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Der Startschuss jedoch läßt nicht mehr lange auf sich warten. Bereits heute will man mit dem Abbruch des Ruinengrundstückes Ecke Marientorgraben und Marienstraße beginnen.
Dreijährige Vorarbeit und Verhandlungen sind mittlerweile vergangen, seit im Juni 1959 ein Architekten-Wettbewerb das künftige Aussehen der neuen Kreissparkasse festlegte. Zwei Tage lang hatte damals die Jury die 22 eingereichten Arbeiten von Architekten aus Nürnberg und dem Landkreis begutachtet und einstimmig sich für die Pläne von Architekt BDA Adolf Dunkel entschieden.
Nun ist es soweit, daß mit dem Bau an dieser markanten Ecke, an der Nahtstelle vom alten zum modernen Nürnberg, begonnen werden kann. Von der grundsätzlichen Konzeption, für die sich beim Wettbewerb Architekt Dunkel entschieden hatte, änderte sich bei den endgültigen Bauplänen nichts. Es ging ihm darum, den städtebaulichen Rahmen des Marientors nicht zu sprengen, sondern den Straßenraum in der Marienstraße zu erweitern.
Es ergeben sich, wie es damals hieß, bewegtere Gebäudefluchten, eine Gliederung des Straßenraumes sowie eine betonte Wirkung des Haupteinganges zur Kreissparkasse in der Marienstraße. Diesen äußerlichen Eindruck soll die klar gegliederte Fassade aus grauem Muschelkalk unterstreichen.
Ruinen und provisorischer Parkplatz werden an der Nordost-Ecke des Marientors bald einer zehn Meter tiefen Baugrube weichen. So tief muß wegen der vorgesehenen drei Kellergeschosse gebuddelt werden. Um bei diesem Gebäudekomplex – er umfaßt rund 50.000 Kubikmeter umbauten Raumes – ganz unten zu beginnen: im dritten Keller werden die Tresore sowie die strahlen- und luftdrucksicheren Schutzräume – Platz für 150 Menschen – liegen.
In den darüberliegenden Kellerräumen können 103 Kraftfahrzeuge abgestellt werden. Mit Parkplätzen wird die Kreissparkasse, wie Direktor Leberzammer befriedigt feststellt, reich gesegnet sein. Zu den 103 unterirdischen Plätzen kommen im Hof 20 und vor dem Haus sieben weitere dazu.
Die Attraktion für Autofahrer hat sich Architekt Dunkel ausgedacht: zwei Autoschalter erlauben Bankgeschäfte vom Steuerrad des Wagens aus, ohne daß der Kunde aussteigen muß. An sein Fenster wird automatisch eine Art Tablett geschoben, auf das der Fahrer den Scheck legt. Auf dem gleichen, noch etwas ungewöhnlichen Weg erhält der Kunde nach der Überprüfung sein Geld.
Die Zufahrt zu den Autoschaltern, die es bisher in Bayern nur in München und Augsburg gibt, erfolgt über die Marienstraße, die Ausfahrt zum Marientorgraben.
Den Mittelpunkt des Bankhauses bildet die ebenerdige 730 Quadratmeter große Kassenhalle. Die Schalterlänge ist mit 60 Metern respektabel. Die um die Schalterhalle angeordneten Betriebsräume vermeiden Behinderungen des Personals. Vier Aufzüge stellen die Verbindung zu den einzelnen Geschossen her.
Mit dem Neubau der Kreissparkasse wird das Banken- und Versicherungsviertel zwischen Marientor und Lorenzkirche um einen eindrucksvollen Bau ergänzt.
Aus den Nürnberger Nachrichten vom 4. Juli 1962
So. 19.05.13
Sa. 18.05.13
Fr. 17.05.13
Do. 16.05.13
Mi. 15.05.13