23°C
Mittwoch, 23.05. - 12:08 Uhr
Login
Info
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos!
Passwort vergessen
Info
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!

E-Mail-Adresse
Druckversion

Bier zum Frühstück

Eine Brauersgattin führt durch die Felsengänge - 16.02. 19:55 Uhr

Nürnberg  - In den Faschingsferien bietet der Förderverein Nürnberger Felsengänge wieder spezielle Führungen für Kinder — dieses Mal auch eine Kostümführung.

Carmen Lösch, verkleidet als Brauersgattin, sucht mit Vorschülern nach ihren verschollenen Kindern Albrecht und Agnes — eine Reise in vergangene Zeiten, bei der Kinder das Leben im Mittelalter und die Felsengänge kennenlernen.
Carmen Lösch, verkleidet als Brauersgattin, sucht mit Vorschülern nach ihren verschollenen Kindern Albrecht und Agnes — eine Reise in vergangene Zeiten, bei der Kinder das Leben im Mittelalter und die Felsengänge kennenlernen.
Foto: Ralf Rödel
Carmen Lösch, verkleidet als Brauersgattin, sucht mit Vorschülern nach ihren verschollenen Kindern Albrecht und Agnes — eine Reise in vergangene Zeiten, bei der Kinder das Leben im Mittelalter und die Felsengänge kennenlernen.
Carmen Lösch, verkleidet als Brauersgattin, sucht mit Vorschülern nach ihren verschollenen Kindern Albrecht und Agnes — eine Reise in vergangene Zeiten, bei der Kinder das Leben im Mittelalter und die Felsengänge kennenlernen.
Foto: Ralf Rödel

Kurz kreischen die beiden Mädchen. „Ist es da unten ganz dunkel?“, will Nilsu wissen. Sie und ihre Freundin Charlotte waren noch nie in den historischen Felsengängen in Nürnberg. Heute steigen sie zum ersten Mal in die Tiefe. Die 19 Vorschüler der Kindertagesstätte in der Kerschensteinerstraße nehmen an diesem Tag an der Kostümführung teil.

Bekleidet mit einem dunkelgrünen, wallenden Rock, einer Fellweste und weißer Haube holt Carmen Lösch die Sprösslinge ab. Die Fremdenführerin vom Verein Nürnberger Felsengänge stellt sich als Anna vor. Sie gibt heute die Gattin eines Bierbrauers aus dem Mittelalter. Mit den Vorschülern will sie ihre verschwundenen Kinder Albrecht und Agnes in dem Kellerlabyrinth suchen.



Etliche Stufen geht es an dem Eingang hinter dem Albrecht-Dürer-Denkmal hinab — bis 16 Meter in die Tiefe. Die Stollen, die vor Jahrhunderten in den Burgsandstein geschlagen wurden, sind nur schwach beleuchtet. Einst lagerten Braumeister in dem Kellersystem ihr Bier und ein Gurkenfabrikant seine Fässer. Während der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg fanden Tausende Menschen hier Zuflucht.

Neugierig tasten die Vorschüler die Felswände ab. „Die sind ja nass“, ruft ein Junge. Rote, braune, ockerfarbene oder gelbe Verfärbungen lassen sich an den Wänden erkennen. „Das glitzert wie ein Diamant“, findet ein Mädchen.

Lösch zeigt den Kindern, wo früher die Bierfässer gelagert wurden. Zum Frühstück Bier trinken? Nein, bei dieser Vorstellung schüttelt sich Nilsu. Was im Mittelalter üblich war, ist für die Fünfjährige undenkbar. Damals, erklärt die Brauersgattin, sei das Wasser voller Bakterien gewesen und habe krank gemacht — ganz im Gegensatz zum Bier, dessen Gerste lange gekocht wurde.

Ohne Kühlschrank

Immer wieder halten die Kinder inne und lauschen. Ist dort nicht jemand um die Ecke gehuscht? Waren hier nicht Schritte zu hören? Doch Albert und Agnes, die Kinder der Brauersgattin, finden sie nicht.

Mit der Geschichte ihrer verschwundenen Kinder gelingt es der Fremdenführerin, die Aufmerksamkeit der Vorschüler einzufangen. Denn die Sprösslinge interessieren sich dafür, wie die Kinder im Mittelalter lebten, was sie aßen, wie sie Wasser holten und welche Streiche sie spielten.

Durch einen Luftschacht, der vom Untersten des Kellers bis zur Albrecht-Dürer-Straße geht, brüllen die Kinder hinauf. Mit einfachen Worten erklärt Lösch ihnen, wie die Brauer solche Schächte zur Luftzirkulation nutzten. Dass das Bier wegen der kühlen Temperaturen in den unterirdischen Kellern gelagert wurde, überrascht die Kinder nicht.

„Es gab früher keine Kühlschränke“, weiß ein Bub. Nilsu ist froh, als sie wieder ans Tageslicht kommt — obwohl der Vorschülerin die Führung gut gefallen hat. Aber: „Im Mittelalter will ich bestimmt nicht leben, wenn’s da keinen Kühlschrank gab“, steht für sie fest. 



HANNI KINADETER - Lokales Nürnberg

Ihr Kommentar

Name:
 
Info
Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.



Aktueller Zeitungstitel Nürnberger Nachrichten
  • Suchtexperten verzweifeln an der Politik: Der Staat profitiert vom Spielhallenboom
  • Über die Wichtigkeit von rosa Unterhosen: Interview mit der Erlanger Spaß-Kapelle J.B.O.
  • OB Maly schlägt Alarm: In Nürnberg droht ein Engpass an günstigen Mietwohnungen
Nachrichten aus aller Welt

Schlagzeilen


User-Kommentare
Suche wird durchgeführt...

Brightcove Video Lokal Regional
Baustellen Vorschau
Karte zum Öffnen anklicken

Stadtanzeiger Aktuell
Badeseen in der Region
Badeseen in der Region: Karte zum Öffnen anklicken!

Im Gespräch
Was denkt ein Zollfahnder über Instinkte? Oder: Was verbindet ein Notarzt mit Langsamkeit?
Jede Woche steht im Lokalteil ein Nürnberger Rede und Antwort zu einem Thema, das man auf Anhieb nicht immer mit ihm verbindet.
Alle Beiträge finden Sie in unserer Rubrik: Im Gespräch.

Kunstpreis
Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie hier.
  • Das Video von der Verleihung
    des Kunstpreises 2011.
  • Die ausgewählten Werke 2011 als Bildergalerie
Suche wird durchgeführt...