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Anklage: Kind missbraucht, Tante vergewaltigt

13-Jährige soll vom Lebensgefährten der Mutter missbraucht worden sein - 29.08.2008

Eine 13-Jährige soll vom Lebensgefährten ihrer Mutter immer wieder sexuell missbraucht worden sein.

Eine 13-Jährige soll vom Lebensgefährten ihrer Mutter immer wieder sexuell missbraucht worden sein. © Colourbox


Das geistig eher schwache Mädchen erzählte, dass der Lebensgefährte ihrer Mutter sie immer wieder sexuell missbraucht - auf jede erdenkliche Weise. Die Sache kam ins Rollen. Die Schule informierte die Polizei, die Kripo verhörte Janina (alle Namen geändert), Schulfreundinnen, Janinas Mutter.

Immer mehr Vorwürfe

Die ermittelnde Kommissarin bekommt immer mehr Vorwürfe zu hören: Auch Tina, eine gleichaltrige Schulfreundin von Janina, will Opfer des Angeklagten geworden sein. Als sie bei Janina übernachtete, soll der 39-Jährige auch sie am ganzen Körper betatscht haben. Und Janinas Tante bestätigt der Polizistin gleich beim ersten Telefonanruf, dass auch sie die Fummeleien an dem jungen Mädchen beobachtet hat. Obendrein deutet sie an, selbst Opfer des Angeklagten geworden zu sein.

Die Polizei braucht Geduld - denn Janinas Mutter will die Adresse ihres Lebensgefährten erst nicht preisgeben. Im Dezember letzten Jahres wird der 39-jährige Wirt schließlich in seiner Gaststätte verhaftet.

Jugendamt griff ein

Acht Monate später listet die Anklage von Staatsanwalt Roland Fleury schweren sexuellen Missbrauch von Kindern in acht Fällen, sexuellen Missbrauch von Kindern in drei Fällen und eine Vergewaltigung auf. Janinas Tante hatte bei der Kommissarin ausgepackt. Heute lebt Janina in einem Heim; ihre Mutter glaubte ihrem Kind zunächst nicht und setzte das Mädchen vor die Tür. Das Jugendamt griff ein.

Angeklagter schweigt

Zum Prozessauftakt schweigt der Angeklagte zu den Vorwürfen. Die Jugendkammer des Landgerichts unter dem Vorsitzenden Hans Neidiger kalkuliert mit fünf Verhandlungstagen. Auf dem Programm steht auch ein Gutachten über Janina: Darin wird ihr hohe Glaubwürdigkeit attestiert. 

Ulrike Löw

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