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Der Runtalya wurde erstmals 2006 gestartet und gilt inzwischen vor allem in der deutschen Laufszene als erster Wettkampf im Jahr, der in kurzen Laufhosen gestartet werden kann. In der sechsten Auflage mit am Start: Dutzende von Sportlern aus Nürnberg und der Metropolregion.
Bislang hatten Veranstaltung und Stadt stets Glück mit dem Wetter. Schon auf der Fahrt ins Hotel präsentierte sich die Riviera mit tollem Urlaubspanorama, blauem Meer und den schneebedeckten Gipfeln des Taurus-Gebirges am Horizont, das Lust auf den Marathon über 42,195 Kilometer, einen Halbmarathon oder die zehn Kilometer lange Strecke weckte. Diesmal hatten die Organisatoren jedoch Pech. Platzregen am Sonntagmorgen sorgte dafür, dass der Startbereich unter Wasser stand und Hunderte von Startern fluchtartig Schutz unter Bäumen, Parkboxen oder in den Zubringerbussen suchten.
Einen echten Marathoni schreckte dies jedoch nicht ab, zumal schon kurze Zeit später Wind an der Steilküste die Funktionsshirts schnell trocknete und beim Wendepunkt im Stadtteil Lara schon wieder buchstäblich „eitel Sonnenschein“ herrschte. In Lara, etwa 20 Kilometer außerhalb der Altstadt Antalyas, liegen zahlreiche Fünf-Sterne-Hotels, in die in der Nebensaison viele Urlauber den kalten Tagen in Deutschland entfliehen und begeistert die Läufer anfeuern. Lauthals unterstützt von türkischen Musikgruppen und verwegen maskierten Gesellen aus den Entertainment-Abteilungen der Hotels, die gestaltet sind wie die legendäre Titanic, das Überschallflugzeug Concorde oder dem Markusplatz in Venedig und dem russischen Kreml nachempfunden sind.
Das Wetter konnte auch die gute Laune von Anita Kinle aus Fürth nicht trüben. Die Vorsitzende des Laufclubs 21, der sich für die Förderung von Menschen mit Down-Syndrom einsetzt, war von dem Laufportal www.marathon4you.de zum „Hero des Jahres“ gewählt worden. Bei einer Abstimmung im Internet hatten Tausende von Lesern die Arbeit der engagierten Marathonläuferin gewürdigt. Als Anerkennung für ihr Engagement um die Sportförderung von Menschen mit dem Gendefekt gewann sie ein Marathonwochenende.
Mit Mitorganisatorin Heidi Soldan und dem in der Laufszene bundesweit bekannten, barfuß laufenden „Pumuckl“ Dietmar Mücke waren die beiden Fränkinnen schnell Mittelpunkt im Läufertalk vor dem Start. Schon in zwei Wochen machen Anita Kinle und Heidi Soldan mit einem weiteren Projekt auf sich aufmerksam, wenn sie anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages am Sonntag, 20. März, zu einem Sechs-Stunden-Lauf in Fürth einladen.
Beim Runtalya begann jede Strecke vor dem Antalya-Museum auf der Konyaalti Caddesi und endete im Atatürk-Stadion, in dem sonst Antalyas Fußballer die Fans begeistern. Beim Marathon geht es zudem am berühmten Hadrianstor in der Altstadt die Uferpromenade entlang.
Das Konzept, Urlaub mit Sport zu verbinden, kam deshalb auch in diesem Jahr wieder an. Von den 3700 Anmeldungen für die Hauptläufe kamen erstmals über 1000 Sportler aus Deutschland nach Antalya. Zusätzlich ließen sich 4500 meist einheimische Starter für den über vier Kilometer langen Hobbylauf begeistern. Insgesamt hatte Antalya am Laufwochenende Sportler aus 40 Nationen zu Gast. Vor allem viele deutsche Läufer schnürten zum wiederholten Male die Laufschuhe.
„Ich bin auch im nächsten Jahr wieder mit am Start“, sagt Nürnbergs Ultraläufer Bernhard Nuss. Er hatte 40 Lauffreunde aus seinem Verein „Never Walk Alone“ für eine Teilnahme gewinnen können, zumal sein Konzept, Laufanfänger mit moderatem Training für den Sport zu begeistern, auch schon im vergangenen Jahr überzeugt hatte.
Eine von Bernhard Nuss’ „Schützlingen“ ist Elfriede Nachtrab. Die 66-Jährige war im vergangenen Sommer über ein Laufprojekt zum Verein gestoßen. „Da hatte ich weder Sportschuhe noch Laufsachen. Heute habe ich meinen ersten Halbmarathon bestritten“, zeigte sich die Nürnbergerin überglücklich über ihre Leistung. Schon nach 2:03 Stunden war sie mit Bernhard Nuss über die Ziellinie gelaufen. Klar, dass sie bei der abendlichen Party, zu der Tausende von Läufern eingeladen waren, stolz ihre Finisher-Medaille präsentierte. Der Runtalya soll nicht ihr letzter Lauf gewesen sein. Schon im Juni will Elfriede Nachtrab beim Metropolmarathon in Fürth an den Start gehen.
Ausgelassen feierte bei Bauchtanz, türkischer Folklore und heimischen Essensspezialitäten auch Ulrike Mayer-Tancic. Die Bayerische Marathonmeisterin von der LG Erlangen hatte sich ebenfalls mit der Nürnberger Laufgruppe ins Flugzeug gesetzt und belegte mit einer Zeit von 3:11:35 Stunden den dritten Platz in der Frauenwertung.
So. 13.05.12
So. 13.05.12
Di. 08.05.12
Do. 26.04.12
Mi. 25.04.12