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Auf der Hauptbühne, die in der hinteren Bleiweißstraße aufgebaut ist, zeigen am Samstag zehn junge Karatekas vom „Karate-Klub Ippon“ die Schritte und Schläge, die sie gelernt haben. Die Zuschauer drängen sich an Bierzelttischen, die unter Sonnenschirmen stehen, genießen Steaks, Salat und kühle Getränke. Kleinkinder hopsen auf dem Platz vor dem Seniorentreff mit Hüpfbällen herum, lassen Hula-Hoop-Reifen mit der Hüfte kreiseln oder bemalen mit Acrylfaben ein fast mannsgroßes Tee-Kännchen aus Styropor, welches das Spielmobil mitgebracht hat.
Nach dem Auftritt der Nachwuchskampfsportler kommt Liedermacher Rainer Wenzel, holt sogleich eine Schar Kinder auf die Bühne und veranschaulicht musikalisch, wie Mais zubereitet wird. Nebenan, im Familienzentrum, wird eifrig gemalt und gebastelt. Kinder marmorieren beispielsweise Kartonagen, mittels Keramikfarben und Wasserbad. Im benachbarten Seniorentreff sind Infostände aufgebaut zum Thema „Familie und Arbeitswelt“, und es gibt Workshops zur Gewaltprävention für Eltern wie auch Kinder.
Was in diesen Tagen groß gefeiert wird, nahm seinen Anfang vor zehn Jahren. Damals setzten sich die wichtigsten gesellschaftlichen Kräfte zusammen — von den Kirchen und Kammern über die Stadtratsfraktionen und den Elternverband bis hin zu Kreisjugendring, Seniorenrat und Integrationsbeirat — und beschlossen, die Familie zu fördern. Seither wuchs das Netzwerk für Familien, und es gab eine Vielzahl an Initiativen und Projekten.
Was die Organisatoren der Geburtstagsfeier am Samstag auf die Beine stellen, ist beachtlich. In der Kindertagesstätte in der Siegfriedstraße gibt es beispielsweise einen Trommelkurs für Kinder oder eine Gesprächsgruppe für Mütter. Auf dem Naturspielplatz kann man Torwandschießen üben, im Quibble Rasseln, Tröten und Summbienen bauen oder in der „Kinder-Uni“ mit Professor Karlheinz Ruckriegel etwas darüber erfahren, was glücklich macht im Leben.
Ebenfalls nur einen Steinwurf entfernt: die Familienmesse in der Holzgartenschule. 50 Organisationen beiteiligen sich mit Infoständen, Vorträgen und Infobörse für Alleinerziehende und machen deutlich, wie umfassend das Netz für Familienhilfen mittlerweile geworden ist.
Wer mag, kann sich etwa in puncto Elterngeld beraten lassen, sich über Wege aus der Schuldenfalle informieren oder Berufsoptionen aufzeigen lassen. Auch Parteien sind vertreten, die SPD mit Stadträtin Christine Limbacher und die CSU mit den Stadträten Marcus König, Sebastian Brehm und Kerstin Böhm, die junge Besucher am Glücksrad drehen lässt.
Nürnberg übernahm vor zehn Jahren mit seinem Bündnis für Familie (einer der „Väter“ des Bündnisses ist der frühere CSU-Stadtrat Hermann Imhof) eine Vorreiterrolle. Heute gibt es über 600 ähnliche Initiativen im Land. Erheblichen Anteil an dieser Wirkung hat auch die ehemalige Bundesfamilienministerin Renate Schmidt.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.