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Das Bahn-Museum kramt in seinem Schatzkästchen

Im neuen Schaudepot sind ab Ende Februar viele unbekannte DB-Raritäten zu sehen - 08.02. 19:51 Uhr

Nürnberg  - Große Pläne für das DB-Museum: Das Freigelände wird umgestaltet, die Dauerausstellung aktualisiert. Der Kinderbereich zieht in den zweiten Stock und soll dort eine „Eisenbahn-Erlebniswelt“ werden.


Mit derartigen roten Draisinen fuhren Bahnmeister früher ihre Strecken ab, um die Schienenwege zu kontrollieren. Das Gefährt steht im neuen Schaudepot auf dem Freigelände des DB-Museums, das Ende Februar eröffnet.
Mit derartigen roten Draisinen fuhren Bahnmeister früher ihre Strecken ab, um die Schienenwege zu kontrollieren. Das Gefährt steht im neuen Schaudepot auf dem Freigelände des DB-Museums, das Ende Februar eröffnet.
Foto: Stefan Hippel
Mit derartigen roten Draisinen fuhren Bahnmeister früher ihre Strecken ab, um die Schienenwege zu kontrollieren. Das Gefährt steht im neuen Schaudepot auf dem Freigelände des DB-Museums, das Ende Februar eröffnet.
Mit derartigen roten Draisinen fuhren Bahnmeister früher ihre Strecken ab, um die Schienenwege zu kontrollieren. Das Gefährt steht im neuen Schaudepot auf dem Freigelände des DB-Museums, das Ende Februar eröffnet.
Foto: Stefan Hippel

Seit Mai 2011 leitet Russalka Nikolov das große Verkehrsmuseum an der Lessingstraße, nun setzt sie entscheidende Akzente. Zum einen betrifft es die Dauerausstellung, bei der momentan immer noch im Jahr 1989 Endstation ist: Zwei deutsche Bahn-Unternehmen stehen nebeneinander. Es wird also Zeit, dass das Museum endlich in der Gegenwart ankommt.

Das neueste Schienenverkehr-Kapitel soll nun auf 750 Quadratmetern im zweiten Stockwerk geschrieben werden. Dabei geht es auch um Hochgeschwindigkeitszüge und Umweltschutz. Einen Blick in die Zukunft möchte das Museum ebenfalls werfen — nach dem Motto: Wie sieht die Deutsche Bahn im Jahr 2050 aus?

„Es soll eine lebendige Ausstellung mit viel Interaktion werden“, schwebt der Direktorin vor. Die Ausschreibung für die Neugestaltung läuft auf internationaler Ebene. Bis zum Frühjahr 2013 soll die Dauerausstellung fertig sein. Schneller geht es beim Umbau des Freigeländes an der Sandstraße: Ende dieses Monats eröffnet bereits ein Schaudepot mit ungewöhnlichen Bahn-Accessoires. Glanzstück ist ein Nachbau des Dampfwagens von Nicholas Cugnot, der 1769 das erste selbst angetriebene Fahrzeug der Welt konstruiert hatte. Nach sechsjährigem Aufenthalt in einem Museum in Florida ist das Gefährt mit dem beeindruckenden Dampfkessel nun nach Nürnberg zurückgekehrt. Die Museums-Mitarbeiter versichern, dass der Wagen immer noch betriebsbereit ist.

Auch ein antiker Gleismesswagen ist ausgestellt, der Unebenheiten oder minimale Schieflagen an den Schienen ganz exakt aufgezeichnet hat.
Hinter dem neuen Depot ist später eine weitere Halle geplant, dafür muss der bestehende Bahnhof verschwinden. Er wird im hinteren Teil des großen Grundstücks wieder aufgebaut. An einem funktionierenden Stellwerk können die Besucher künftig Bahnsignale aus den verschiedenen Epochen bedienen. Für einen Teil der Arbeiten will man Auszubildende der Bahn einsetzen.

Bilderstrecke zum Thema
Viel Stahl, Dampf und Rauch gab es auf dem Dampfloktreffen des DB Museums in Nürnberg zu erleben.



Eine neue Kinderwelt entsteht bis Oktober auf 1000 Quadratmetern in der zweiten Etage des Museums. Im jetzigen Bereich für Mädchen und Jungen im ersten Stock finden künftig Sonderausstellungen statt. Warum die Verlagerung? Das Angebot für die Kinder werde ohnehin immer besucht, auch von vielen Erwachsenen, argumentiert die Museums-Leitung. Mit der zentral gelegenen Fläche in der ersten Etage will man später Sonderschauen stärken.

Der Kinderbereich soll etwas Besonderes werden: Auf einem Zeitstrahl reisen kleine und große Gäste durch die Eisenbahn-Geschichte, erfahren Interessantes über das Drei-Klassen-System mit Luxusabteil und Holzklasse. Sie bekommen spielerisch Informationen zu Bahnberufen und dürfen die klassischen Antriebswege mit Dampf, Elektrik und Diesel ausprobieren.

„Es soll Spaß machen“

Damit nicht nur Erwachsene ihre Freude am Kinderbereich haben, holte sich das Museum die Meinungen eines elfköpfigen Kinderbeirats ein. Die kleinen Experten wissen schließlich bei der momentanen Präsentation am besten, was langweilig ist und was gut ankommt. Ihre Anregungen fließen in die neue Abteilung ein. „Es soll Spaß machen“, ist das Ziel von Leiterin Nikolov.

Die neue Kinderwelt dürfte etwa 400000 Euro kosten, die Summen für die anderen Maßnahmen stehen noch nicht fest. Das Konzern-Museum ist mit den Besucherzahlen sehr zufrieden: 147000 Gäste kamen im vergangenen Jahr, im Jubiläumsjahr 2010 waren es 191000 Besucher, im Jahr davor 126000 Personen. Auf dem positiven Trend wolle man sich nicht ausruhen, sondern weiter aufbauen. 



HARTMUT VOIGT - Lokales Nürnberg

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