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Das gar nicht so sehr verwöhnte Publikum reagierte mit Sarkasmus. „Oh, wie ist das schön“, sangen Leverkusens Anhänger, als sich die Partie gegen den 1. FC Nürnberg ihrem Ende zuneigte. Ebenfalls nett: „Deutscher Meister wird nur der SVB.“ Dann widmete man sich doch wieder den ernsthaften Dingen und hatte da mal eine Frage: „Und ihr wollt gegen Barca spielen?“
Wollen sie nicht nur, sie müssen. Im Champions-League-Achtelfinale trifft der SV Bayer Leverkusen auf den FC Barcelona. Über die Auslosung am Freitag hatte man sich tatsächlich gefreut bei Bayer. 24 Stunden später war man sich nicht mehr so sicher, ob man sich auf Spaniens Meister tatsächlich freuen soll. Als Leverkusens Anhang seine Sangeskünste entdeckte, stand es in der Bundesliga-Partie zum Hinrunden-Abschluss nämlich schon 3:0 – für den 1. FC Nürnberg.
Drei Tage vor dem Pokalderby gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth ist dem 1. FC Nürnberg der überzeugendste Auftritt der Saison gelungen. Für Barcelona würde es wahrscheinlich trotzdem noch nicht reichen, einen Sieg gegen Fürth traut man sich nun aber wieder umso mehr zu.
Von der ersten Minute an spielte die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking so, wie man es aus der Vorsaison von ihr gewohnt war. „Wir haben unsere Kompaktheit wiedergefunden und aggressiv gespielt“, sagte Hecking nach 90 wunderbaren Minuten. Dass sie in den entscheidenden Situationen diesmal auch endlich wieder ein wenig Glück hatten, wollte auf Nürnberger Seite niemand bestreiten – ein glücklicher Sieg war der in Leverkusen dennoch nicht.
Es hatte schon alles mit einer Überraschung begonnen: Markus Feulner ersetzte Timothy Chandler als Rechtsverteidiger, Almog Cohen rückte für Alexander Esswein in das Team, das vor einer Woche noch 0:2 gegen Hoffenheim verloren hatte.
Knapp fünf Minuten brauchte Nürnberg, um zu erkennen, dass Leverkusen an diesem Nachmittag zu schlagen ist. Knapp acht Minuten brauchte Nürnberg, um 1:0 in Führung zu gehen: Christian Eigler bediente Daniel Didavi per Traumpass über 40 Meter – die Stuttgarter Leihgabe traf aus sieben Meter ins lange Eck zur Führung. 14 von Nürnberg dominierte Minuten später gab es Eckball für den Club, die Hereingabe von Marvin Plattenhardt durfte Jens Hegeler aus elf Metern unbedrängt zum 1:0 verwerten.
Es folgte Nürnbergs einzige passive Phase an diesem Nachmittag – und Leverkusens einzige Großchance. Raphael Schäfer aber parierte erst mit dem Kopf gegen Derdiyok und fing dann den Nachkopfball von Michael Ballack. Es ging in die Pause und Leverkusens Publikum übte sich zunächst noch an der Vorstufe des Singens: Man pfiff gemeinsam.
Ein Aufbäumen wollte dem Gastgeber aber auch nach dem Wechsel nicht gelingen, stattdessen traf nach 73 Minuten der lange glücklose Pekhart per Kopf – wieder hatte Plattenhardt einen Eckball hereingegeben. Nürnberg hätte bei etwas mehr Konsequenz einen noch höheren Sieg feiern können, hatte seinen Trainer aber auch so zufrieden gestellt. „Wenn wir so spielen, gelingt uns das auch“, sagte Hecking. Und weil man das nach dieser Partie leicht vergessen könnte: Er sprach über den Abstiegskampf.

Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
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Mo. 21.05.12
Fr. 18.05.12
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Do. 17.05.12
Do. 17.05.12
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