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Zähes 1:1 gegen HSV: Club macht alles klar

Daniel Didavi sorgt mal wieder für den Höhepunkt - Kein gutes Spiel und ein schlechter Witz - 21.04.2012 18:38 Uhr

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Hanno Balitsch Dominic Maroh Raphael Schäfer
Die NN Einzelkritik: Der Club trennt sich 1:1 vom HSV

Durch ein 1:1 gegen den Hamburger SV hat sich der 1. FC Nürnberg den Klassenerhalt gesichert und blieb gleichzeitig im vierten Spiel in Folge ungeschlagen. Wer aus Sicht der NN-Sportredaktion auf Club-Seite für die Höhepunkte sorgte, lesen Sie in unserer Einzelkritik.


Schon möglich, dass auch die Schiedsrichter schnell nach Hause wollten. Sie hatten wohl genug von diesem Fußballspiel, das, wenn überhaupt, von der Spannung lebte. Eine Minute Nachspielzeit, wie von der vierten Offiziellen Bibiana Steinhaus eingeblendet, war trotzdem ein schlechter Witz, nachdem allein drei Hamburger insgesamt sieben bis acht Minuten behandelt werden mussten.
Dieter Hecking ging bereits Sekunden vor dem allseits erlösenden Schlusspfiff schimpfend in die Kabine. Er hätte gerne noch gewonnen, mit dem 1:1 (0:0) gegen den Hamburger SV wird er leben können. Wie sein Torwart. „Wir haben alles klar gemacht“, sagte Raphael Schäfer. Als es galt, ein Restabstiegsrisiko im untersten Promillebereich zu beseitigen. Für alle Berufspessimisten: Der Klassenverbleib ist jetzt auch faktisch unter Dach und Fach.

Daniel Didavi glich fünf Minuten nach Heung Min Sons überraschendem Führungstreffer (59.) für den Club aus. Es war sein siebtes Tor in den vergangenen acht Partien, diesmal ausnahmsweise mit dem rechten Fuß erzielt. Einer der wenigen Höhepunkte in einer äußerst zähen Bundesliga-Begegnung, deren Verlauf man irgendwie befürchten musste.

 


Wenn sich ein Fußball-Verein vorzeitig für mindestens eine weitere Bundesliga-Saison qualifiziert, also sein Saisonziel erreicht hat, tauchen plötzlich Fragen auf. Etwa, wie die Mannschaft damit umgeht und ob noch genügend Motivation übrig ist für die restlichen Wochen. Beim 1. FC Nürnberg will man es nur besser machen als vor ziemlich genau einem Jahr, als zum Schluss nacheinander in Dortmund, gegen Hoffenheim und in Hannover verloren wurde.

 

Hecking: "Gerechtes Unentschieden"

Dem möglichen Spannungsabfall entgegenwirken wollte deshalb Dieter Hecking, der Trainer, weiter punkten auch gegen den mit einigen berühmten Namen angereisten Hamburger SV – das Unentschieden kommentierte Hecking später wie folgt: „Kurz und knapp: Kein gutes Spiel, ein gerechtes Unentschieden.“ Mehr gab es auch wirklich nicht mehr zu sagen.

Vor der Pause überboten sich beide Teams an Hilflosigkeit. Negative Höhepunkte: ein falsch ausgeführter Einwurf vom deutschen Nationalspieler Dennis Aogo, sein Torwart Jaroslav Drobny war da schon gar nicht mehr dabei, ein unglücklicher Zusammenprall mit Tomas Pekhart ließ ihn Mitte der ersten Halbzeit vom Platz humpeln. Aber erst, nachdem er unbedingt noch höchstselbst einen Abstoß ausführen musste. Er hätte es lieber bleiben lassen.

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Choreo Didavi bengalos
2011/12: Choreos, Didavi und ein schlechter Witz

Nein, das Niveau der Partie zwischen dem FCN und dem Hamburger SV war nicht sonderlich hoch. Dafür gab es jede Menge schöne Bilder aus einem fast ausverkauften Stadion.




Wenn es derlei Nebensächlichkeiten in einen Sportbericht schaffen, ist nicht viel los gewesen. Also wie am 32.Spieltag in Nürnberg, wo der Koreaner Son zunächst die beste Möglichkeit hatte, ein Tor zu schießen. Auf Vorarbeit von Philipp Wollscheid, seine Kopfball-Abwehr in die falsche Richtung beschwor höchste Gefahr herauf, Raphael Schäfer konnte mit einem Reflex klären. Auf der anderen Seite prüfte Tomas Pekhart den Ex-Fürther Sven Neuhaus im Kasten aus ungünstigem Winkel nur halbherzig.

Club trifft nach Stellungsfehler

Etwas mehr Fahrt nahm die Auseinandersetzung erst gegen 16.35 Uhr auf – als das 1:0 der Kölner gegen Stuttgart eingeblendet wurde. Plötzlich war auch der HSV wieder mittendrin im Abstiegskampf, bis Son eine vorübergehende Unordnung in Nürnbergs Defensive zur Führung nutzte. Doch der Club kam zurück, profitierte beim Ausgleich aber von einem katastrophalen Stellungsfehler des Gäste-Akteurs Bruma. Didavi bedankte sich auf seine Art.

Auch sonst deutete der HSV des Öfteren an, warum man heilfroh sein wird, wenn die Saison nicht mit einem Totalschaden endet. Den hat man beim Club bereits vor sieben Tagen in souveräner Manier verhindert. Da wird man auch eine lächerlich kurze Nachspielzeit gegen den HSV verschmerzen.

Sein siebtes Tor in den vergangenen acht Spielen: Daniel Didavi lässt sich feiern...

Sein siebtes Tor in den vergangenen acht Spielen: Daniel Didavi lässt sich feiern... © Wolfgang Zink/DaMa




Nürnberg: Schäfer; Chandler, Wollscheid, Maroh, Pinola – Simons – Mak (76. Hegeler), Balitsch (65. Feulner), Didavi, Frantz (65. Bunjaku) – Pekhart.

Hamburg: Drobny (23. Neuhaus); Bruma, Mancienne, Westermann, Aogo – Jarolim (57. Kacar), Rincon – Ilicevic, Jansen – Son (84. Petric), Berg.

Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen).

Zuschauer: 45.873

Tore: 0:1 Son (59.), 1:1 Didavi (64.).

Gelbe Karte: Jarolim (9).

  

von Wolfgang Laaß

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