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Fahrkarten um bis zu 15 Prozent teurer

VAG führt Stadttarif zum 1. Januar 2012 ein — Treue Kunden sind besonders betroffen - 29.11. 19:04 Uhr

Nürnberg  - Mit der Erweiterung des U- und Straßenbahn-Angebots erhöht die VAG ihre Fahrpreise in einem ersten Schritt zum 1. Januar 2012 um bis zu knapp 15 Prozent und führt einen eigenen Stadttarif ein.

Die höheren Preise der VAG treffen auch Fahrgäste, die den neuen U-Bahnhof Friedrich-Ebert-Platz nutzen: Nur am 10. Dezember können Bürger die neue Strecke umsonst fahren.
Die höheren Preise der VAG treffen auch Fahrgäste, die den neuen U-Bahnhof Friedrich-Ebert-Platz nutzen: Nur am 10. Dezember können Bürger die neue Strecke umsonst fahren.
Foto: Eduard Weigert

Der beispiellose Preissprung, der mehrheitlich bereits im Stadtrat verabschiedet worden ist und bis 2015 sogar um bis zu 30 Prozent beträgt, sorgt für viel Kritik. Zuletzt hatte die Linke Liste im Stadtrat 6000 Protest-Unterschriften an Oberbürgermeister Ulrich Maly überreicht, es hatte mehrere Demonstrationen gegeben.

Stadt(-rat) und VAG rechtfertigen die deutlich höheren Fahrpreise mit steigenden Kosten und sinkenden Zuschüssen. „Außerdem sind in den VAG-Preisen bereits die üblichen Erhöhungen von 3,19 Prozent enthalten, die eh im gesamten VGN greifen“, erklärt Elisabeth Seitzinger, Sprecherin der städtischen Verkehrsbetriebe.



Was verändert sich? Was wird teurer? Es gibt in Nürnberg künftig einen „Stadttarif“, die neue Preis-/Tarifstufe A. Auf die Kurzstrecke hat dies keinen Einfluss. Hier bleibt der Preis für den Einzelfahrschein sogar gleich (siehe Tabelle). Sonst aber wird es teurer. Die Einzelfahrt für einen Erwachsenen im Stadtgebiet kostet zum Beispiel dann künftig im neuen Tarif A 2,40 Euro. In der alten Kategorie (Tarifstufe 2) lag der Preis bei 2,10 Euro. Für Kinder verteuert sich das Ticket von 1 Euro auf 1,10 Euro.

Die neue Fünfer-Streifenkarte A ersetzt die Zehner-Karte für die Fahrten in den Zonen 100+200. Sie kostet 10,80 Euro für Erwachsene beziehungsweise 5,40 Euro für Kinder. Pro Fahrt und Person wird ein Streifen abgestempelt. Auch für Kurzstrecken wird die Fünfer-Karte teurer. Die Zehner-Streifenkarten aus 2011 können laut VAG im Stadtgebiet noch bis Ende Januar 2012 abgefahren werden. Danach müssten in Nürnberg drei Streifen abgestempelt werden, was aber teurer käme als eine neue Fünfer-Karte. Besitzer können die Zehner-Karten aber auch in allen Verkaufsstellen umtauschen oder sich das Restgeld auszahlen lassen. Außerhalb Nürnbergs, im Verbundgebiet, behalten sie aber ihre Gültigkeit. Alte Zehner können noch bis Ende Juni 2012 verfahren werden.

Zwei-Tage-Regel bleibt doch

Besitzer der beliebten MobiCard in Nürnberg müssen auch deutlich tiefer in die Tasche greifen. So steigt der Preis für eine 31-Tage-Card von 63,90 auf 73 Euro, für die 9-Uhr-Card sind künftig 57,70 statt 50,50 Euro fällig. Stärker zur Kasse gebeten werden auch die treuen Kunden mit einem Jahres-Abo. Das normale Abo kostet pro Monat dann 50,50 Euro statt 44,20 Euro, das Plus-Abo verteuert sich von 48,40 auf 55,40 Euro. Jahres- oder Firmen-Abos werden automatisch auf den neuen Stadttarif A umgestellt.

Anders als ursprünglich geplant, wird die Zwei-Tage-Regelung für das TagesTicket nun doch nicht angerührt. Ursprünglich sollte die beliebte Karte auch an Wochenenden und zusammenhängenden Feiertagen nur noch einen Tag gültig sein. Aber auch das TagesTicket wird teurer.

Für den ganzen Verkehrsverbund gilt: Solo31, MobiCards, Semestermarken und Wochenmarken Ausbildung, die noch im alten Jahr gekauft wurden, können 2012 noch unverändert bis zum Ablauf ihrer Gültigkeit verwendet werden. Wegen der Tarifumstellung ist im Dezember noch kein Vorverkauf neuer Tickets am Automaten möglich. 



ANDREAS FRANKE - Lokales Nürnberg



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