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Wechsel auf die Ersatzbank

Schieber, Gündogan, Ekici: Drei ehemalige Spieler des 1. FC Nürnberg suchen das Glück - 23.02. 06:59 Uhr

NÜRNBERG  - Er wolle, begründete Mehmet Ekici seinen Wechsel vom 1. FC Nürnberg zu Werder Bremen, „zu einem großen Spieler reifen“. Wenn am Samstag sein Ex-Verein nach Bremen kommt, darf er aber wahrscheinlich nicht einmal mitspielen — es geht ihm damit ähnlich wie zwei alten Kollegen.

Damals in Bremen: Mehmet Ekici, Ilkay Gündogan und Julian Schieber (von links) nach einem von drei Nürnberger Treffern im Weserstadion.
Damals in Bremen: Mehmet Ekici, Ilkay Gündogan und Julian Schieber (von links) nach einem von drei Nürnberger Treffern im Weserstadion.
Foto: Zink
Damals in Bremen: Mehmet Ekici, Ilkay Gündogan und Julian Schieber (von links) nach einem von drei Nürnberger Treffern im Weserstadion.
Damals in Bremen: Mehmet Ekici, Ilkay Gündogan und Julian Schieber (von links) nach einem von drei Nürnberger Treffern im Weserstadion.
Foto: Zink

Es war einer dieser Tage, die die letzte Saison des 1. FC Nürnberg so besonders machten. Der 30. Oktober 2010 ist im Bremer Weserstadion hoch im Norden noch ein wenig trüber als im Rest der Republik, aber für Dieter Hecking scheint die Sonne. Fünf Minuten sind gespielt, als der SV Werder in Führung geht, 85 Minuten später legt der Club-Trainer alle Zurückhaltung ab: „Das war überragend, wie wir hier gespielt haben, besser geht es nicht.“

Kurz vor der Pause gelingt Ilkay Gündogan, nach Vorarbeit von Julian Schieber, der Ausgleich. Kurz nach der Pause schießt Mehmet Ekici, nach Vorarbeit von Julian Schieber, das 2:1. Am Ende, Gündogan trifft noch ein zweites Mal, steht es 3:2. Nürnberg spielte damals im Herbst ausgelassen Fußball. „Für die vergangenen zehn Monate“, sagte Hecking, „dürfen wir uns ruhig auch mal loben.“


Auf Platz neun waren sie nach der Partie in Bremen geklettert. Um eine Ahnung davon zu bekommen, dass es in Nürnberg nicht immer so schön bleiben würde, hätte man nach dem Abpfiff den Blick auf Ekici aber gar nicht mehr gebraucht. Der türkische Nationalspieler hatte Trikots getauscht: „LEBENSLANG GRÜN WEISS“, stand nun auf Ekicis Hemd.

Knapp ein halbes Jahr später wechselte Ekici nach Bremen, sein Vertrag läuft zwar nicht lebenslang, aber immerhin bis 2015. Gündogan ging nach Dortmund, Schieber zurück zum VfB Stuttgart. Ausgelassen spielten ihre Nachfolger beim 1. FCN seitdem nur selten. Den drei Hauptdarstellern vom Bremen-Spiel geht es aber nicht besser.

Am letzten Samstag, als sich Heckings Club zu einem 2:1 gegen Köln kämpfte, saßen Ekici, Schieber und Gündogan 90 Minuten auf der Bank. Ekici beim Nordderby in Hamburg, Gündogan beim Auftritt des Meisters in Berlin und Schieber bei Stuttgarts 2:4 in Hannover.

Schieber war lange verletzt, Gündogan muss sich erst an das neue System unter Jürgen Klopp gewöhnen, trifft beim Champions-League-Teilnehmer zudem auf starke Konkurrenz. Und Ekici? Fremdelt offensichtlich in seinem zweiten Jahr in der Bundesliga ein wenig. Fünf Millionen Euro hat Werder für Ekici an den FC Bayern überwiesen. Bislang zahlt sich das nicht aus. Erst zehnmal stand Ekici auf dem Platz, wenn eine Bundesliga-Partie Werders angepfiffen wurde. Sein einziger Treffer gelang ihm: im Frankenstadion, beim 1:1 im Hinspiel.

„Eine andere Nummer“

In der Winterpause schien es endlich besser zu werden. „Ich fühle mich viel besser, komme immer besser in Schwung. Ich merke einfach, dass es besser läuft“, verriet er der Bild-Zeitung. Es lief nur nicht besser, Ekici spielte viermal eher unterdurchschnittlich, ehe er in Hamburg auf der Bank saß. „Man merkt, dass er viel nachdenkt“, sagte Werder-Kapitän Clemens Fritz. Er meinte wohl: zu viel.

Kurz nach Nürnbergs wunderbarer Vorstellung damals im Oktober in Bremen ging es Ekici ähnlich. Plötzlich war von Spielfreude nicht mehr viel zu sehen. „Man darf nicht vergessen, dass es seine erste Bundesliga-Saison ist“, sagte Hecking damals.

Jetzt, in seiner zweiten Saison, spielt er bei einem nationalen Spitzenteam. „Bei allem Respekt für Nürnberg, aber Werder ist eine andere Nummer“, sagt Manager Klaus Allofs. Im Winter holte die andere Nummer Zlatko Junuzovic, ebenfalls offensiver Mittelfeldspieler. In Hamburg spielte Junuzovic, an seiner Seite brillierte Marko Marin, dem das 1:0 gelang. Nach den 90 schönen Minuten war der Trainer kurz davor, alle Zurückhaltung abzulegen. „Es war schön anzusehen“, sagte Thomas Schaaf. Nur nicht für Mehmet Ekici. 



FADI KEBLAWI

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Gründungsdatum:
04.05.1900
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Kurzbeschreibung:
Der 1. FCN - genannt "der Club" - hat folgende Titel errungen:
Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968
DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

Ein extra Themenarchiv mit "historischen" Berichten rund um den 1. FCN finden Sie unter dem Stichwort "Club-Geschichte(n)".

Der Club-Kader in der Saison 2011/12

Galerie Kader 1. FC Nürnberg 2011/12

Die Club-Gegner in der Saison 2011/12

Galerie Gegner 1. FC Nürnberg 2011/12