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Warum Kiyotake in Nürnberg glücklich ist

Der Japaner vom Club über Shoppen, DVD-Gucken und Interviews - 12.01.2013 07:00 Uhr

Auch Kiyotake steckt das Trainingslager in den Beinen - auch wenn er es sich anstrengender vorgestellt hat.

Auch Kiyotake steckt das Trainingslager in den Beinen - auch wenn er es sich anstrengender vorgestellt hat. © Zink


Herr Kiyotake, es hat hier in Südspanien fast 20 Grad, Sie trainieren aber trotzdem in langer Hose. Gibt’s dafür einen Grund?

Kiyotake: Nein, eigentlich nicht.

Wie stecken Sie die Belastungen des Trainingslagers weg? Ein paar Spieler stöhnen schon gewaltig.

Kiyotake: Ganz ehrlich: Ich hatte es mir anstrengender vorgestellt. Aber ein bisschen müde bin ich schon auch.

Es hieß, nach über 50 Einsätzen seit März sei Ihr Akku im Dezember ziemlich leer gewesen. Stimmt das?

Kiyotake: Wenn Sie das sagen. Ich habe es nicht so empfunden. Aber mein Körper wohl schon.

Der zweiwöchige Heimaturlaub in Oita hat also richtig gutgetan?

Kiyotake: Ich konnte entspannen, ja.

Werden Sie in Japan nun anders wahrgenommen, seitdem Sie ein kleiner Star sind in der Bundesliga?

Kiyotake: Davon habe ich zu Hause nicht viel mitgekriegt.

Und für Sie? Was hat sich für Sie konkret verändert?

Kiyotake: Eigentlich nicht viel. Ich denke, dass ich noch lange nicht am Ziel bin, dass ich noch viel besser spielen kann als bisher. Ich fühle mich zurzeit wieder irgendwie wie zu Beginn meiner Karriere.

Wie meinen Sie das?

Kiyotake: Nun, ich denke nicht groß nach, sondern konzentriere mich einfach nur auf Fußball. Das ist alles. Das ist im diesjährigen Trainingslager ja nicht besonders schwer.

Sie teilen sich ein Zimmer mit Sebastian Polter — wie verständigen Sie sich da eigentlich?

Kiyotake: Ich gehe sehr früh ins Bett, ansonsten schaue ich DVDs.

Was für DVDs?

Kiyotake: Japanische natürlich.

Wie verkraften Sie die ungewohnt vielen Interkontinentalflüge in letzter Zeit?

Kiyotake: Ach, das ist kein besonderes Problem, ich fliege ja Business Class, da kann ich mich gut entspannen. Einen Jetlag spüre ich nur, wenn ich in Japan gelandet bin, ansonsten nicht.

Klingt danach, als seien Sie wunschlos glücklich derzeit?

Kiyotake: Kann man so sagen.

Wie läuft denn so ein Tag bei den Kiyotakes in Nürnberg ab?

Kiyotake: Aufstehen, trainieren, nach Hause fahren, abendessen, schlafen.

Und wenn Sie mal frei haben?

Kiyotake: Wir sind gerne zu Hause oder gehen auch gerne zusammen Shoppen. Ab und zu besuchen wir auch mal eine andere Stadt.

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Wo waren Sie denn schon überall? Wie Millionen Japaner vor Ihnen in Rothenburg ob der Tauber? Heidelberg? Neuschwanstein?

Kiyotake: In München und in Frankfurt. Weil Takashi Inui da spielt.

Ihren ehemaligen Kollegen Shinji Kagawa hat es nach Manchester verschlagen. Stehen Sie noch in Kontakt zu ihm? Immerhin ist er eigens zu Ihrer Verabschiedung nach Osaka gekommen.

Kiyotake: Das war natürlich eine große Ehre für mich. Hin und wieder telefonieren wir, wir reden über dies und das.

Am 15. Juni darf Japan den Confederations Cup in Brasilia gegen Gastgeber Brasilien eröffnen. Haben Sie so einen Saison-Höhepunkt schon im Hinterkopf?

Kiyotake: Ich bin in der Nationalmannschaft ja nicht gesetzt, es wird da um jeden Platz gekämpft. Ich muss mich einfach weiter anstrengen. Natürlich auch in der WM-Qualifikation. (Japan fehlt nur noch ein Sieg aus drei Partien, d. Red.)

Und in Nürnberg.

Kiyotake: Genau.

Haben Sie Hobbys? Außer Fußball?

Kiyotake: Ich spiele gerne mit Kindern.

Ihr kleiner Sohn ist etwas über ein Jahr alt, Sie sind 23 und schon länger verheiratet. Übernehmen Sie gerne Verantwortung?

Kiyotake: Seit ich eine Familie habe, muss ich mich ganz besonders und noch mehr anstrengen, denn ich bin jetzt nicht mehr allein. Ich bin jetzt auch für andere zuständig.

Mögen Sie eigentlich Interviews?

Kiyotake: Sagen wir so: Es ist eine Umstellung für mich. Japanische Journalisten fragen mehr nach Fußball und weniger nach dem Privatleben.

Andersherum: Gibt es eine Frage, die Sie sich stellen würden, wenn Sie Journalist wären?

Kiyotake: Eigentlich nicht.

Herr Kiyotake, vielen Dank für das Gespräch. 

Interview: Wolfgang Laaß

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