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Es hört sich an wie Pfeifen im Wald: Soziale Berufe seien „Top-Berufe“, heißt es im Rathaus, wo neben dem Notstand in der Pflege auch der in der Kinder- und Jugendhilfe Thema war. Doch so sicher die Perspektiven auch sein mögen, so sehr sich die Kommune darum bemüht, Fachkräfte zu binden, die Prognosen stimmen düster.
2300 Erzieher(innen) werden in Bayern bereits im kommenden Jahr fehlen, prophezeit das Bayerische Jugendinstitut. Auf die sinkenden Geburtenzahlen zu hoffen, sei ein Holzweg, so Sozialreferent Reiner Prölß. In den Städten — auch Nürnberg wächst zurzeit — werde es keine Entlastung geben. Im Gegenteil.
Dass die Erzieherausbildung fünf lange Jahre dauert und am Ende vergleichsweise niedrige Löhne stehen, müsse sich ändern, so Prölß. Unterschiedliche Ausbildungszeiten, kürzere, aber auch längere bis hin zum Studium, würden nützen. Er fordert generell mehr Wertschätzung für soziale Arbeit ein.
Mehr Geld könne die Stadt leider nicht zahlen, die Mittel seien knapp und man sei an den Tarif gebunden. Zitat Reiner Prölß: „Die Situation ist höchst ungerecht, eine radikale Reform der Ausbildung mehr als überfällig.“ Das bundesweite Modellprojekt „Mehr Männer in Kitas“ etwa werde nicht mehr als leichte Image-Korrekturen bringen. Eingefahrene Rollenmuster änderten sich nicht auf Knopfdruck.
Hier brennt es noch nicht: Doch weil in den nächsten zwei Jahren besonders viele Sozialarbeiter(innen) in Rente gehen, droht ein weiterer Engpass - in der Familienhilfe, in der Jugendarbeit oder in der Schulsozialarbeit. Es sei lange nicht mehr eingestellt worden, so ASD-Bereichsleiter Frank Schmidt, bald werde der Konkurrenzkampf um geeignete Fachkräfte auch hier entbrennen.
Der ist in der Erzieherbranche längst Realität. München etwa werbe geradezu aggressiv, biete Bewerberinnen Wohnungen an und locke mit Schnupperwochenenden. Dass in 16 Bundesländern unterschiedlich ausgebildet wird, mache die Lage nicht einfacher, so der Sozialreferent.

