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Fliegerbombe schlummerte an der A6

Baggerfahrer entdeckte den 125 Kilo schweren Sprengsatz — Firmen evakuiert — Autobahn wurde gesperrt - 02.09. 10:53 Uhr

NÜRNBERG  - Bombenalarm in Kornburg: Ein Baggerfahrer ist an der A6 auf eine 125 Kilo schwere Fliegerbombe gestoßen. Zwei Firmen und ein Wohnhaus wurden daraufhin evakuiert. Die A6 musste gesperrt werden, während der Sprengkörper entschärft wurde. Massive Staus waren die Folge.


Die A6 wird ausgebaut. Im Schutt eines abgetragenen Lärmschutzwalls stieß ein Baggerfahrer auf die Fliegerbombe.
Die A6 wird ausgebaut. Im Schutt eines abgetragenen Lärmschutzwalls stieß ein Baggerfahrer auf die Fliegerbombe.
Foto: Horst Linke

„Wir haben die Bombe noch rumgefahren“, sagt Markus Feierler, Bauleiter der Firma Bögl-Bau, im Nachhinein. Sie schlummerte offensichtlich in einem alten Lärmschutzwall, der entlang der A6 bei Kornburg verläuft und momentan abgetragen wird. Der Sprengkörper wurde mit Schutt versehentlich auf einen Lkw aufgeladen. Der Fahrer hatte nicht die leiseste Ahnung von der gefährlichen Fracht, die er zu einem Abladeplatz an der Autobahn brachte. Dort wird der Bauschutt in einer Aufbereitungsanlage zerkleinert und gesiebt.

Ein Baggerfahrer stieß schließlich auf den 90 Zentimeter langen Sprengkörper. „Die Bombe muss im alten Lärmschutzwall eingebaut gewesen sein“, mutmaßt ein Mitarbeiter. Wie berichtet, wird die Autobahn sechsspurig ausgebaut, die Kornburger bekommen neue Lärmbarrieren. Nicht auszumalen, was beim Versuch, den Sprengkörper in der Aufbereitungsanlage zu zerkleinern, hätte passieren können. „Wir haben die Arbeiten dann schnell eingestellt“, fährt Bauleiter Feierler fort. Er ging kein Risiko ein und schickte etwa 30 Mitarbeiter nachmittags nach Hause. Um 14.28 Uhr alarmierte er die Polizei.

Gefahr gebannt: Karl-Heinz Wolfram, Chef des Sprengkommandos Nürnberg, und Sprengmeister Willi Becher (rechts) haben die Bombe entschärft.
Gefahr gebannt: Karl-Heinz Wolfram, Chef des Sprengkommandos Nürnberg, und Sprengmeister Willi Becher (rechts) haben die Bombe entschärft.

Die Polizei sperrte das Gelände ab und kümmerte sich um den Verkehr. Für alles andere war die Berufsfeuerwehr zuständig. „Die Baufirma hat hervorragend reagiert“, sagt Robert Hofmann, Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr, im Nachhinein. Um den Fundort der Bombe wurde in einem Radius von etwa 300 Metern eine Absperrung gezogen. Zwei Firmen, die ihren Sitz in der abgesperrten Zone haben — Unternehmen an der Kellermannstraße — mussten ihre Mitarbeiter vorsorglich nach Hause schicken. Die Polizei evakuierte außerdem ein Wohnhaus. Auch für den Sportplatz des TSV Kornburg galt: „Betreten verboten!“ Außerdem blieb die Vereinsgaststätte geschlossen. „Dabei ist Mittwoch der beste Tag!“, jammerte der Pächter. Insgesamt 20 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Ein Polizeihubschrauber und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kornburg suchten derweil den Wald um die Fundstelle, in dem einige Wanderwege verlaufen, nach Spaziergängern ab, ehe mit der Entschärfung der Bombe begonnen wurde. Der Kornburger Erich Dotzauer zum Beispiel war zu diesem Zeitpunkt mit seinem Hund im Wald auf Pfiffersuche. Er steuerte auf dem Heimweg die Sportgaststätte an, wunderte sich, dass sie geschlossen war. „Ich war im tiefsten Dickicht. Ich habe gar nichts mitbekommen“, sagte er später, als er aus dem Wald auftauchte und auf das Feuerwehr- und Polizeiaufgebot am Rande Kornburgs stieß.


Um den Sprengkörper lahmzulegen, mussten die Spezialisten die Zünder entfernen.
Um den Sprengkörper lahmzulegen, mussten die Spezialisten die Zünder entfernen.

Die massivsten Auswirkungen hatte der Bombenfund auf den Verkehr auf der A6. Weil die Autobahn etwa 200 Meter vom Fundort der Bombe entfernt verläuft, wurde sie zwischen dem Autobahnkreuz Nürnberg-Süd und der Anschlussstelle Roth komplett gesperrt. Eineinhalb Stunden lang ging nichts mehr — und das mitten im Berufsverkehr.

Während sich Sprengmeister Karl-Heinz Wolfram, Chef des Sprengkommandos Nürnberg, an der Fliegerbombe zu schaffen machte, staute sich der Verkehr kilometerweit auf der A6 zurück. Die Rückstaus setzten sich auf der A73 fort. Die Entschärfung dauerte etwa eine halbe Stunde. Dann hatte Wolfram die beiden Zünder entfernt und die Gefahr gebannt.
  





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