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Vom richtigen und vom falschen Frustabbau

Ohne ihre Besten steigern sich die Ice Tigers immerhin zu einem ordentlichen Spiel in Mannheim - 29.01. 21:09 Uhr

NÜRNBERG/MANNHEIM  - Mit dem Rückstand wächst wieder der Frust: Wie man damit umgehen kann, zeigten die Thomas Sabo Ice Tigers an diesem Wochenende.

Wieder in der Abwärtsspirale? Zwei Pleiten kassierten die Tigers zuletzt.
Wieder in der Abwärtsspirale? Zwei Pleiten kassierten die Tigers zuletzt.
Foto: Zink
Wieder in der Abwärtsspirale? Zwei Pleiten kassierten die Tigers zuletzt.
Wieder in der Abwärtsspirale? Zwei Pleiten kassierten die Tigers zuletzt.
Foto: Zink

Statt zu antworten, presste Peter Draisaitl die Lippen zusammen, blickte sich zweimal um, grinste und schwieg vielsagend. Was soll er auch sagen zu der ständigen Frage nach seiner und der Zukunft vieler seiner Spieler, wenn er auf diese Fragen selbst keine Antworten bekommt? Also sagte Draisaitl nichts und machte damit an diesem Freitagabend als einer von lediglich zwei Nürnbergern eine gute Figur.

Trainer Draisaitls Mannschaft war den im bisherigen Saisonverlauf nur unwesentlich weniger enttäuschenden Krefeldern mit 0:2 (0:1, 0:0, 0:1) unterlegen. Der Trainer fand das nicht annähernd so frustrierend wie viele der bis dahin erstaunlich leidensfähigen Zuschauer. „Ich fand tatsächlich, dass wir nicht so schlecht unterwegs waren“, sagte Draisaitl. Die Fans fanden tatsächlich, dass die Ice Tigers so schlecht wie selten unterwegs waren und verabschiedeten die Spieler mit so in der Arena noch nicht gehörten Unmutsbekundungen in die Kabine. Recht hatten beide — irgendwie.



Yan Stastny und Eric Chouinard verfolgten das Pfeifkonzert von der Tribüne aus. Stastny und Chouinard sind Antreiber, Spielmacher, Torschützen, kurz, die herausragenden Persönlichkeiten und: derzeit verletzt. Ohne Stastny und Chouinard wirkten die Ice Tigers bemüht, aber kopflos. Der einzige Spieler — und damit der zweite Nürnberger, der eine gute Figur machte —, der sich davon nicht beeinflussen ließ, war der Torhüter. Patrick Ehelechner verhinderte ein frühes Debakel, als er klare Chancen vereitelte. Auch am Sonntag war er Nürnbergs Bester, der Abstand zum Rest beim 2:3 (1:0, 1:1, 0:2) in Mannheim aber nicht mehr ganz so groß.

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Nicht schlecht gespielt, aber vorne nichts getroffen: Die Ice Tigers haben am Freitag gegen Krefeld 0:2 verloren.

Draisaitls Team unterlag auch im zweiten Spiel des Wochenendes, bei im bisherigen Saisonverlauf sehr wohl überzeugenden Mannheimern jedoch knapp. Außenstürmer Shane Joseph, dem die undankbare Aufgabe zugeteilt wurde, Mittelstürmer Stastny in der ersten Angriffsreihe zu ersetzen, münzte die ungewohnte Nürnberger Überlegenheit in das frühe 1:0 um. Einen solchen Frustabbau hätte sich Draisaitl von dem Kanadier auch am Freitagabend gewünscht, wenngleich der Trainer kaum glauben mochte, dass sich tatsächlich Joseph im Nachspiel daneben benommen haben sollte.

Versöhnte Fans


Am Sonntag wurde Joseph deshalb wenig freundlich vom Nürnberger Anhang begrüßt und sechseinhalb Spielminuten später gefeiert. Zumindest ihre noch immer reiselustigen Fans haben die Ice Tigers jedenfalls wieder versöhnt. Nürnberg kämpfte, ging das Mannheimer Tempo mit und hatte Pech, dass Adrian Grygiel statt ins Tor die Unterkante der Latte traf.

Erst im Mitteldrittel normalisierten sich die Kräfteverhältnisse, trotzdem gingen die Ice Tigers nach dem nett herausgespielten Ausgleich von Jamie Sifers (23.) noch einmal in Führung. Zu seinem dritten Saisontreffer kam Brad Leeb, nur ob der Verletzungen vom Dauerkarteninhaber eines Tribünenplatzes zum Erste-Reihe-Stürmer befördert, allerdings eher glücklich.

Es war das letzte Hurra der Ice Tigers, danach drehte das DEL-Spitzenteam die Partie durch die Treffer von Yanick Lehoux (47.) und Marcus Kink (51.). Ohne Jame Pollock, der aus dem besten aller Gründe fehlte und seiner hochschwangeren Frau beistand, mangelte es den Ice Tigers an Kraft und Können. In dieser Woche kehren Thomas Sabo und Manager Lorenz Funk nach Nürnberg zurück. Vielleicht gibt es dann wieder Antworten.

Nürnberg: Ehelechner; Schüle/Leask, Butenschön/Kemp, Traynor/Walter – B. Leeb/Joseph/Collins, Aab/Barta/Frosch, Oblinger/G. Leeb/Bayda, Grygiel/Fischhaber/Ehliz. – Tore: 0:1 Joseph (6:29), 1:1 Sifers (22:22), 1:2 Leeb (30:42), 2:2 Lehoux (46:48), 3:2 Kink (50:12). – Schiedsrichter: Piechaczek/Haupt. Zuschauer: 9677.Strafminuten: 8 – 8. 



pmü/seb

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Kurzbeschreibung:
Die Nürnberg Ice Tigers sind ein Verein in der Deutschen Eishockey Liga DEL; seit Mai 2009 firmiert die Mannschaft unter dem Namen Thomas Sabo Ice Tigers. Hervorgegangen ist das Profiteam aus dem Eishockeycklub EHC 80 Nürnberg, der seit 2009 auch wieder als Stammverein fungiert. Heimspielstätte ist seit 2001 die Arena Nürnberger Versicherung. Die größten Erfolge waren bislang die erreichten Meisterschafts-Finalserien in den Jahren 1999 und 2007, in denen die Nürnberger jeweils an Rekordmeister Adler Mannheim scheiterten. Nach der Trennung von Headcoach Andreas Brockmann nach drei verlorenen Spielen zum Saisonauftakt 2011/12 werden die Ice Tigers seit dem 26. September 2011 vom ehemaligen Nationalspieler Peter Draisaitl trainiert.


Der Ice-Tigers-Kader in der Saison 2011/12

Galerie Kader 1. FC Nürnberg 2011/12