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Zufrieden tollen die jüngeren Eisbären im Nürnberger Tiergarten auf dem Eis. Mit Schwung erobert einer der weißen Riesen das Steinpodest in der Mitte der vereisten Wasserfläche. Nur beim Abstieg hat der junge Eisbär ein paar Probleme – und wirkt deshalb ein wenig unsicher auf dem spiegelglatten Untergrund.
Die Eisbären genießen die trockene, eisige Kälte. Allerdings erst seit gestern wieder im Freien. Denn zuvor mussten sie ein paar Tage vom Eis. Im Außenbereich des Eisbärengeheges hatte sich eine riesige Eisscholle gebildet. „Das Eis war so hoch, dass wir die Eisbären aus Sicherheitsgründen nicht mehr in den Außenbereich gelassen haben“, sagt Tiergarten-Direktor Dag Encke.
Das Wasser nämlich trennt die felsige Spielfläche der Eisbären von den Zuschauerfenstern. Durch die hohe Eisscholle bestand die Gefahr, dass die Eisbären versuchen, über die Glaswand aus ihrem Gehege zu klettern. „Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagt Encke. Inzwischen ist das Problem außerdem gelöst. Die Tiergarten-Mitarbeiter haben die Eisscholle zerkleinert und ein wenig Wasser abgelassen. Jetzt genießen die Raubtiere wieder das eiskalte Vergnügen.
Im Aquapark des Tiergartens ist zu dieser Jahreszeit ohnehin am meisten geboten. Nebenan demonstrieren die Seelöwen, dass ihnen die Minusgrade nichts ausmachen. Sie tauchen immer wieder ins eiskalte Nass oder aalen sich auf der zugefrorenen Wasserfläche in der Sonne.
Die Temperaturen lassen einige Tiere regelrecht aufblühen, sagt Dag Encke. „Die Buntmarder beispielsweise. Oder unsere Tiger, die halten es auch bis minus 50 Grad Celsius draußen aus. Es sind ja nicht umsonst sibirische Tiger.“
Nicht mehr in ihrem Gehege zu finden sind dagegen die Paviane. „Für die Jungtiere, die noch sehr feine Fingerglieder haben, ist es zu kalt“, sagt der Tiergartendirektor. Die Giraffen dagegen dürfen jeden Tag für bis zu vier Stunden „vor die Tür“, auch Antilopen und Kropfgazellen zeigen sich im Freien – und sehr kälteunempfindlich.
Die Spannweite des Freilaufs reicht dabei von einer halben Stunde bis zu zehn Stunden. Dabei lernen auch die Tiergarten-Mitarbeiter noch dazu. Ein Beispiel: die Prinz-Alfred-Hirsche, die eigentlich aus einem tropischen Klima (den Philippinen) stammen. Die Tiere halten aber ohne weiteres bis minus 25 Grad Celsius aus.
„Die Hirsche greifen auf ihr genetisches Material zurück“, sagt Encke. Manche Hirscharten leben auch in der arktischen Tundra. „Auch der Eisbär stammt ja letztendlich vom Braunbären ab, weshalb die Eisbären im Zoo auch mal Gemüse verzehren und nicht ausschließlich Fleisch.“
In der Winterzeit allerdings müssen die Eisbären nur sehr wenig gefüttert werden. Die weißen Riesen zehren von ihren angefressenen Fettreserven. Die Seelöwen dagegen benötigen auch in der kalten Zeit sehr fette Nahrung, damit sie einen natürlichen Schutz gegen die Kälte aufbauen können.
Grundsätzlich ist die trockene Kälte für Tiere und Tierpfleger angenehmer. Auch wenn in manchen Fällen Eile geboten ist. „Einige, wie beispielsweise die Schabrackentapire, können nur kurze Zeit aus ihrem Gehege ins Freie. Wir haben dann oft nur ein paar Minuten, um den Stall zu säubern“, sagt Encke.
Das große Reinemachen folgt aber ohnehin erst im Frühjahr. Nämlich dann, wenn die Tiergarten-Mitarbeiter die Notdurft der Tiere wegräumen müssen, die der Schnee verdeckt.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.