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Eigentlich wollte die Deutsche Fußball-Liga (DFL) mit dem Papier „Sicheres Stadionerlebnis“ einen Weg aufzeigen, um die Sicherheit in deutschen Stadien zu erhöhen. Auf 33 Seiten sieht es einschneidende Maßnahmen gegen Fußballfans vor. Persönliche Daten sollen leichter weitergegeben werden können, die maximale Dauer von Stadionverboten fünf Jahre betragen.
Fans könnten außerdem in speziell dafür errichteten Containern an den Stadioneingängen einer sogenannten Personenvollkontrolle unterzogen werden, bei der auch Körperöffnungen auf verdächtige Gegenstände untersucht würden.
Doch daraus wird zumindest in der jetzigen Form nichts. Denn bei Fans und Vereinen regt sich Widerstand. Jetzt hat auch der 1. FC Nürnberg der DFL eine Absage erteilt. „Der FCN spricht sich klar gegen Personenvollkontrollen, pauschale Sanktionen ganzer Fangruppierungen sowie die Verlängerung der maximal zu verhängenden Dauer von Stadionverboten aus“, erklärte der FCN am Freitag. In seiner jetzigen Form könne der Club das Konzept „nicht vollumfänglich akzeptieren“.
Das Statement des Vereins ist das Ergebnis eines Treffens mit Fanvertretern, das am Mittwoch stattfand und auf Initiative des Nürnberger Fanprojektleiters Heino Hassler zustande kam. „Wir haben das Papier Seite für Seite durchgearbeitet. Ich bin froh, dass sich der Verein nicht vor den Karren der DFL spannen ließ“, zeigte sich Hassler zufrieden.
Das Sicherheitskonzept der Bundesliga: 16 Punkte als Streitthema
Nicht das ganze Konzept sei abgelehnt worden, zu den umstrittensten Punkten gebe es jetzt aber eine gemeinsame Position von Verein und Fans. Die will Sportvorstand Martin Bader nun am 12. Dezember in Frankfurt vorstellen. Dort soll das Konzept von den Vereinen der Ersten und Zweiten Bundesliga verabschiedet werden.
Neben dem 1. FC Nürnberg reagierten in den vergangenen Wochen unter anderem der VfL Wolfsburg und die Zweitligisten Union Berlin und Dynamo Dresden mit scharfer Kritik auf das Papier. Auch die Arbeitsgemeinschaft Fananwälte, der auch der Nürnberger Jurist und FCN-Aufsichtsrat Ralf Peisl angehört, lehnt das Papier ab. „Mit der bestehenden Rechtslage nicht im Einklang“, so das Urteil ihrer rechtlichen Analyse.
Erst zu Wochenbeginn waren nach den Vorkommnissen beim Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke04 wieder Forderungen aus Politik und Verbänden laut geworden, härtere Maßnahmen gegen Fußballfans zu ergreifen. Fanvertreter wie Heino Hassler können dem jedoch nur wenig abgewinnen: „Der Hype ist lächerlich, die Gewaltszenarien sind so nicht belegbar.“
Mi. 19.06.13
Mi. 19.06.13
Di. 18.06.13
Di. 18.06.13