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Blutzucker-Werte jederzeit im Griff haben

Kochshows, Vorträge, Workshops: Diabetiker-Tag im Messezentrum bot Anregungen für den Patientenalltag. - 20.11. 18:36 Uhr

Nürnberg  - Nach dem ersten Schock gilt es, das eigene Leben neu zu organisieren. Das Angebot für Patienten, das hat der gestrige Diabetiker-Tag im Messezentrum gezeigt, ist groß. Mittlerweile gibt es als Alltagshilfen sogar Hunde.

Buchautor Hans Lauber („Schlemmen wie ein Diabetiker“) gibt im CCN Ost Kochtipps.
Buchautor Hans Lauber („Schlemmen wie ein Diabetiker“) gibt im CCN Ost Kochtipps.
Foto: Stefan Hippel
Buchautor Hans Lauber („Schlemmen wie ein Diabetiker“) gibt im CCN Ost Kochtipps.
Buchautor Hans Lauber („Schlemmen wie ein Diabetiker“) gibt im CCN Ost Kochtipps.
Foto: Stefan Hippel

Tierpsychologin Maja Wonisch aus Scheer (nahe Tübingen) zählt auf, was die Vierbeiner im besten Fall können: Sie holen das Spritztäschen, wenn Frauchens Blutzucker aus dem Ruder gelaufen ist. Bellen, wenn Herrchen auf dem Boden liegt. Bringen das Handy, damit Hilfe gerufen werden kann. Ja, sie schlagen sogar an, wenn man unterzuckert ist, weil sie den veränderten Körpergeruch wahrnehmen.

Dass sie derlei können, bewiesen die Hundedamen Tequila, Kimmi und Cora bei der gestrigen Demonstration im CCN Ost mal mit mehr, mal mit weniger großem Erfolg. Tatsächlich sind mehrere Wochen Ausbildung und Training nötig, bis Hunde in der Lage sind, anzuschlagen, sofern der Blutzuckerspiegel des Herrchens nicht mehr stimmt. Aber ein derart „ausgebildeter Hund gibt Sicherheit im Alltag“, meint Wonisch.

Auf die Hundenase ist Verlass



Eine Sicherheit, die die Baiersdorferin Marlies Tröster bei ihrem weißen Schäferhund Lili findet, obwohl der gar nicht ausgebildet ist. „Sie kommt manchmal nachts zu mir ans Bett und stupst mich mit der Nase an“, erzählt die 77-jährige Diabetes-Patientin, die dann auch aufsteht und ihren Blutzucker misst — auf die Nase ihres Hundes könne sie sich verlassen. Der Hund als wichtiger Alltagsbegleiter.

Ein Alltag, der nicht mehr im Automatikbetrieb läuft, wie es der Olympiasieger im Gewichtheben, Matthias Steiner, ausdrückt. Als er 18 Jahre alt war, wurde beim ihm Diabetes mellitus Typ 1 diagnostiziert (siehe auch Info-Kasten rechts). Damals stand er gerade vor der Entscheidung, ob er eine Karriere als Leistungssportler einschlagen soll oder nicht. Die Diagnose war ein Schock, und es brauchte Zeit, bis er damit umgehen konnte. Doch der heute 29-Jährige stellte fest: „Man kann mit dem Sport weitermachen, dafür ist aber Disziplin nötig.“ Die Zeit des „Automatikbetriebs“ war vorbei, nun musste er „auf Handschaltung“ wechseln. Heißt: Blutwerte regelmäßig messen, Insulin spitzen. Doch längst hat er seine Zuckerwerte im Griff, erzählt er.

Disziplin im Alltag — dazu gehört natürlich auch die Ernährung. Wie man sich als Diabetiker für den Winter fit macht, zeigten Buchautor Hans Lauber und Koch Uwe Steiniger in ihren Kochshows. Sie führten mit Endiviensalat, Krabben oder auch Bockshornklee („ein Zuckerbalancierer“) vor, dass auch Diabetiker-Essen lecker ist — von den Kostproben waren die Zuschauer sichtlich angetan.

Beim Diabetiker-Tag, veranstaltet vom Deutschen Diabetiker-Bund und dem Kirchheim-Verlag („Diabetes-Journal“), drängten sich Hunderte Besucher und nutzten die Workshops, Vorträge und Infostände, um ihren Alltag mit der Krankheit Diabetes noch besser zu bewältigen.

www.diabetikerbund.de 



von Andreas Dalberg - Lokales Nürnberg

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