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„Letztlich geht es darum, der Ökobranche ein Gesicht zu geben und sicherzustellen, dass die vielen Klein- und Mittelständler besser miteinander arbeiten“, erklärt Gründungsmitglied Frank Braun die Idee der Innung.
Ein Jahr, nachdem sie ins Leben gerufen wurde, finden sich unter ihrem Dach vom Bio-Bäcker über den Bio-Friseur bis hin zum Bio-Obst- und -Gemüsehändler bereits 30 Mitglieder, die eine Vision verbindet.
„Es gibt immer einen nächsten Schritt, den man gehen kann, um selber auch einen Beitrag dazu zu leisten, dass wir alle eine Zukunft haben“, sagt Braun. Deswegen ist es für Roy Zylka seit 25 Jahren „eine Berufung“ in Nürnberg, Fürth und Erlangen mit Bio-Obst und -Gemüse zu handeln. Dabei verzichtet er nicht nur auf den Kauf chemisch behandelter Ware, er achtet zudem darauf, dass die Erzeuger fair behandelt werden — egal, ob sie Bananen in der Dominikanischen Republik produzieren oder Wirsing im Knoblauchsland.
„Bio und Fairtrade sind für mich zukünftig eins“, erklärt er, „es ist wichtig, dass wir auch mit den Erzeugern und mit den Arbeitern auf den Feldern und Plantagen menschlich umgehen. Wenn das der ökologische Landbau nicht macht, wer dann?“ In den weiten Transportwegen exotischer Bio-Früchte hin zu deutschen Haushalten sieht er kein Problem. Denn wenn man vergleiche, welche Heizkosten die heimische, konventionelle Produktion aufbringen müsste, um zum Beispiel im Winter Tomaten anzupflanzen, könnte man „täglich zweimal mit dem Lkw zwischen Spanien hin- und herfahren.“
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, Margarete Bause, überlässt diese Wahl dem Verbraucher. „Natürlich bevorzugen wir Bio und regional. Aber es ist immer noch besser, Bio-Tomaten aus Spanien zu haben, als nicht Bio-Tomaten.“ Letztlich geht es um eine Wirtschaftsform, die sich zusehends vom Birkenstock- und Körner-Image hin zu einer von Gesellschaft und Politik anerkannten Größe entwickelt. „Früher war es so, dass man in der Bio-Branche eher missionarisch unterwegs war“, erzählt Hubert Rottner von der Bio Innung e.V., „heute haben wir ein anderes Selbstverständnis — wir haben einfach die besten Produkte auf dem Markt.“
Aufzuzeigen, dass sich die Öko-Produktpalette auch in Franken längst nicht mehr auf Lebensmittel beschränkt, ist das Ziel des Nürnberger Vereins und Mitglieds der Bio Innung, BluePingu. In seinen Publikationen findet der Verbraucher über tausend Adressen in der Region, die den Bedarf an Bio-Produkten in beinahe allen Bereichen abdecken. Schließlich ist Nürnberg seit kurzem „Fairtrade Stadt“, richtet seit Jahren die „BioFach“ aus und gilt als „Bio- Metropole“.
Indes liefere die Bio-Branche und die Innung auch Argumente, die es sinnvoll machten, sie zu unterstützen, so die Landtagsabgeordnete Christine Stahl. „Wir müssen feststellen, dass die Bio-Branche sehr nachhaltige, qualitativ gute Arbeitsplätze liefert.“ „Die Bio Innung ist in Bayern eine einmalige Einrichtung. Nürnberg kann stolz darauf sein, dass es dieses Netzwerk gibt.“ Bause stimmt ihr zu. Sie sei extra nach Nürnberg gekommen, um dieses „Vorzeigeprojekt“ kennen- zulernen und zu sehen, wie der Rest von Bayern lernen könne, „mit grünen Ideen schwarze Zahlen zu schreiben“. Der Schlüssel dazu liege in einem Wertewandel in der Gesellschaft, so Braun. Der könnte durch Bildung der Jüngeren eingeleitet werden.
Die Vertreter der Bio Innung sind zuversichtlich und einig mit den anwesenden Politikern, dass es keine zukunftsfähige Alternative zu „Bio“ gebe. Deswegen versuchten die Unternehmer der Innung, so Roy Zylka, „alle miteinander etwas zu erreichen in Franken“.
Mehr Informationen zu Bio in Nürnberg und Franken im Internet unter: www.bluepingu.de

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.