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Für die kleine Familie wird es ein ganz besonderes Weihnachtsfest. Zwar fehlt ein Baum, auch auf schön verpackte Präsente werden die drei verzichten. Dafür haben sie, wie der junge Vater sagt, sich selbst das größte Geschenk gemacht: Vor drei Wochen kam Töchterchen Nadja zur Welt, und Alex T. (alle Namen geändert) ist rührend besorgt um die Kleine.
Die ersten beiden Tage habe er sich gar nicht getraut, das Baby anzufassen, sagt er selbst. „Ich habe sie behandelt wie ein rohes Ei.“ Niest Nadja mal, fürchtet der Vater gleich, sie könnte sich erkältet haben; weint die Tochter, so leidet er mit. „Er muss noch abgehärtet werden“, meint seine Mutter Anne T., die die junge Familie tatkräftig unterstützt.
Nadjas Start ins Leben ist aber trotz aller Geborgenheit und Fürsorge alles andere als leicht. Ihre Mutter, Jenny B., wuchs in schwierigen Verhältnissen auf, lebte mal bei der Großmutter, mal in verschiedenen Heimen. Ihren Vater kennt sie nicht, ihre Mutter konnte sich nicht um sie kümmern. Ohne wirkliche Bindung an eine Familie oder andere vertraute Personen verlor das Mädchen irgendwann jeden Halt und ging nach der achten Klasse von der Schule ab. Mit verschiedenen Jobs hielt sie sich über Wasser. „Ich hab’ mich hängenlassen“, sagt die 22-Jährige rückblickend.
Und nicht nur das: Um die Zuneigung der Mutter zu erringen, machte sie, wie sie längst selber weiß, eine große Dummheit. Ohne genau zu überlegen, worauf sie sich einließ, holte sie für die drogenkranke Frau ein Päckchen ab — und wurde bei diesem Kurierdienst prompt erwischt. „Ich wusste ja gar nicht, was ich da mache“, sagt sie.
Bis vor kurzem saß Jenny B. deshalb in Untersuchungshaft, jetzt wartet sie auf das Gerichtsverfahren. „Ich hoffe sehr, dass ich eine Bewährungsstrafe bekomme“, meint sie. Denn gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten will sie sich ein Nest bauen, will ihren Schulabschluss nachholen und eine Ausbildung beginnen.
Anne T. ist bereit, sich bei Bedarf tagsüber um ihr Enkelkind zu kümmern. Sie sei überzeugt davon, dass die junge Frau ihr Leben in den Griff bekommen werde, sagt die 49-Jährige. Doch noch quälen die Familie große Sorgen. Alex T. hat zwar eine feste Stelle als Fachkraft für Lagerlogistik, doch sein Gehalt ist gering. Bis vor wenigen Monaten war er arbeitslos, „ich konnte kaum sparen“. Seiner Tochter zuliebe zog er in eine größere Wohnung in unmittelbarer Nähe der Eltern um, doch das Geld für die Kaution und den (gebrauchten) Kinderwagen musste er sich bei Bekannten leihen. Auch viele Einrichtungsstücke fehlen noch. Die Weihnachtsaktion will der Familie unter die Arme greifen — damit Nadja im nächsten Jahr unterm Weihnachtsbaum strahlen kann.
Do. 05.01.12
Do. 29.12.11
Sa. 24.12.11
Fr. 23.12.11
Mi. 21.12.11