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Sie waren im Theater, in der Schreinerei oder im Kindergarten. Siebtklässler Fabian hat bei der Firma Knoll den Beruf des Fachlageristen erkundet. Am Wareneingang habe er neue Warenlieferungen gescannt, erzählt er nicht ohne Stolz.
Vielen ist die Friedrich-Wilhelm-Herschel-Mittelschule — so die offizielle Bezeichnung — in Nürnbergs Süden als Brennpunkt-Schule ein Begriff. Die Mehrzahl der Schüler hat einen Migrationshintergrund, Probleme mit der deutschen Sprache erschweren später die Suche nach einem Ausbildungsplatz. Doch auch wer endlich einen Platz bekommen hat, ist nicht immer glücklich. „Rund 20 Prozent der Azubis brechen ihre Ausbildung vorzeitig ab“, wie Lehrerin Heyke Feigl erklärt.
Der Grund dafür sei häufig eine ganz falsche Vorstellung vom einstigen Wunschberuf. Das will die Schule ändern: Gemeinsam mit der Bürgerstiftung Nürnberg hat sie vor drei Jahren das Pilotprojekt „Abenteuer der Berufe“ ins Leben gerufen. Bereits ab der 5. Klasse sollen Schüler an das spätere Arbeitsleben herangeführt werden und dabei wichtige Schlüsselqualifikationen erlernen.
Und das soll Spaß machen: „Wir wollen, dass die Schüler die Berufsfindung wie ein spannendes Abenteuer empfinden, bei dem sie ihre Stärken entdecken können“, sagt die Pädagogin Stephanie Krötzsch von der Bürgerstiftung, die das Projekt begleitet. Gemeinsam mit ihren Lehrern erkunden die Schüler Betriebe, über die sie sich vorab schon informiert haben, und stellen vor Ort gezielte Fragen.
Über das Erlebte wird zunächst gesprochen, anschließend ein Bericht für die Schul-Homepage erstellt. Ein Benimm-Lehrer hat mit den Schülern geübt, wie man sich beim Vorstellungsgespräch oder im Berufsleben verhält: Ohrstöpsel raus, ein kräftiger Händedruck — damit liegt man richtig.
„Die Schüler entwickeln einen realistischen Blick auf die Arbeitswelt und lernen, ihre Fähigkeiten besser einzuschätzen“, betont Krötzsch. So mancher Kindertraum, wie der, später Feuerwehrmann zu werden, löse sich in Luft auf. Das Pflicht-Praktikum in der 7. Klasse können die Schüler so viel gezielter auswählen. Auch die Betriebe sind erfreut: Denn die Projekt-Schüler fallen durch hohe Lernbereitschaft und Höflichkeit auf.

