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Club will 2015 Pläne für neue Arena vorlegen

Spielfeld soll gedreht werden, Haupttribüne bleibt — Nordkurve wird zur Gegentribüne mit Stehplätzen - 22.10.2011 07:00 Uhr

In dieser Richtung soll in Zukunft der Ball rollen. Das Spielfeld wird gedreht (rot umrandet), die moderne Haupttribüne im Süden erhalten. Die „Nordkurve“ der Fans wird zur Gegentribüne mit Stehplätzen im Unterrang.

In dieser Richtung soll in Zukunft der Ball rollen. Das Spielfeld wird gedreht (rot umrandet), die moderne Haupttribüne im Süden erhalten. Die „Nordkurve“ der Fans wird zur Gegentribüne mit Stehplätzen im Unterrang. © Nürnberg Luftbild, Hajo Dietz; Montage: Hava


„2015 wollen wir so weit sein“, sagt Martin Bader. Die Rede ist, wie so häufig zuletzt, vom Stadion. In vier Jahren will der Sportvorstand des 1. FC Nürnberg „der Stadt etwas präsentieren“. Und zwar konkrete Pläne für eine neue Arena mit 50000 Plätzen. Die sollen sich, wie auch Finanzvorstand Ralf Woy immer wieder betont hat, stark an den Bedürfnissen der Fans orientieren. Das heißt in jedem Fall: Das Stadion würde dann in eine reine Fußballarena umgewandelt werden.

Wie? Dazu haben sich die Club-Verantwortlichen bereits Gedanken gemacht. Die Haupttribüne des jetzigen Stadion soll erhalten bleiben, das Spielfeld aber soll gedreht werden. Die Haupttribüne würde dann zur Kurve.

Die Club-Fans sollen auch in einem möglichen neuen Stadion ihren Platz im Norden haben: Dort würde der Unterrang zu großen Teilen aus Stehplätzen bestehen. Verabschieden müssten sich die Anhänger allerdings wahrscheinlich von der achteckigen Form, ein Modell wie das Rhein-Energie-Stadion scheint realistisch. Zumindest optisch.

Ab 40 Millionen Euro

Entscheidend aber ist das Finanzielle. Beim Club rechnet man mit Kosten von 40 Millionen Euro. Aufwärts. Mit einer Arena wie der des FC Bayern München will sich der Club dabei nicht messen (Kostenpunkt: 280 Millionen Euro; Infrastruktur inklusive). Finanzchef Woy hat unlängst angemerkt, dass der Club sich eher an Mannschaften wie Hannover 96 orientieren muss. Die Niedersachsen haben ihr Stadion mit 45000 Sitzplätzen für immerhin 64 Millionen Euro neu gebaut.



Das Club-Gebot, beziehungsweise der Plan, geht an die Stadt Nürnberg. Sie ist Besitzer des Stadions und des Grundstücks. Und benötigt ab dem Jahr 2015 möglicherweise einen neuen Herrn im Haus. Dann endet der Vertrag mit der Betreibergesellschaft Hochtief. Dann würde der 1. FC Nürnberg wohl gerne selbst den Betrieb der Arena übernehmen. Und umbauen, das — wie Baders Aussage betont — sogar ganz konkret. Dabei hofft er auf die Hilfe der Stadt sowie eines Investors. Selbst will der Club für seine Vision aber auch tief in die Tasche greifen. Außerdem hofft man am Valznerweiher darauf, dass der Verwaltung die Kosten für die Erneuerung des Stadions mit der Zeit doch zu teuer werden. Sorge macht man sich vor allem um das Stadiondach.

Im Rathaus stößt die Vorstellung der Club-Macher dagegen auf Skepsis. Bürgermeister Horst Förther sieht im Moment keinen Handlungsbedarf. Wie viel eine Sanierung des Stadiondachs kosten würde, kann er nicht sagen. Aber er verweist weiter auf die Problematiken: Die heißen Denkmalschutz (gilt für die Haupttribüne, aber auch für das Oktagon) und Zuschüsse. 27 Millionen hat die Stadt für den Ausbau im Jahr 2006 vom Freistaat bekommen. Wird der Bau in fünf Jahren abgerissen, müsste das Geld zurückgezahlt werden.

Martin Bader

Martin Bader © Fengler


Nicht nur deshalb ist auch Minister Markus Söder (CSU) skeptisch. Vor dem Umbau 2006 zählte er zu den glühenden Befürwortern eines reinen Fußballstadions, die Stadt hielt aber damals an der Laufbahn fest: „Das war eine verpasste Chance“, bedauert das Beiratsmitglied des 1. FCN heute. Denn mittlerweile würden die Fördermittel nicht mehr so einfach fließen, „gibt es für Stadt und Staat doch andere Prioritäten“. Außerdem stehe in Nürnberg „ein wirklich hochwertiges Stadion, das wir nicht schlechtreden sollten“.

Vorbild Stuttgart

Am Samstag gastiert nun erst mal das Vorbild in Sachen Umbau in Nürnberg: der VfB Stuttgart. Der VfB hat ebenfalls eine Tribüne erhalten, außerdem den Umbau (für 61 Millionen Euro) während des Spielbetriebs ermöglicht. Für den Stadionumbau hat der VfB vor drei Jahren Matthias Huber als Direktor für Verwaltung, Personal und Organisation eingestellt. Von 2004 bis 2005 war Huber Geschäftsführer des 1. FC Nürnberg. Davor arbeitete er viele Jahre für Hertha BSC Berlin. Wie Martin Bader. Eine neue Arena würde das Aus für den von vielen Fans gewünschten Namen Max-Morlock-Stadion bedeuten. Denn ein neues Stadion und keinen Namenssponsor wird sich der 1. FCN in keinem Fall leisten können.

  

T. SCHICKLER, W. LAASS, M. HUSAREK - Lokales Nürnberg

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