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Erfrischung aus Südtirol

Mischgetränk Hugo überquerte vor zwei Jahren die Alpen - 04.08.2012

Die Minze macht’s: Das Kraut gibt dem Hugo die besondere Note.

Die Minze macht’s: Das Kraut gibt dem Hugo die besondere Note. © Spandl


Über meine erste Begegnung mit Hugo zu berichten, ist nicht einfach, denn es gab zwei. Die erste war ein Großonkel mit diesem ungewöhnlichen Namen, der sehr große Teile seiner Freizeit dem Modellbau schenkte. Egal ob es um Schiffsmodelle ging, um Autos, Eisenbahnen oder Flugzeuge in irgendeinem Maßstab, den ich damals nicht verstand — stets strebte Onkel Hugo in die Königsklasse des Modellbaus, die des beweglichen Modells.

Als kleiner Knirps Mitte der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gab es für mich nichts Spannenderes, als dabei zu sein, wenn er eines seiner neuen Modellschiffe im Dutzendteich zu Wasser ließ oder ein Flugzeug von ihm am Segelflugplatz Lillinghof im Nürnberger Land erstmals seine Runden drehte.

Die Ehre, eventuell an einem der kleinen Knöpfe der zugehörigen echten Fernbedienung drehen zu dürfen, ließ mich den Atem anhalten — und den seltenen Namen des Onkels manchmal vergessen.

Der zweite Hugo, der mir begegnete, kam zeitgleich mit dem Nonsens-Gedicht vom „blondgelockten Jüngling mit kohlrabenschwarzem Haar“ und dem „totgeschossenen Hasen, der auf der Sandbank Schlittschuh lief“, in mein Leben. Meine Mutter hängte an ein ausgesprochenes: „Ja, ja“ immer gleich den Satz: „...sprach der alte Oberförster. Hugo war sein Name... und seine Tochter Käthe, die saß am Fenster und nähte.“

Den Ursprung dieses Endlos-Unsinns herauszufinden ist mir übrigens, trotz überaus virtuoser Beherrschung von Google und des restlichen Internets, in den vergangenen Tagen nicht gelungen. Zwar suchen offenbar sehr viele Menschen danach, aber außer weiteren Varianten der Textzeilen tauchen keine Antworten auf, die der Wahrheitsfindung wirklich auf die Sprünge helfen würden.

Ebenso ergeht es dem Hugo, um den sich hier doch alles drehen soll. Außer der Tatsache, dass er, wie einst Hannibal, vor etwa zwei Jahren die Alpen überquerte, ist nicht viel über seinen Ursprung herauszufinden. Man scheint sich in Fachkreisen lediglich darüber einig zu sein, dass das Mischgetränk Hugo aus Südtirol stammt und von dort seinen Siegeszug in unsere Gläser begonnen hat.

In der Welt der Aperitifs kann derzeit scheinbar nur noch der mindestens ebenso populäre Aperol-Sprizz mit ihm Schritt halten. Denn wer kennt Hugo nicht oder hat in diesem Sommer nicht schon einen getrunken? Sogar als Fertiggetränk gibt es ihn schon zu kaufen.

Wenn Ihnen beim nächsten Supermarktmarkt-Besuch im Weinregal, dort, wo bisher der Prosecco stand, und auch im Regal mit dem Holunderblütensirup gähnende Leere entgegenstarrt, dann kennen Sie bereits die beiden Hauptzutaten.

Die Prosecco-Hersteller dieser Welt reiben sich die Hände, die Blüten des Holunders konnten schon lange kein derart großes Interesse mehr an sich feststellen und die Bauern im Knoblauchsland verkauften bisher schon Tausende und Abertausende Kräutertöpfe auf denen schlicht „Minze“ steht. Heuer sind es wieder etwa zehn Prozent mehr als noch im Jahr zuvor, denn Minze ist ebenfalls eine wichtige Hugo-Zutat. Was sie sonst noch brauchen um in die gute Gesellschaft der Hugotrinker aufzusteigen, finden Sie im Artikel "Hugo - Vom Oberförster zum Kultgetränk" ausführlich und in voller Länge in meinem Kochblog "Aus meinem Kochtopf".

  

ps

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