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Club lehnt Fan-Sanktionen ab

DFL-Papier „Sicheres Stadionerlebnis“ stößt bei Anhängern und Verein auf Kritik - 26.10.2012 20:47 Uhr

Nürnberg  - Der 1.FC Nürnberg lehnt das umstrittene DFL-Papier „Sicheres Stadionerlebnis“ ab. Das hat ein Treffen des Vereins mit Fanvertretern ergeben.

Zwei Hürden haben Besucher eines Bundesliga-Heimspiels derzeit zu meistern: Erst die Eingangskontrolle durch den vom 1.FCN engagierten Sicherheitsdienst, dann den prüfenden Blick der Polizeibeamten.
Zwei Hürden haben Besucher eines Bundesliga-Heimspiels derzeit zu meistern: Erst die Eingangskontrolle durch den vom 1.FCN engagierten Sicherheitsdienst, dann den prüfenden Blick der Polizeibeamten.
Foto: Weigert
Zwei Hürden haben Besucher eines Bundesliga-Heimspiels derzeit zu meistern: Erst die Eingangskontrolle durch den vom 1.FCN engagierten Sicherheitsdienst, dann den prüfenden Blick der Polizeibeamten.
Zwei Hürden haben Besucher eines Bundesliga-Heimspiels derzeit zu meistern: Erst die Eingangskontrolle durch den vom 1.FCN engagierten Sicherheitsdienst, dann den prüfenden Blick der Polizeibeamten.
Foto: Weigert

Eigentlich wollte die Deutsche Fußball-Liga (DFL) mit dem Papier „Sicheres Stadionerlebnis“ einen Weg aufzeigen, um die Sicherheit in deutschen Stadien zu erhöhen. Auf 33 Seiten sieht es einschneidende Maßnahmen gegen Fußballfans vor. Persönliche Daten sollen leichter weitergegeben werden können, die maximale Dauer von Stadionverboten fünf Jahre betragen.

Fans könnten außerdem in speziell dafür errichteten Containern an den Stadioneingängen einer sogenannten Personenvollkontrolle unterzogen werden, bei der auch Körperöffnungen auf verdächtige Gegenstände untersucht würden.

Doch daraus wird zumindest in der jetzigen Form nichts. Denn bei Fans und Vereinen regt sich Widerstand. Jetzt hat auch der 1. FC Nürnberg der DFL eine Absage erteilt. „Der FCN spricht sich klar gegen Personenvollkontrollen, pauschale Sanktionen ganzer Fangruppierungen sowie die Verlängerung der maximal zu verhängenden Dauer von Stadionverboten aus“, erklärte der FCN am Freitag. In seiner jetzigen Form könne der Club das Konzept „nicht vollumfänglich akzeptieren“.

„Seite für Seite“

Das Statement des Vereins ist das Ergebnis eines Treffens mit Fanvertretern, das am Mittwoch stattfand und auf Initiative des Nürnberger Fanprojektleiters Heino Hassler zustande kam. „Wir haben das Papier Seite für Seite durchgearbeitet. Ich bin froh, dass sich der Verein nicht vor den Karren der DFL spannen ließ“, zeigte sich Hassler zufrieden.


Nicht das ganze Konzept sei abgelehnt worden, zu den umstrittensten Punkten gebe es jetzt aber eine gemeinsame Position von Verein und Fans. Die will Sportvorstand Martin Bader nun am 12. Dezember in Frankfurt vorstellen. Dort soll das Konzept von den Vereinen der Ersten und Zweiten Bundesliga verabschiedet werden.

Neben dem 1. FC Nürnberg reagierten in den vergangenen Wochen unter anderem der VfL Wolfsburg und die Zweitligisten Union Berlin und Dynamo Dresden mit scharfer Kritik auf das Papier. Auch die Arbeitsgemeinschaft Fananwälte, der auch der Nürnberger Jurist und FCN-Aufsichtsrat Ralf Peisl angehört, lehnt das Papier ab. „Mit der bestehenden Rechtslage nicht im Einklang“, so das Urteil ihrer rechtlichen Analyse.

Erst zu Wochenbeginn waren nach den Vorkommnissen beim Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke04 wieder Forderungen aus Politik und Verbänden laut geworden, härtere Maßnahmen gegen Fußballfans zu ergreifen. Fanvertreter wie Heino Hassler können dem jedoch nur wenig abgewinnen: „Der Hype ist lächerlich, die Gewaltszenarien sind so nicht belegbar.“ 

GARY CUNNINGHAM


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Kurzbeschreibung:
Titel, Tränen und Triumphe: Der 1. FC Nürnberg blickt auf eine bewegte, mittlerweile über 113-jährige Geschichte zurück. Seine größten Erfolge feierte der Club in den "goldenen" 20er Jahren, als alleine fünf der insgesamt neun Meisterschaften gelangen. Bis in die 60er Jahre gehörte der Verein zu den ganz großen Namen des deutschen Fußballs. Doch mit dem erstmaligen Abstieg aus dem Oberhaus 1969 begann ein jahrzehntelanges Tief. Abstiege und Skandale prägten den Verein, der sich in dieser Zeit den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft verdiente und 1996 gar in die drittklassige Regionalliga abstürzte. Erst im neuen Jahrtausend konsolidierte sich der Verein und knüpfte mit dem DFB-Pokalsieg 2007 an alte Zeiten an - sehr zur Freude der treuen und großen Anhängerschaft des FCN.

Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968

DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

Ein extra Themenarchiv mit "historischen" Berichten rund um den 1. FCN finden Sie unter dem Stichwort "Club-Geschichte(n)".

Der Club-Kader in der Saison 2012/13

Galerie Kader 1. FC Nürnberg 2011/12