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Es war abzusehen: Nach dem externen Gutachten der Wirtschaftsprüfer und dem Konsolidierungs-Beschluss des Aufsichtsrats im November 2011 kommt der Vorstoß der Geschäftsführung für die Mitarbeiter nicht mehr ganz überraschend. Schmerzlich wird es aber dennoch.
Etwa 950 Personen sind bei der Flughafen GmbH und der Tochter Airpart beschäftigt. Die Zahl soll durch „normale Fluktuation“ abgebaut werden, bestätigt Flughafen-Sprecher Reto Manitz einen Eckpunkt des Aufsichtsrats-Konzepts. Frank Riegler von der Gewerkschaft ver.di erklärte gestern, dass die Geschäftsführung des Airports nun auch zu Tarifverhandlungen aufgerufen habe. „Die Löhne und Gehälter sollen offenbar um 10 bis 15 Prozent gekürzt werden“, sagte er.
Auf dem Tisch liegt nach Aussage des Landesfachbereichsleiters der auf zwei Jahre befristete Verzicht der künftigen Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst. Hier läuft der Tarifvertrag am 28. Februar aus. Ab 1. März muss eh neu verhandelt werden. Was dort jedoch an Gehaltssteigerungen herausgehandelt wird, würde dann für die Flughafen-Mitarbeiter 2012 und 2013 nicht gelten. Mehr noch: Sie sollen laut Riegler auch auf ihr 13. Monatsgehalt verzichten. Das sind zwischen 50 und 90 Prozent eines Monatsgehalts, erläutert Manitz. Außerdem soll auch über die leistungsorientierte Bezahlung verhandelt werden, die im Schnitt zwei Prozent eines Monatsgehalts ausmacht.
Reto Manitz bestätigt, dass das in der Summe schon zwischen 10 und 15 Prozent Verzicht ausmachen könnte. Bis es zu solch weitreichenden Schritten kommt, möchte Riegler die Bilanz 2011, die demnächst vorliegt, zunächst jedoch durch einen Wirtschaftsprüfer, „der auch von der Arbeitnehmerseite akzeptiert wird“, analysieren lassen.
Riegler: „Der Einblick muss uns schon ermöglicht werden, wenn die Mitarbeiter auf ihnen zustehende Tarifleistungen verzichten sollen. Vielleicht gibt es ja auch noch andere Sparmöglichkeiten im Unternehmen.“ Die wirtschaftlichen Daten müssten nachvollziehbar sein. Außerdem fordert er einen Verzicht der Geschäftsführung und der außertariflich Angestellten. „Die Reduzierungen werden auch auf diese Gruppe übertragen“, versichert Manitz.
Neu war für den Flughafen-Sprecher der Wunsch der Gewerkschaft, über „sozialverträgliche Arbeitszeitverkürzungen“ zu verhandeln. Riegler denkt etwa an die Kollegen, die weniger arbeiten oder früher in Ruhestand gehen möchten. „Die Modelle müssen auf ihre Wirksamkeit überprüft werden“, sagt er. Laut Manitz sollen auch befristete Zeitverträge zum Teil nicht mehr verlängert werden.
„Wir haben deutlich gemacht, dass wir aktiv mitarbeiten wollen an dem Zukunftskonzept für den Flughafen“, betont ver.di-Vertreter Riegler. „Alle guten Ideen dazu müssen sorgfältig geprüft werden.“ Einkommenskürzungen nach dem Rasenmäherprinzip aber seien weder sozial noch gerecht.
Mi. 23.05.12
Fr. 18.05.12
Mi. 16.05.12
Di. 15.05.12
Sa. 12.05.12