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Cyberbullying: Schüler demütigen sich im Internet

Lehrer Robert Müller-Mateen über Tyrannei im Netz - 08.02. 17:28 Uhr

Nürnberg  - Zahlreiche Gefahren lauern im Netz für Kinder und Jugendliche. Gymnasiallehrer Robert M. Müller-Mateen (65) beschäftigt sich intensiv mit den Risiken des Internets - einige von ihnen beschreibt er im Interview.

Internet-Experte und Gymnasiallehrer Robert M. Müller-Mateen.
Internet-Experte und Gymnasiallehrer Robert M. Müller-Mateen.
Foto: oh
Internet-Experte und Gymnasiallehrer Robert M. Müller-Mateen.
Internet-Experte und Gymnasiallehrer Robert M. Müller-Mateen.
Foto: oh

Was ist Cyberbullying genau?

Müller-Mateen: Cyberbullying ist Mobbing im Internet. Es bezeichnet eine wiederholte, auf einen längeren Zeitraum bezogene Handlung, mit dem Ziel, eine andere Person bewusst zu demütigen. Bullying kommt vom englischen Wort „bully“ und bedeutet Tyrann. Im Gegensatz zu Cybermobbing bezieht sich Cyberbullying konkret auf die Schule, also Tyrannisierung durch oder von Schülern.

Wo findet Cyberbullying statt?

Müller-Mateen: Die Social Networks wie etwa Facebook oder Schüler-VZ bieten den Nährboden für Cyberbullying. Öffentliche Beiträge, Fotos und Videos in Online Communitys werden für die Opfer zur Qual. Im Netz ist die Anonymität gewährleistet. Die Hemmschwelle ist deshalb geringer, weil die Täter meist unerkannt handeln können. Der Zuschauerkreis wird im Netz größer und die Demütigung der Opfer somit vervielfältigt. Die Reichweite und die Folgen ihrer Taten können die Jugendlichen kaum abschätzen. Das ist das große Problem.

Wie können Lehrer und Eltern vorbeugen?

Müller-Mateen: In einer funktionierenden Klassengemeinschaft ist Bullying selten. Es liegt in der Verantwortung der Eltern und der Lehrer, den Kindern Zivilcourage zu vermitteln. Zudem ist es wichtig, den Eltern und Lehrern einen Blick für die Problematik zu vermitteln.

Wenn die Kinder sich zurückziehen und schweigsam werden, müssen die Alarmglocken läuten. Als Vertrauenspersonen sollten wir auf die Kinder zugehen und nachhaken.

Wie können sich Schüler, die zum Opfer geworden sind, wehren?

Müller-Mateen: Die betroffenen Kinder gehen so gut wie nie an die Öffentlichkeit. Es ist ihnen peinlich und sie schämen sich, weil sie im Internet bloßgestellt werden. Für die Opfer ist es entscheidend, sich anzuvertrauen. Die Problematik anzusprechen und die Chance auf Rehabilitierung zu bekommen.

Was können die Eltern der betroffenen Kinder tun?



Müller-Mateen: Die Schule kann natürlich mit einem Schulverweis reagieren. Die Lehrer und Eltern müssen die Thematik aber in der Klasse ansprechen. In letzter Instanz können sich Familien auch an die Polizei wenden. Da Cyberbullying meistens in der Unterstufe vorkommt, sind die Kinder nicht strafmündig. Den Beamten sind deshalb die Hände gebunden. Die Polizei kann jedoch Hilfe leisten und auf Beratungsstellen verweisen.

Auf www.klicksafe.de können sich Eltern und Kinder über Hilfen informieren und finden Tipps und Links für Probleme im weltweiten Netz.
  



Interview: MARIA HEINRICH

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