleine (35) hatte gestern wie alle Fürther Fußballprofis frei. Telefonisch war er nicht zu erreichen. Womöglich musste der Innenverteidiger in aller Ruhe das Gefühl verarbeiten, plötzlich nur noch zweite Wahl zu sein und im Trainingsanzug auf der Fürther Ersatzbank zu hocken. Vor allem in seinem Fall kommt das einer Zäsur gleich.

Schon Kleines erste Zeit beim Kleeblatt (2003 bis 2007) kennzeichnete eine rekordverdächtige Konstanz. Unterm Strich fehlte er damals in vier Spielzeiten ganze fünfmal. Nach weniger arbeitsamen Aufenthalten bei Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach kehrte der gelernte Heizungsbauer 2010 nach Fürth zurück. Und wie: In den vergangenen zweieinhalb Jahre hatte Thomas Kleine an sage und schreibe jedem Punktspiel der Spielvereinigung mitgewirkt.

Bis zum vergangenen Samstag. Plötzlich bildeten Kapitän Mergim Mavraj und Lasse Sobiech die Abwehrzentrale. Trainer Mike Büskens hatte seine Ankündigung wahr gemacht und die seit langem bestehende Hierarchie innerhalb der Mannschaft angetastet. Der 21 Jahre alte Sobiech, der in der Hinrunde so viel Geduld bewiesen hatte, machte seine Sache ordentlich, die Mannschaft hat endlich wieder gewonnen. Nach den ungeschriebenen Gesetzen des Fußballs dürfte damit feststehen, dass Kleine auch im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr) zuschauen muss.


Bilderstrecke zum Thema
Felix Klaus und Nikola Djurdjic haben die monatelange Durststrecke der SpVgg Greuther Fürth am Samstag ausgerechnet in Gelsenkirchen - der alten Wirkungsstätte von Coach Mike Büskens - beendet. Beim 2:1-Auswärtscoup verdienten sich der Siegtorschütze und Neuzugang Jozsef Varga bei unseren Usern sogar eine 1 vor dem Komma.

Trainer Büskens bemühte sich am Samstag indes, die Degradierung des ehemaligen Mannschaftskapitäns wie einen Liebesdienst aussehen zu lassen: „Thommy macht wirklich einen überragenden Job. Er kennt keinen Schmerz. Thommy ist eine Sensation.“

Sensationell an Kleine war immer seine Leistungsbereitschaft. Wo andere Spieler eine mehrwöchige Reha-Maßnahme beanspruchten, spielte der 1,91 Meter lange Schlacks einfach weiter. Diejenigen, die ihn bereits zu Beginn der Saison für ein Auslaufmodell hielten, belehrte er eines Besseren. In einer in den ersten Bundesligaspielen häufig von einer Verlegenheit in die nächste stürzenden Kleeblatt-Abwehr machte der Routinier anfangs noch die beste Figur.

Vor dem in mehrfacher Hinsicht extrem wichtigen Spiel auf Schalke sah es im Training mal so aus, als ob dem neuen, harten Kurs von Trainer Büskens nicht Kleine, sondern sogar Kapitän Mavraj zum Opfer fallen könnte. Die Botschaft dürfte dennoch angekommen sein: Beim Tabellenletzten gibt es vorerst keine Stammplätze mehr.

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Unverhofft kommt oft: Mit einem Last-Minute-Tor von Nikola Djurdjic gewinnt die SpVgg Greuther Fürth mit 2:1 beim FC Schalke 04 und sendet damit ein nicht mehr für möglich gehaltenes Lebenszeichen im Tabellenkeller.

 

VON KURT HEIDINGSFELDER


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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Spielvereinigung jedoch nie wieder an die großen Erfolge anknüpfen und sich folglich auch nicht für die 1963 gegründete Bundesliga qualifizieren.
Mit dem Sturz bis in die Landesliga versank der Traditionsverein in den 80er Jahren endgültig in der Bedeutungslosigkeit. Aufwärts ging es erst wieder 1994, als die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga gelang. Zwei Jahre später trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Seitdem gehören die Geldsorgen der Vergangengeit an, der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt.
Seit 1997 spielte die Spielvereinigung ununterbrochen in der 2. Bundesliga, bis im Mai 2012 endlich der ersehnte Aufstieg in die Bundesliga gelang. Dort allerdings blieb der Erfolg aus, so dass Fürth in der Saison 2013/2014 wieder im Unterhaus antreten muss. Seine Heimspiele trägt der Verein, der im Volksmund "Kleeblatt" genannt wird, dann wie gewoht im altehrwürdigen Ronhof aus. Ein geplanter Stadionneubau am Rhein-Main-Donaukanal hat sich Ende 2012 zerschlagen.


Deutscher Meister: 1914, 1926, 1929


Der Kleeblatt-Kader in der Saison 2012/13
Galerie Kader SpVgg Greuther Fuerth 2012/13
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