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Betreten verboten: Auf dem Eis droht Lebensgefahr

Die gefrorenen Flächen sind noch nicht freigegeben - 01.02. 20:50 Uhr

Nürnberg  - Die Kälte hat Seen und Weiher in Nürnberg und in der Region in Eisflächen verwandelt. Die aber sind nicht überall zum Betreten freigegeben. Die Eisschicht ist noch zu dünn — und die Gefahr zu groß. Vor allem im Umland.

Vorsicht! Wer sich wie diese Kinder am Langwassersee zu früh aufs Glatteis wagt, der riskiert einen Einbruch. Denn noch sind zahlreiche Weiher in Nürnberg und in der Region nicht freigegeben.
Vorsicht! Wer sich wie diese Kinder am Langwassersee zu früh aufs Glatteis wagt, der riskiert einen Einbruch. Denn noch sind zahlreiche Weiher in Nürnberg und in der Region nicht freigegeben.
Foto: Horst Linke
Vorsicht! Wer sich wie diese Kinder am Langwassersee zu früh aufs Glatteis wagt, der riskiert einen Einbruch. Denn noch sind zahlreiche Weiher in Nürnberg und in der Region nicht freigegeben.
Vorsicht! Wer sich wie diese Kinder am Langwassersee zu früh aufs Glatteis wagt, der riskiert einen Einbruch. Denn noch sind zahlreiche Weiher in Nürnberg und in der Region nicht freigegeben.
Foto: Horst Linke

Er ist da, der Winter. Aber statt pappigem Schnee und Matsch bringt er eisige Kälte bei strahlender Sonne. Da locken besonders die Seen und Weiher in Nürnberg und der Region. Die haben sich durch die niedrigen Temperaturen bereits in große, glänzende Eisflächen verwandelt. Die Eisdecke lädt förmlich dazu ein, die Schlittschuhe rauszuholen und anzuschnallen.

Noch aber werden Eisläufer und Eishockeyspieler ausgebremst. Vor allen Gewässern in Nürnberg beispielsweise warnen Schilder davor, die Eisfläche zu betreten. Und das wird sich wohl bis zum Wochenende auch nicht ändern, sagt Jürgen Thielemann vom Sportservice der Stadt Nürnberg. „Wir geben die Flächen erst ab einer Eisdicke von zehn Zentimetern frei.“ Gestern morgen war die Eisschicht knapp fünf Zentimeter (am großen und kleinen Dutzendteich) dick. Bei den momentanen Temperaturen wächst die Eisdecke täglich etwa um zwei bis drei Zentimeter.

„Auf eigene Gefahr“ begaben sich trotzdem bereits gestern einzelne Schlittschuhläufer auf die glatte Fläche. Davor allerdings warnt Patrick Kutscheid eindringlich. Er ist Einsatzleiter bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Nürnberg-Roth-Schwabach. Die DLRG ist gemeinsam mit der Wasserwacht (im wöchentlichen Wechsel) für Unfälle in Gewässern im Stadtgebiet zuständig. Also auch, wenn sich jemand zu früh aufs Eis wagt und einbricht.


Dafür ist Kutscheid beziehungsweise ein zuständiger Kollege sogar mit einem Blaulicht fürs Privatauto ausgestattet. In zwölf Minuten müssen die Retter der DLRG bei einem Einbruch ins Eis vor Ort sein. Gleichzeitig wird die Feuerwehr verständigt. Damit es so weit nicht kommt, empfiehlt Kutscheid: warten. „Auf der ganz sicheren Seite ist man bei einer Eisdicke von 15 Zentimetern.“

Vorsicht am Land

Allerdings kommt es auch auf die Art des Sees oder Weihers an; also ob es sich um ein fließendes oder stehendes Gewässer handelt. „Viele Karpfenweiher haben beispielsweise einen Zu- und Ablauf, dadurch ist das Wasser ständig in Bewegung.“ Die Folge: Ins Eis mischen sich Luftblasen, die es dadurch brüchiger machen.



Deshalb sind die Rettungshelfer in Sachen „Eiseinbruch“ in Erlangen-Höchstadt, Neumarkt und generell in ländlichen Umgebungen mit zahlreichen Fischweihern sehr viel häufiger im Einsatz, weiß Kutscheid. „In Nürnberg gibt es eher selten einen Vorfall“, sagt er.

Wenn der Ernstfall dennoch eintritt, ist Eile geboten — bei allen Beteiligten. Ersthelfer sollten als Erstes einen Notruf absetzen, sagt Kevin Schwarzer, Ausbildungsleiter der Johanniter in Mittelfranken. Denn: „Wenn es zu einem Einbruch kommt, bleiben nur wenige Minuten, um sich aus dem Wasser aufs Eis zu retten“, meint er. „Auch ein Erwachsener mit guter Kondition hat sonst keine Chance zu überleben.“ Während der Eingebrochene versuchen sollte, sich möglichst flach auf dem Wasser zu halten und liegend mit gespreizten Armen aus dem Loch zu kommen, können Ersthelfer versuchen, die Person mit einem Stock oder einer Leine zu erreichen. „Sie dürfen aber keinesfalls das Eis betreten“, sagt Schwarz.

Nach der Rettung sollte der Betroffene die nasse Kleidung ausziehen und in trockene Decken oder Mäntel gepackt werden. „Ist die Person bewusstlos und hat keine normale Atmung, sollte man mit der Herz-

Lungen-Wiederbelebung beginnen.“

Noch besser aber ist es eben, unsichere Eisflächen zu meiden — und damit Unfälle zu vermeiden.

Infos zu Eisflächen in Nürnberg unter www.nuernberg.de/internet/sportservice

 



VON TIMO SCHICKLER

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