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Der Bunker ist ein Ort der Erinnerungen

Wieder zugänglich: Sonderführungen durch den Laufertorkeller in Nürnberg - 03.01. 07:00 Uhr

Nürnberg  - Zur Erinnerung an den schwersten Bombenangriff vom 2. Januar 1945 hat der Verein Nürnberger Felsengänge eine Sonderführung durch den Laufertorkeller organisiert. Seit Montag finden die ersten Exkursionen statt — der Andrang ist groß.


Seit Montag finden Führungen durch den Bunker unterm Rathenauplatz statt — sie geben einen Einblick in die Vergangenheit der Stadt. Während des Zweiten Weltkriegs hatten die Stadtwerke dort Büros.
Seit Montag finden Führungen durch den Bunker unterm Rathenauplatz statt — sie geben einen Einblick in die Vergangenheit der Stadt. Während des Zweiten Weltkriegs hatten die Stadtwerke dort Büros.
Foto: Eduard Weigert
Seit Montag finden Führungen durch den Bunker unterm Rathenauplatz statt — sie geben einen Einblick in die Vergangenheit der Stadt. Während des Zweiten Weltkriegs hatten die Stadtwerke dort Büros.
Seit Montag finden Führungen durch den Bunker unterm Rathenauplatz statt — sie geben einen Einblick in die Vergangenheit der Stadt. Während des Zweiten Weltkriegs hatten die Stadtwerke dort Büros.
Foto: Eduard Weigert

Ingo Eigner, freiberuflicher Stadt- und Museumsführer, bringt 22 Menschen hinab in die Tiefe. Es ist eng in dem schmalen Gang, eine Besuchergruppe schlängelt sich an der anderen vorbei. Vor 67 Jahren hat am 2.Januar der schwerste Luftangriff auf Nürnberg stattgefunden — mehr als 1800 Menschen starben, über 100.000 Nürnberger wurden obdachlos. Gegen 19.20 Uhr ging die Bombardierung damals los — gut eine Stunde später waren große Teile der Altstadt in Schutt und Asche zerfallen.

Erwin Beck, der heute an der Führung teilnimmt, erinnert sich noch genau an die Angriffe. „Die Bunker waren überfüllt, meistens waren dreimal so viele Menschen drinnen wie vorgesehen.“ Auch im Laufertorturm hat der heute 78-Jährige damals Zuflucht gefunden. „Die Stimmung war schrecklich, Kinder haben geweint, Frauen haben geschrien, bis ein Soldat wieder alle beruhigt hat“, erzählt er. Fast jedes Jahr nimmt er an den Sonderführungen durch die Kelleranlagen teil.

Früher war der Keller ein Bierkeller, erst 1943 haben Zwangsarbeiter aus der Ukraine den Bunker ausgebaut und einen neuen Eingang errichtet. „Die Nazis haben im Krieg angefangen, eine Stadt unter der Stadt zu bauen — nicht um die Bevölkerung zu unterstützen, sondern, um den Krieg erfolgreich weiterzuführen“, erklärt Eigner. Der Laufertorkeller spielte dabei eine besondere Rolle: Die Stadtwerke hatten dort Büros, um Reparaturen an Gas-, Strom- oder Wasserleitungen schnell zu koordinieren.


Die Besuchergruppe drängt sich in einen kleinen Raum. Hier befindet sich ein Notbrunnen, den die Nazis errichtet haben. „Er geht ungefähr 40 Meter in die Tiefe hinab“, erklärt Eigner. Das Wasser wurde in Wassertanks gepumpt und sollte mehrere Bunker versorgen — über ein Rohrnetz, das nie fertig geworden ist.

Fotos, die während der Sonderführung ausgestellt sind, zeigen die dramatische Situation aus der Zeit: brennende Gebäude, Menschen, die Wasser in Eimern schleppen. Und Gemüsegärten, die wegen der Lebensmittelknappheit nach dem Krieg auf jeder freien Fläche in der Stadt errichtet wurden. Gespannt lauschen die Besucher Eigner, der zu jeder Kleinigkeit in dem Bunker etwas erzählen kann. „Ich finde es faszinierend, den Keller zu besichtigen — denn das ist ein Ort, da kommt man sonst nie hin“, sagt Thomas Weidenbusch, der schon mehrere Male an solchen Führungen teilgenommen hat.

Die Führungen finden bis Sonntag, 8. Januar, zwischen 11 und 17 Uhr statt. Zunächst jede halbe Stunde, von Freitag bis Sonntag dann alle 15 Minuten. Treffpunkt ist der Laufertorturm, dort gibt es die Eintrittskarten für fünf Euro. 



HANNI KINADETER - Lokales Nürnberg

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