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„Dann haben wir keine Delfin-Zucht mehr“

Nach erneuter Totgeburt eines Nürnberger Meeressäugers: Tiergarten weist Kritik zurück - 04.11. 19:37 Uhr

Nürnberg  - Bittere Nachricht aus Holland: Mit ihrer Totgeburt in Harderwijk hat die Nürnberger Delfin-Dame Anke den Nachwuchs-Hoffnungen des Tiergartens einen Schlag versetzt und erneut Kritik von Tierschützern ausgelöst.

Die Haltung von Tümmlern in Zoos und Delfinarien ist heftig umstritten.
Die Haltung von Tümmlern in Zoos und Delfinarien ist heftig umstritten.
Foto: dpa
Die Haltung von Tümmlern in Zoos und Delfinarien ist heftig umstritten.
Die Haltung von Tümmlern in Zoos und Delfinarien ist heftig umstritten.
Foto: dpa

Es ist die zweite missglückte Geburt der 27-jährigen Meeressäugerin, der bereits im vergangenen Frühjahr ein Jungtier nur 15 Minuten nach der Niederkunft verstorben war. Dabei gilt das holländische Delfinarium, in dem Anke sowie die beiden Nürnberger Damen Naomi und Nynke seit 2008 leben, als erfolgreich bei der Nachzucht von Delfinen, sagt der stellvertretende Tiergarten-Chef Helmut Mägdefrau. Dass man das über Nürnberg nicht sagen kann, räumt er sofort ein: „Unsere Jungtiersterblichkeit ist zu hoch.“ Die Nachzuchtversuche seit 1998 sind erfolglos.

Tierschutzorganisationen wie das Wal- und Delfinschutzforum (WDSF) zählen allein seit 2004 zehn totgeborene oder kurz nach der Geburt verstorbene Tümmler auf. Die Zahlen beweisen laut WDSF, dass eine artgerechte Haltung von Delfinen in Gefangenschaft nicht möglich sei. Daher verlangen sie die Schließung aller Delfinarien, inklusive der im Sommer eröffneten Lagune, die „viel zu klein“ sei.



Dem hält Helmut Mägdefrau entgegen, dass die Nürnberger Jungtiere bisher aus einer Vielzahl verschiedener Gründe verstorben seien, die sich alle nicht in Zusammenhang mit der Zoohaltung bringen ließen. Das zeigten auch die fünf erfolgreichen Aufzuchten, die man in Nürnberg zwischen 1986 und 1998 hatte und nicht zuletzt das Beispiel Harderwijk: „Erst vor 15 Monaten hat unsere Nynke dort Kai zur Welt gebracht. Aber dass der gesund heranwächst, interessiert hier niemanden“, hadert er.

Dass der tote Nachwuchs nun auf viel größere Resonanz trifft und das WDSF dem Tiergarten vorwirft, das Ereignis verschwiegen zu haben, kann er nicht nachvollziehen. Man habe die schriftliche Erklärung der holländischen Kollegen bereits Anfang der Woche auf der Internetseite des Tiergartens platziert. Eine eigene Pressemitteilung sei in solchen Fällen dagegen noch nie veröffentlicht worden.

Dass die jüngste Nachricht aus Holland ein „herber Schlag“ für die Lagune sei, bestätigt er jedoch indirekt. Weil die Stadt gegen sogenannte Wildfänge ist, ist der Tiergarten auf erfolgreiche Nachzucht dringend angewiesen, sagt Helmut Mägdefrau und fügt hinzu: „Wenn uns das nicht gelingt, dann haben wir in zehn bis 15 Jahren ohnehin keine Delfin-Zucht mehr. Und unsere Gegner kriegen, was sie wollten.“VOLKAN ALTUNORDU 



Volkan Altournordu - Lokales Nürnberg

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