Die Täter hatten den Jungen verfolgt, als „Ausländer“ beschimpft, „der aus Deutschland verschwinden soll“ und ihn wort- und gestenreich mit dem Tod bedroht. Eine fremdenfeindliche Tat.
Der 32-jährige Haupttäter hat dann auch nicht zum ersten Mal mit dem Staatsschutz-Kommissariat zu tun. Gegen ihn wird ermittelt, weil er Mitte Juli ein am Arm eintätowiertes Sonnenrad in der Öffentlichkeit gezeigt haben soll; eine Swastika, aus der die Nationalsozialisten das Hakenkreuz ableiteten. Das Sonnenrad zählt zu den verbotenen Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
Laut Polizeisprecher Peter Schnellinger liegen dem Staatsschutz sonst allerdings keine Erkenntnisse darüber vor, dass der 32-Jährige ein aktives Mitglied der rechten Szene sei. Er wurde auf andere Weise polizeibekannt: wegen Schlägereien und Drogendelikten. Erst vor einigen Wochen ermittelte die Inspektion West gegen den 32-Jährigen und seinen Komplizen (33). Der Sachbearbeiter lieferte den Kollegen vom Staatsschutz-Kommissariat dann auch den entscheidenden Hinweis. Als er im internen Polizeiportal „Intrapol“ die detaillierte Täterbeschreibung las, erinnerte er sich an die beiden und musste nur noch ihre Namen heraussuchen.
Der 32-Jährige wurde am Dienstag am Frauentorgraben in der Innenstadt festgenommen. Er verweigert laut Schnellinger die Aussage und verlangte einen Anwalt. Weil der gelernte, aber arbeitslose Mechaniker momentan keinen festen Wohnsitz hat, erließ der Ermittlungsrichter wegen Fluchtgefahr Haftbefehl. Wo sich sein 33-jähriger Komplize aufhält, ist noch unklar. Er wird laut Polizei „irgendwo in Nürnberg“ vermutet.
„Wir sind froh, dass wir die Tatverdächtigen so schnell ermitteln konnten“, fährt Schnellinger fort. Dass dies innerhalb weniger Tage gelungen sei, sei auch den aufmerksamen Zeugen zu verdanken. Sie haben den Jungen nicht nur geschützt, sondern lieferten auch eine detaillierte Beschreibung der Täter.
Wie berichtet, versteckte sich der 16-Jährige, der einen deutschen Pass hat, erst minutenlang in einem Geschäft und suchte später in einem Friseursalon am Kopernikusplatz Schutz vor den ausländerfeindlichen Verfolgern. Kunden und Mitarbeiter jagten diese am Ende in die Flucht.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
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