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«Jeden Tag macht Diabetes allein in Deutschland 27 Menschen blind«, hat Dr. Armin Scharrer ausgerechnet; das sind knapp 10000 pro Jahr. Denn wenn der Blutzuckerwert nicht optimal eingestellt ist, dann bilden sich unter der Netzhaut Wassereinlagerungen - ausgerechnet an der Stelle, mit der am Schärfsten gesehen werden kann. Dann aber konnten Augenärzte nur noch selten mit dem Laser helfen; in den meisten Fällen mussten sie dem Leiden hilflos zu sehen.
Erkrankung stoppen
Das ist jetzt anders - und deshalb wird sich jetzt der 22. Internationale Kongress der Deutschen Ophtalmochirurgen in Nürnberg mit diesem Thema befassen. Eine Spritze ins Auge ist es, sagt Veranstaltungspräsident Armin Scharrer, die den Prozess stoppen oder in über 50 Prozent der Fälle sogar umkehren kann. Sie enthält eines der beiden Medikamente, die auch bei einem anderen schweren Augenleiden, der feuchten Makuladegeneration, eingesetzt werden. Das Medikament verhindert, dass sich wegen des gestörten Stoffwechsels im Körper unerwünschte Gefäße im Auge bilden.
Trotz dieser neuen Möglichkeit rät der Fürther Augenchirurg Scharrer dringend dazu, es am besten gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Denn durch einen rechtzeitigen Blutzuckertest und eine konsequente Einstellung der immerhin etwa acht Millionen bundesdeutschen Diabetiker lässt sich die durchaus aufwändige Behandlung ebenso wie andere Spätschäden vermeiden.
Implantat bei Kurzsichtigkeit
Eine zusätzliche Option haben jetzt auch Menschen, die trotz starker Kurzsichtigkeit weder Brille noch Kontaktlinsen tragen möchten: Wenn eine Korrektur des Auges per Laser nicht mehr möglich ist - entweder weil ihre Sehschwäche über minus zehn Dioptrien misst oder die Hornhaut zu dünn ist - dann kann nun bei fast allen Patienten eine Kontaktlinse durch einen kleinen Schnitt in das Auge, hinter die Regenbogenhaut und vor die körpereigene Linse, implantiert werden. «Die Patienten sind extrem zufrieden mit der Methode«, berichtet Scharrer. Der Eingriff selbst kann ambulant erfolgen und dauert nur 15 Minuten.
Allerdings: In seltenen Fällen, bei ein bis zwei Prozent der Operierten, bildet sich nach sieben oder mehr Jahren ein Grauer Star. Diese Nebenwirkung kann jedoch durch einen erneuten Eingriff vollständig behoben werden.
Krankenkassen zahlen nicht
Die Kosten des Eingriffes liegen bei rund 2500 Euro je Auge; sie werden weder von gesetzlichen noch von privaten Krankenkassen übernommen. Auf der anderen Seite fallen die Kosten für Brillen weg - bis auf die weiter nötige Lesehilfe, wenn gegen Ende des fünften Lebensjahrzehnts die Altersweitsichtigkeit beginnt.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.