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Wo ist der Luchs?

Der Club und die kleine Comödie - 26.04.2012 22:35 Uhr

Blickpunkt Sport in Fürth? Ungerecht, findet  Günther Koch. Warum eigentlich?

Blickpunkt Sport in Fürth? Ungerecht, findet Günther Koch. Warum eigentlich? © Ralf Rödel


Der Bayerische Rundfunk sendete auch zur Feier des Aufstiegs der Spielvereinigung — am Montag aus Fürth. „Blickpunkt Sport“ heißt die Sendung (in die übrigens in dieser Saison bislang zweimal Vertreter vom Aufsteiger aus Fürth eingeladen waren), Gäste vom 1.FC Nürnberg (der sich in seiner letzten Aufstiegssaison zehnmal präsentieren durfte) hatte man auch eingeladen. Nur kam aus Nürnberg niemand, stattdessen gibt man sich beleidigt — vielleicht, weil man dem BR die Sache mit dem Luchs noch nicht verziehen hat.

Der Luchs mogelte sich einst ins Bild, als ein glückseliger Hans Meyer der Fußball-Welt zu erklären versuchte, warum der 1. FC Nürnberg ohne Fans 2007 gar nicht hätte Pokalsieger werden können. Meyer hob also zu näheren Ausführungen an, beim Bayerischen Rundfunk wagte einer den harten Schnitt — und schon schaute denjenigen, die gerade noch die Live-Übertragung vom Hauptmarkt verfolgten, ein Luchs im Schnee in die Augen. Was sie für den Pokalsieg konnten, wissen die Fans bis heute nicht, Schuld hat der BR, weshalb es in Nürnberg manchen gibt, der dem Sender bis heute gram ist.

Einer von ihnen hat es bis in den Aufsichtsrat geschafft — beim FCN, nicht beim BR, weshalb es nun wieder einiges an Aufregung gibt. Günther Koch hatte nämlich eine Idee: „Blickpunkt Sport“ soll nicht ständig nur aus München gesendet werden, sondern hin und wieder auch aus Franken. Was Koch unter Franken versteht, weiß man nun: Nürnberg. Beim BR waren sie nämlich glücklich, dass sie dem ehemaligen Mitarbeiter Koch eine Freude machen können. Stattdessen haben sie jetzt Ärger mit ihm und irgendwie auch mit dem 1.FCN. „Blickpunkt Sport“, das teilte der Sender also noch freudig mit, kommt am Montag tatsächlich aus Franken. Schön hätte man sich da denken können, und — wie sonst auch immer — am Montag, wenn „Blickpunkt Sport“ läuft, irgendetwas anderes machen können: Staub wischen vielleicht, oder ein Buch über Luchse lesen.

Stattdessen musste man schon eine Woche vor der Sendung über Koch und den 1. FCN nachdenken, wobei das Über-den-1.-FC- Nürnberg-Nachdenken in letzter Zeit ja sogar Spaß gemacht hat, weil der Club, anders als in der Saison nach dem Luchs-Eklat, diesmal nicht aus der Bundesliga abgestiegen ist. Koch jedenfalls, der die Blickpunkt-Sendung aus Franken gefordert hatte, empörte sich nun über: die Blickpunkt-Sendung aus Franken. „Ein Affront“ sei das, ließ Koch wissen — und zumindest beim 1.FC Nürnberg hörte man seinem Aufsichtsrat zu. Wenn am Montag der Blickpunkt aus Franken gesendet wird, fehlt der 1. FCN.

Eingeladen war man zwar, hat aber abgesagt, weil dummerweise der Blickpunkt gar nicht aus Franken kommt, sondern aus Fürth. Aus der Comödie Fürth, um genau zu sein. Aus jenem Theater also, wo noch bis Sonntag eine Show mit dem schönen Namen „Das Leben ist kein Fleischsalat“ aufgeführt wird. Schade eigentlich, konnte man sich nun wieder denken, dass das Leben kein Fleischsalat ist, weil man sich dann keine Gedanken darüber hätte machen müssen, was man von der Absage des 1. FCN hält. Jetzt muss man sich Gedanken machen, wünscht sich aber, dass einer einen harten Schnitt macht — und da steht er dann plötzlich: der Luchs. 

FADI KEBLAWI

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