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Immerhin, die Überraschung ist Theo Zwanziger gelungen; ob es indes dem Präsidenten des größten deutschen Fachverbandes zur Ehre gereicht, ausgerechnet am Abend der Gruppen-Auslosung für die EM die vorzeitige Amtsdemission über die Verbands-Homepage und bei einer Jahresabschlussfeier unters Volk zu bringen, ist eine ganz andere Frage, die viele wohl mit Nein beantworten. Gar von einer „Verzweiflungstat“ spricht Franz Beckenbauer, der Zwanzigers Befindlichkeit wohl gut kennt.
Der DFB-Präsident, selbst im Umgang mit Kritikern nicht gerade zimperlich, scheint dünnhäutig geworden zu sein. Eine ganze Reihe von Skandalen in seinem Verband haben den Druck und die Kritik erhöht, denn allzu oft wirkte sein Krisenmanagement wenig überzeugend. Gut, oder besser gesagt schlecht in Erinnerung ist noch sein Taktieren bei der Vertragsverlängerung von Bundestrainer Löw und seine klare Parteinahme für Michael Kempter in der Schiedsrichter-Affäre um sexuelle Belästigung.
Bedenklich ist auch, dass der 66-Jährige nicht wirklich einen Nachfolger aufgebaut hat, dafür aber von einem Mister X aus der Wirtschaft spricht, der ihn beerben soll. So, als wäre das Amt des DFB-Präsidenten seine Privatsache, die er nach eigenem Gutdünken zu regeln gedenke. Darüber dürften die Landesverbände ganz anders denken. Über Zwanzigers seltsamen Stil dagegen werden die Meinungen recht einhellig sein.
