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Während oben die Erde bebte und Häuser brannten, fanden tausende Menschen hier Zuflucht. Die Kellergewölbe sind heute schwach beleuchtet und ruhig. Wie groß die Angst und die Hektik hier gewesen sein muss, lässt sich nur erahnen. „Zeitzeugen erzählen, dass die Stimmung wahnsinnig schlecht war, viele Erwachsene wurden aggressiv“, sagt Ralf Arnold, Vorsitzender des Vereins Nürnberger Felsgänge. Manche Eltern haben ihren Kindern Handtücher gegeben. Die Kinder sollten darauf beißen, statt lauthals zu schreien.
Es riecht modrig, rotbraune Steine bilden im Eingangsbereich das Gewölbe. „Die Steine waren eigentlich für die Kongresshalle gedacht“, erklärt Arnold. Der Eingangsbereich des Laufertorkellers wurde 1943 gebaut. Der Bunker ist Teil eines riesigen Systems, das sich unter der Altstadt verbirgt: auf 25.000 Quadratmetern befinden sich unterirdische Keller. Der Laufertorkeller ist in drei Ebenen gegliedert.
Von dem Luftschutzbunker geht es tiefer hinab, dort sind marode Toiletten zu finden. „Hier waren früher mal Büroräume der Stadtwerke“, sagt Arnold. Wenn nach Luftangriffen Schäden an Gas-, Wasser- oder Stromleitungen entstanden, koordinierten die Menschen von hier aus die Reparatur. Einige Rohre rosten noch vor sich hin. es sind Ersatzteile, die die Stadtwerke hier lagerten.
Auf der gleichen Ebene gab es eine Notküche. In sechs großen Kesseln kochten Menschen Suppe, um die Hungernden zu versorgen. Nach 1946 wurde die Küche vorübergehend zu einer Gastwirtschaft umfunktioniert. Davon ist nichts mehr zu erkennen.
In der untersten Ebene des Lauferkellers, zwölf Meter in der Tiefe, befindet sich ein Notbrunnen. Er wurde während des Krieges gebohrt und reicht 41 Meter in die Tiefe. Der Brunnen sollte weitere Bunker mit Wasser versorgen. „Das Rohrnetz ist in Kriegszeiten nicht ganz fertig geworden“, erzählt Arnold und deutet auf einen Bauplan. „Wenn alles fertig gebaut wäre, wäre eine eigene Stadt unter der Stadt entstanden — mit fast autarker Infrastruktur.“
Ab 1944 waren Teile der Bevölkerung von den Wasserleitungen abgeschnitten. Die Lage spitzte sich zu, als Bomben auch Hochbehälter zerstörten und somit die Grundpfeiler der Wasserversorgung trafen. Erst ab August 1945 war die Basis für eine Wasserversorgung wieder geschaffen. Der Notbrunnen ist in den 70er Jahren erneuert worden. Er ist heute Teil einer Notversorgung im Katastrophenfall.
