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Aus dem Knoblauchsland frisch auf den Tisch

Es klopft der Spargel an die Tür - 25.04.2009

Das Knoblauchsland vor der Haustür: Friedrich und Helga Bauer auf dem Markt in Zerzabelshof.

Das Knoblauchsland vor der Haustür: Friedrich und Helga Bauer auf dem Markt in Zerzabelshof. © Horst Linke.


Überall im Knoblauchsland ist der Stapellauf der weißen Stangen in die heiße Phase getreten. Der frühe Saisonstart hat sich prima angelassen, die Qualität ist so gut wie der Ertrag. «Gut», sagt Bauer und spricht das Wörtchen so vorsichtig aus, als ob er einen Meineid leistete. Zu viel Erntestolz, das weiß er aus Erfahrung, lässt die Preise purzeln - jedenfalls erwartet das der Kunde. Doch billigen fränkischen Spargel kann’s und darf’s nicht geben, allenfalls günstigen. Bauer verkauft das Kilo derzeit für 6 Euro, den Suppenspargel für 3,50.

Mobiler Laden

Stellvertretend für all die Gemüsebauern im Knoblauchsland haben wir die Familie Bauer (nomen est omen) in Höfles besucht. Eine Leserin hatte uns den Betrieb empfohlen - aus Dankbarkeit, dass das frische Gemüse jeden Samstag an ihre Tür in der Gartenstadt klopft. Die Bauers gehören zu den Ersten, die ihre Produkte im mobilen Laden direkt verkaufen, an sechs Standorten in Nürnberg, aber auch in Zirndorf, Feucht und Bad Windsheim.

Als sie vor 20 Jahren anfingen mit dem eigenen Marktvertrieb, da wurden sie von den Nachbarn noch belächelt. Die machten sich lustig über den «Kistlesverkauf», während sie ihr Gemüse palettenweise absetzten. Inzwischen aber spotten sie nicht mehr - längst sind die Bauers etabliert und erfolgreich als fahrende Händler der vier Jahreszeiten.

Reiner Familienbetrieb

Der «Gemüsebau Bauer» mit rund 20 Hektar unterm Pflug ist ein reiner Familienbetrieb. Alle müssen mitarbeiten, denn an manchen Tagen sind die Verkaufswagen gleichzeitig an verschiedenen Standorten unterwegs. Vater Friedrich ist der Chef, Sohn Robert für den Anbau zuständig, Sohn Fritz für den Verkauf.

Vor allem eigene Produkte werden auf den Märkten angeboten, unter anderem Spargel, Tomaten, Gurken, Salate, Kohlrabi, Kartoffeln, Blumen, aber auch Kirschen von Kalchreuth (vom mütterlichen Betrieb). Nur die Exoten wie Ingwer und Zitrusfrüchte stammen vom Großmarkt.

Teures Hobby

Und was machen die Pferde auf der Koppel? Nur Freude und Arbeit. Die 15 Halbblüter halten die Bauers auch sonntags auf Trab. Die stämmigen Rösser sind ein teures Hobby und werden fürs Gespannfahren eingesetzt, dann tragen sie silbern beschlagene Kummets und ziehen Festwagen.

Bewundern kann man sie am Tag der offenen Tür am Sonntag, den 3. Mai. Zu besichtigen sind die Knoblauchsländer Betriebe in Höfles, Buch, Schnepfenreuth und Wetzendorf.

Gemüsebau Bauer, Höfleser Hauptstraße 36, 90427 Nürnberg, Telefon (0911) 38 19 11; Verkauf mittwochs in Zabo auf dem Johann-Adam-Reitenspieß-Platz von 8-13 Uhr, samstags ab 7.30 Uhr an fünf Standorten in der Gartenstadt. 

Kerstin Möller

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