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80 Jahre soll dieser Mann alt sein? Lange dauert es, das zu glauben. Denn alles an Günther Ströber wirkt um Jahrzehnte jünger. Sein Aussehen, seine Frisur, seine Ausstrahlung, sein Reden – und vor allem seine Tatkraft. Seit März 2001, also seit der Gründung des Vereins, leitet er die Geschäftsstelle des „Computer Club Nürnberg 50plus“. Und weil die Vereinsgeschichte schnell zur Erfolgsgeschichte wurde – der CCN 50plus hat 1700 Mitglieder und führt jährlich 180 Computerkurse mit rund 1300 Schülern durch —, gleicht Ströbers Ehrenamt einer Vollzeitstelle. Werktag für Werktag verbringt der 80-Jährige im kleinen Büro im Heilig-Geist-Spital gleich neben dem Nürnberger Hauptmarkt.
Warum es sich trotzdem besser anfühlt als damals, als der Außendienstmitarbeiter Ströber für ein Chemieunternehmen gut bezahlt durch Deutschland tourte? „Hier arbeite ich ganz frei. Ohne Druck“, beschreibt er. „Außerdem arbeiten wir im Vorstand gut zusammen.“ Nahezu unverändert blieb dieser Vorstand in den vergangenen elf Jahren. Und unverändert trifft er sich jeden Donnerstag früh zur Sitzung. Ein Pflichttermin, den Ströber genießt.
Dass er überhaupt zum Computer-Fan wurde, hängt mit seinem ersten Ehrenamt zusammen: dem Tennisspielen. Schon als 16-Jähriger trat er dem 1. FC Nürnberg bei — und ist dort bis heute aktiv. Als Spieler, Turnierorganisator und EDV-Beauftragter. Auch beim Bayerischen Tennisverband sind seine organisatorischen und Computererfahrungen gefragt.
Gut erinnert sich der 80-Jährige an die Vorcomputerzeit der Sportwettkampforganisation zurück. Die Zeit also, als Ergebnislisten noch mit der Schreibmaschine getippt und dann mit Matrizendruckern verfielfältigt werden mussten – und damit erst Tage nach einem Wettkampf vorlagen. Eine wahre Geduldsarbeit für die Ehrenamtlichen.
Als dann die ersten Heimcomputer die Arbeit erleichterten, war Ströber fasziniert. Mit Eintritt in den Ruhestand 1989 kaufte er sich seinen ersten PC. „Aber ich konnte ihn nicht bedienen“, erinnert er sich lächelnd. Per Fernanleitung durch den Tennisverband erarbeitete er sich die neue Welt Stück für Stück – und machte sie sich für sein Hobby zunutze.
Als er im Jahr 2000 in den Nürnberger Nachrichten las, dass das Seniorenamt Interessierte zur Gründung eines Computerclubs für ältere Menschen sucht, sprach ihn das daher sofort an. So war er bei der Geburt des CCN 50plus dabei. Die Stadt schob den Verein damals an. Er agiert aber längst selbstständig und unabhängig, bietet Menschen über 50 Jahren nicht nur Computerkurse, sondern berät seine Mitglieder auch beim Computerkauf oder bei Bedienungsproblemen und betreibt ein Internet-Café.
Der ledige Ströber genießt den Kontakt mit den vielen verschiedenen Menschen. Den Computer sieht er nach wie vor hauptsächlich als Hilfsmittel — und als Kommunikationsmittel. Den Ehrgeiz, sich immer auf dem neuesten Stand zu halten, hat er nicht mehr, das gibt er ganz offen zu. „Dass alles immer schneller wird, finde ich nicht so toll.“
Es stört ihn, „dass man immer wieder umlernen muss“. Selbst Computererfahrene müssen, so hat er festgestellt, fast von vorne anfangen, wenn sie sich ein neues Gerät kaufen, das automatisch mit neuen Programmen bestückt ist. Daher werden, da ist sich Günther Ströber ganz sicher, dem CCN 50plus die Schüler nie ausgehen. Und ihm wird sein Vollzeit-Ehrenamt erhalten bleiben.
www.ccn50plus.de
Sa. 04.05.13
Di. 19.03.13
Di. 26.02.13
Di. 29.01.13
Fr. 28.12.12